Im ersten Finale der U18-EM haben Maximilian Rath und Jonathan Albustin dem deutschen Team einen Auftakt nach Maß beschert. Die beiden 3.000-Meter-Läufer holten sich mit neuen Bestzeiten Silber und Bronze.
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Es war ein kleines Feld aus nur elf Läufern, das sich am Donnerstagabend bei der U18-EM in Rieti (Italien) auf die 3.000 Meter begab. Jonathan Albustin (LG Brillux Münster) und Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) sortierten sich mutig vorne ein. Nach dem ersten Kilometer hefteten sie sich an die Fersen von Meziane Benhammou, der mit der schnellsten Meldezeit angereist war. Der Franzose setzte sich selbstbewusst an die Spitze, konnte die Konkurrenz jedoch nicht abschütteln.
600 Meter vor dem Ziel verschärfte der Brite Joseph Scanes das Tempo und ging am Franzosen vorbei. Und mit ihm Maximilian Rath! Der Münchner blieb dran und übernahm auf der letzten Gegengeraden sogar die Führung. Bis ins Ziel lieferte er sich ein enges Duell mit dem Briten, das dieser knapp für sich entschied und sich in 8:09,19 Minuten zum Europameister krönte. Kurz danach lief Maximilian Rath jubelnd über die Ziellinie: In 8;09,40 Minuten lief er ebenfalls Bestzeit und konnte sein Medaillenglück gar nicht fassen.
Wenige Zehntelsekunden später machte Jonathan Albustin den Abend aus deutscher Sicht perfekt: Der Münsteraner, der die Tempoverschärfung zunächst nicht hatte mitgehen können und einige Plätze verloren hatte, konnte auf der Schlussrunde noch einmal alle Kräfte mobilisieren. In Bestzeit von 8:10,01 Minuten spurtete er an Meziane Benhammou vorbei zu Bronze. Beide deutschen Läufer schraubten ihre Hausrekorde um rund fünf Sekunden nach unten und jubelten ausgiebig gemeinsam. Als Nummer fünf und sieben der Meldeliste hatten sie zwar auf ein starkes Ergebnis gehofft, waren aber von ihrem doppelten Coup doch überrascht und überglücklich.
Stimmen zum Wettbewerb:
Maximilian Rath (LG Stadtwerke München)
Ich hätte nie damit gerechnet! Nach 1.500 dachte ich: Mir geht's irgendwie noch ganz gut! Aber die letzten 800 waren dann schon sehr am Limit. 250 vor Schluss dachte ich mir: Es geht irgendwie doch noch! Und da bin ich nach vorne gegangen und habe einfach versucht, bis zum Ende durchzuhalten. Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe. Ich habe einfach alles gegeben! Wie das Rennen gelaufen wird, war vorher überhaupt nicht absehbar, es hätte alles passieren können. Es hätte auch taktisch werden können, war dann aber doch ziemlich schnell. Ich hatte mir schon vorgenommen, vorne dranzubleiben. Der Franzose wurde auf dem zweiten Kilometer ein bisschen langsamer, das kam uns entgegen. Besser hätte es kaum laufen können! Ich glaube, es hätte niemand damit gerechnet, dass wir hier zwei Medaillenplätze belegen.
Jonathan Albustin (LG Brillux Münster)
Auch ich hätte nie damit gerechnet, mit einer Medaille nach Hause zu gehen. Ich wollte im Feld einfach mitschwimmen, egal ob es taktisch oder schnell wird. Deshalb habe ich mich an die Spitzengruppe gehalten und auf den letzten Runden alles gegeben. Als ich kurzzeitig mal ein paar Plätze verloren hatte, habe ich mich nicht mehr gut gefühlt. Ich habe durchgezählt und dachte, jetzt muss ich aufpassen. Aber irgendwie habe ich mich dann doch festgebissen. Ich habe den Franzosen vor mir gesehen und wieder gezählt: Ich bin Vierter. Den muss ich noch überholen, dann kann ich echt eine Medaille holen. Und dann konnte ich auf den letzten 200 Metern noch mal alle Kräfte mobilisieren. Das ist ein extrem schönes Gefühl. Es ist doppelt so cool, wenn man die Freude dann auch noch mit seinem Zimmerpartner teilen kann.