| U18-EM 2026

Rieti Tag 2 | 6.065 Punkte! Svea Funck feiert Siebenkampf-Silber mit DLV-U18-Bestleistung

Die deutsche Siebenkämpferin Svea Funck lächelt in die Kamera und zeigt dabei eine Silbermedaille. © Jan Papenfuß
Svea Funck hat am Donnerstag und Freitag bei der U18-EM in Rieti als erste deutsche Athletin die 6.000 Punkte im U18-Siebenkampf übertroffen. Mit 6.065 Punkten gewann sie in einem hochklassigen Wettkampf die Silbermedaille. Auf dem Weg zum Erfolg erzielte sie fünf Einzel-Bestleistungen, vier davon an ihrem 17. Geburtstag.
Svenja Sapper

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Tag 2 | Nachmittag

Svea Funck macht mit 800-Meter-Bestzeit Silber und Rekord perfekt

Svea Funck (TV Jahn Walsrode) beendete den Siebenkampf so, wie sie ihn begonnen hatte: mit einer neuen Bestleistung. Über 800 Meter übernahm sie eine halbe Runde vor dem Ziel die Führung und musste auf der Linie nur noch die Britin Dionne Maguinness vorbeiziehen lassen, die das Rennen in 2:16,22 Minuten gewann. Schon da war eigentlich klar: Svea Funcks Hausrekord von 2:17,64 Minuten ist Geschichte. In 2:16,29 Minuten verbesserte sie diese Marke um mehr als eine Sekunde. 

Kurz danach kam schon die Goldmedaillengewinnerin ins Ziel: Alisa Launonen lief in 2:17,04 Minuten ebenfalls schnell wie nie und besiegelte damit den Sieg. 6.154 Punkte bescherten ihr den EM-Titel. Damit schob sich die Finnin zugleich auf Rang fünf der ewigen U18-Weltbestenliste. Und auch Svea Funck trug sich in die Rekordbücher ein: Mit 6.065 Punkten steigerte sie die deutsche U18-Bestleistung von Emma Kaul (USC Mainz) um 119 Punkte und übertraf zugleich als erste deutsche U18-Siebenkämpferin die 6.000 Punkte.

Für die 17-Jährige wurde einen Tag nach ihrem Geburtstag damit der nächste Traum wahr. Von ihrer Punktzahl war sie in der Mixed Zone völlig überwältigt. Nach zwei Bronzemedaillen durch Pia Meßing (damals TV Gladbeck) 2022 und Maria Schnemilich (1. LAV Rostock) 2024 setzte sie zudem die Medaillenserie deutscher Siebenkämpferinnen bei U18-Europameisterschaften fort. 

Bronze gewann die Niederländerin Fleur Favre mit nationaler U18-Bestleistung von 5.822 Punkten. Elisabeth Nawroth (TSV Gomaringen) brachte den Wettkampf trotz des "Nullers" im Speerwurf zu Ende. In 2:30,42 Minuten ging für die 17-Jährige, deren Bestzeit nur drei Sekunden schneller ist, über 800 Meter eine solide Zeit in die Ergebnislisten ein. Im ersten der beiden 800-Meter-Läufe war die Schwedin Eyja Gautadóttir in 2:12,96 Minuten am schnellsten von allen unterwegs. 

Stimme zum Wettbewerb: 

Svea Funck (TV Jahn Walsrode)
6.065 Punkte? Das kann ich gar nicht glauben! Diese Zahl 6.000 habe ich mir immer schon aufgeschrieben, das war immer mein ganz großes Ziel, das ich mal schaffen wollte. Ist das auch Deutscher Rekord? Oh mein Gott! Dass das bei einer EM und am Geburtstag passiert und dann auch noch eine Silbermedaille dabei rauskommt – besser geht's nicht! Das übersteigt all meine Träume. Ich habe immer noch nicht ganz begriffen, wie gut der Tag gestern war. Heute ging's auch ganz gut weiter. Ich habe mich gefreut, dass ich über 800 Meter eine weitere Bestleistung hinzufügen durfte. Speerwurf war auf jeden Fall auch richtig gut. Weitsprung war auch gut für Mehrkampf. Da ist immer noch viel Luft nach oben, aber im Mehrkampf kann eben nicht alles perfekt laufen. Es motiviert mich am meisten, wenn ich starke Konkurrenz habe und weiß, dass ich abliefern muss. Das hat man heute auch an den Leistungen gesehen. Ich gratuliere der Siegerin, sie hat verdient gewonnen, es hat großen Spaß gemacht, mich mit ihr zu messen. 

Tag 2 | Vormittag

Svea Funck steuert weiter auf die Medaille zu

Svea Funck (TV Jahn Walsrode) liegt weiter auf Kurs für ihre zweite internationale Medaille! In den zweiten Wettkampftag startete die 17-Jährige mit soliden 5,59 Metern im Weitsprung. Zwar ist die Niedersächsin am 1. Mai in Garbsen in einem reinen Weitsprung-Wettkampf auf 5,96 Meter geflogen. Im Siebenkampf kann sie dieses Niveau aber (noch) nicht konstant abrufen, bei ihrer Bestleistung in Bernhausen gingen für sie im Juni 5,47 Meter in die Wertung ein. Dieses Resultat toppte Svea Funck nun um zwölf Zentimeter. Alisa Launonen musste sie jedoch ziehen lassen. Die Finnin war mit 6,25 Metern im Weitsprung eine Klasse für sich und dürfte damit endgültig den Goldkurs eingeschlagen haben. 

Im Speerwurf spielte dann die Niedersächsin ihre Stärke aus. Mit 46,51 Metern erzielte sie eine neue Saisonbestleistung und das drittbeste Ergebnis der Konkurrenz, die Ieva Kaulina aus Lettland mit 51,03 Metern anführte. Insgesamt hat Svea Funck 5.190 Punkte gesammelt und liegt genau 100 Zähler hinter Launonen, die 39,82 Meter warf, auf Rang zwei. Der komfortable Abstand zur drittplatzierten Niederländerin Fleur Favre beträgt 140 Punkte. Um Vaunonen den Titel noch streitig zu machen, müsste Svea Funck sieben Sekunden vor der Finnin ins Ziel kommen, deren 800-Meter-Bestzeit ist jedoch nur zwei Sekunden langsamer als jene der DLV-Athletin – dementsprechend könnte es mit einem Angriff auf den Titel schwierig werden. 

Deutsche U18-Bestleistung und 6.000er in Reichweite

Neben der Medaille kann sie jedoch zwei weitere Marken ins Visier nehmen: Um Emma Kauls (USC Mainz) deutsche U18-Bestleistung im Siebenkampf zu knacken, müsste Svea Funck die 800 Meter in 2:25,00 Minuten zu Ende bringen. Mit 2:21,00 Minuten wäre der 6.000er unter Dach und Fach. Die 800-Meter-Bestzeit der 17-Jährigen steht bei 2:17,64 Minuten, beide Marken sind also in Reichweite! 

Für Elisabeth Nawroth (TSV Gomaringen) setzte sich die Achterbahnfahrt des Vortages fort. Hochmotiviert ging die 17-Jährige in den Weitsprung und belohnte sich mit 5,73 Metern – Einstellung ihrer Freiluft-Bestleistung und nur zwei Zentimeter unterhalb des Hausrekordes aus der Hallensaison – fürs Dranbleiben. Doch leider wendete sich das Blatt im Speerwurf wieder zu Ungunsten der Baden-Württembergerin: Gleich dreimal kam der Speer mit der falschen Seite auf, sodass alle drei Würfe leider ungültig gegeben wurden. 

Tag 1

Geburtstagskind Svea Funck startet mit Bestzeit

Zum Auftakt in den Siebenkampf bescherte sich Svea Funck (TV Jahn Walsrode) das schönste Geschenk zu ihrem 17. Geburtstag selbst. In 13,43 Sekunden schraubte sie ihre erst elf Tage alte Bestzeit über 100 Meter Hürden um 13 Hundertstel nach unten. Nur die Finnin Alisa Launonen, zugleich die einzige 6.000-Punkte-Athletin im Feld, war mit 13,33 Sekunden noch ein wenig schneller. Und auch im Hochsprung war das Geburtstagskind im Flow: Mit 1,78 Metern egalisierte Svea Funck ihre Bestleistung und übernahm die Führung. 2.013 Punkte hat sie nach zwei Disziplinen auf dem Konto, Launonen lauert mit 1.991 Zählern dicht dahinter. Sie war mit 1,75 Metern zweitbeste Hochspringerin. 

Die zweite deutsche Starterin Elisabeth Nawroth (TSV Gomaringen) bewegte sich zwischen Freude und Frust. Mit Bestzeit von 14,25 Sekunden und dem Laufsieg über 100 Meter Hürden startete sie gut in den Siebenkampf. Dann wollte aber im Hochsprung die Latte schon bei 1,60 Metern nicht mehr liegenbleiben. Kein zufriedenstellendes Ergebnis für die 17-Jährige, die in Bestform schon 1,74 Meter gemeistert hat. Diesen Rückschlag gilt es jetzt schnellstmöglich abzuhaken und sich für die nächste Disziplin zu motivieren. Denn im Kugelstoßen zählt die 15-Meter-Stoßerin zu den besten Athletinnen im Feld. Vor ihrer Paradedisziplin rangiert Elisabeth Nawroth mit 1.644 Punkten auf Platz 19. 

Deutliche Steigerung im Kugelstoßen

Im Kugelstoßen machte Svea Funck genau dort weiter, wo sie am Vormittag aufgehört hatte: mit einer neuen Bestleistung! Im ersten Versuch schlug die Kugel bei 12,01 Metern ein. Ein solider Stoß zum Reinkommen und die ideale Ausgangslage, um anschließend Vollgas zu geben. Und das gelang: Im zweiten Durchgang gelang dem Geburtstagskind mit 13,30 Metern der erste „13er“ ihrer Karriere – eine deutliche Steigerung ihrer Bestmarke von 12,63 Metern. Und in Runde drei konnte sie sogar noch ein paar Zentimeter drauflegen: 13,45 Meter!

Damit verteidigte die Niedersächsin auch ihre Führung. 2.770 Punkte hat sie bislang gesammelt und ihren Vorsprung auf Alisa Launonen (2.724 pt), die 13,08 Meter stieß, sogar etwas ausgebaut. Auf Platz drei hat sich die zweitbeste Kugelstoßerin der Konkurrenz geschoben. Fleur Favre (Niederlande) hat dank 15,16 Metern im Kugelstoßen nun 2.689 Zähler auf dem Konto.

Elisabeth Nawroth konnte sich mit einer soliden Kugelstoß-Leistung wieder aus dem Hochsprung-Tief herausarbeiten. Mit 14,35 Metern war sie die viertbeste Kugelstoßerin im Feld und liegt mit 2.461 Punkten auf Platz zehn.

Svea Funck beschenkt sich mit nächster Bestzeit

Zum Tagesabschluss bereitete sich Svea Funck das nächste Geburtstagsgeschenk: In 24,85 Sekunden blieb sie über 200 Meter zum ersten Mal unter 25 Sekunden. Sie sprintete damit die drittschnellste Zeit im Feld. Mit Bestzeit war diesmal Alisa Launonen (24,06 sec) nicht zu schlagen, die mit 3.699 Punkten die Führung zurückeroberte. Svea Funck folgt dahinter mit 3.671 Zählern. Sie liegt damit satte 156 Punkte gegenüber ihrer Bestleistung (5.837 pt) aus Bernhausen im Plus. 

Die 200 Meter zählen nicht zu den großen Stärken von Elisabeth Nawroth, und so verlor sie mit 26,26 Sekunden einige Punkte auf die Konkurrenz. Mit 3.236 Zählern belegt sie aktuell Rang elf. Die 17-Jährige haderte vor allem mit dem Hochsprung und hofft am zweiten Tag auf einige Erfolgserlebnisse. 

Stimmen zum Wettbewerb: 

Svea Funck (TV Jahn Walsrode)
Heute sind wirklich alle meine Geburtstagswünsche in Erfüllung gegangen. Vier PBs am ersten Tag – das kann ich noch gar nicht glauben! Vor allem über das Kugelstoßen habe ich mich heute sehr gefreut. Am Anfang war noch viel Nervosität dabei, deshalb war ich froh, dass ich über die Hürden gleich so gut im Wettkampf angekommen bin und die Konzentration auch da war. Ich schaue gerade auf gar nichts, keine Punkte, keine Platzierung, die kann ich sowieso nicht beeinflussen. Die anderen sind auch wirklich gut. Ich versuche, einfach meine Leistung zu zeigen. Für morgen habe ich mir vorgenommen, Spaß zu haben, und vielleicht springt ja noch eine Bestleistung heraus. 

Elisabeth Nawroth (TSV Gomaringen)
Ich habe versucht, Spaß zu haben, aber das ist schwierig, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man es sich vorgenommen hat. Der Start über die Hürden war sehr gut, das hat sich auch gut angefühlt. Über den Hochsprung war ich sehr unglücklich. Kugel war ganz okay, 200 jetzt wieder nicht so. Ich versuche, morgen noch ein paar PBs aufzustellen und wieder ein bisschen was gutzumachen.

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