Hindernisläuferin Franziska Gräter hat am Samstag bei den U18-Europameisterschaften in Rieti mit Gold überrascht. Auf den letzten Metern spurtete sie an der Irin Lucie Cawley vorbei. Für die 15 Jahre alte Läuferin war es erst das vierte Hindernisrennen in ihrer Karriere. Die zweite deutsche Finalteilnehmerin Lucie Schmied lief mit Bestzeit auf Platz sechs.
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Eine der jüngsten Athletinnen im deutschen Team hat am Samstag bei der U18-EM in Rieti (Italien) für eine große Überraschung gesorgt: Franziska Gräter (TSG Schwäbisch Hall) stürmte in ihrem erst vierten Rennen über 2.000 Meter Hindernis zu Gold. Die 15-Jährige hielt sich außen aus Rangeleien heraus, blieb stets an der Spitzengruppe dran und konnte auch auf der Schlussrunde mithalten, als sich das Feld noch einmal auseinanderzog. Nach dem letzten Wassergraben war die Baden-Württembergerin dran an Lucie Cawley (Irland), alle anderen Läuferinnen geschlagen.
Zwischen den beiden entwickelte sich ein packendes Duell bis zur Ziellinie. Doch die Irin hatte am letzten Hindernis Probleme und kam leicht aus dem Tritt – Vorteil Franziska Gräter! In 6:36,03 Minuten holte sie sich den Titel, Cawley folgte mit nationaler U18-Bestleistung in 6:36,22 Minuten. Die Tschechin Lucie Jilkova komplettierte in 6:37,60 Minuten das Podest. Die ersten sieben Läuferinnen verbuchten allesamt neue Bestleistungen, so auch die ebenfalls erst 15 Jahre alte Lucie Schmied (SV Empor Bad Langensalza; 6:41,22 min), die ihren Hausrekord um fünfeinhalb Sekunden nach unten schraubte und sehr stolz auf sich war.
Franziska Gräter, die auf Anraten ihres Trainers mit dem Hindernislauf begonnen hat, erfüllte im Mai in Pliezhausen bei ihrem ersten Hindernisrennen mit 6:52,40 Minuten auf Anhieb die U18-EM-Norm und steigerte ihre Bestzeit bei der U18-DM in Bochum-Wattenscheid auf 6:44,52 Minuten. In Rieti folgte der nächste Schritt. Die 15-Jährige trat als U18-Europameisterin in die Fußstapfen von Jolanda Kallabis (FT 1844 Freiburg), die 2022 in Jerusalem (Israel) mit 6:20,22 Minuten den noch bestehenden Meisterschaftsrekord aufgestellt hatte und mit 6:07,72 Minuten auch die U18-Weltbestzeit hält.
Stimmen zum Wettbewerb:
Franziska Gräter (TSG Schwäbisch-Hall)
Europameisterin, das hört sich unbeschreiblich an! Das hätte ich wirklich niemals gedacht. Ich kann noch gar nicht glauben, dass ich wirklich gewonnen habe in dem Rennen mit den starken Athletinnen! Ich laufe immer lieber außen, da habe ich freie Sicht auf die Hindernisse. Innen habe ich immer Angst, dass jemand stürzt. Ich habe auf den letzten 200 Metern gemerkt, dass was geht, und bin einfach mitgelaufen und habe alles gegeben. Ich trainiere so richtig erst seit zwei Jahren, die Hindernisse laufe ich erst seit diesem Jahr. Nebenher spiele ich noch zwei- oder dreimal die Woche Fußball, meine Mannschaft wäre diese Saison fast in die Oberliga aufgestiegen.
Lucie Schmied (SV Empor Bad Langensalza)
Es war von Anfang an richtig schnell, aber ich wollte auf keinen Fall abreißen lassen. Deshalb blieb mir nichts anderes übrig, als dranzubleiben. Hintenraus habe ich schon ordentlich gemerkt, wie schnell das Rennen war. Das war zu 90 Prozent Biss! Ich war Zwölfte der Meldeliste, mein Traum war es, ins Finale zu kommen und in die Top Ten zu laufen. Mit dem sechsten Platz bin ich also mehr als zufrieden. Und noch mal fünf Sekunden schneller, damit bin ich richtig glücklich.
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