Die beiden deutschen Diskuswerfer haben am Samstag bei der U18-EM in Rieti eine starke Teamleistung gezeigt. Mit neuer Bestleistung setzte sich John-Christian Schochardt im Kampf um Bronze knapp gegen Teamkollege Lance Listner durch. Gold ging mit neuem Meisterschaftsrekord an den Briten Moyo Stumpenhausen.
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Als im Diskuswurf-Finale der sechste Wurf des Schweden George Cederqvist ungültig gegeben wurde, war klar: Es gibt die sechste Medaille für das DLV-Team bei der U18-EM in Rieti (Italien)! Denn in den Ring traten nur noch vier Athleten, zwei davon aus Deutschland. Zuerst war Lance Listner (LAC Erdgas Chemnitz) an der Reihe, der zur Halbzeit auf Rang drei gelegen hatte. Seine Scheibe flog weit, landete aber vor der 60-Meter-Linie. Der Chemnitzer hob resigniert die Hände, bedankte sich beim Publikum und gratulierte Teamkollege John-Christian Schochardt (SC Neubrandenburg). Denn dessen Bronzemedaille war damit besiegelt.
Der Neubrandenburger hatte einen rundum starken Wettkampf gezeigt. Mit 59,54 Metern gelang ihm gleich in Runde eins eine Weite, die ihm sechs Versuche sicherte – und auf der sich aufbauen ließ. Nach zwei ungültigen Versuchen haute er im fünften Durchgang 62,56 Meter raus und steigerte seine Bestleistung gleich um zwei Meter. Damit reihte er sich auf Platz drei ein, der Brite Moyo Stumpenhausen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits den neuen Meisterschaftsrekord von 64,92 Metern erzielt. Silber gewann der Tscheche Jan Valenta, der seine Scheibe ebenfalls zweimal auf mehr als 62 Meter warf. Seine Tagesbestweite: 62,82 Meter.
Auch Lance Listner zeigte einen guten Wettkampf. Fünf seiner sechs Würfe waren gültig und keiner war kürzer als 57,38 Meter. Mit 61,66 Metern packte er im Vergleich zur U18-DM, bei der er Dritter geworden war, gleich zwei Meter drauf. Für eine Medaille hätte er ganz dicht ran an seine Bestleistung von 62,62 Metern werfen müssen.
Stimmen zum Wettbewerb:
John-Christian Schochardt (SC Neubrandenburg)
Auf dem Podest zu stehen, ist eine sehr große Ehre. Ich war noch nie bei einem so großen Wettkampf, und dann eine Medaille zu gewinnen, ist schon sehr, sehr toll. Ich genieße das Gefühl. Mit fast 60 Metern bin ich sehr gut in den Wettkampf reingekommen. Dann habe ich etwas überpact und bin zu ruppig rangegangen. Aber dann habe ich mit richtig gutem Fokus geworfen und dann hat es sehr gut geklappt. Lance und ich haben uns jeweils mehr auf uns selbst konzentriert. In einem Moment habe ich aber noch zu ihm gesagt: Komm, Lance, hau noch einen raus.
Lance Listner (LAC Erdgas Chemnitz)
Der vierte Platz ist schon ein bisschen traurig. Eigentlich habe ich mich gut gefühlt und ich habe auch nicht schlecht geworfen. Aber beim Höhepunkt hätte man schon mal Bestleistung werfen können und das ist heute nicht passiert. Es war auf jeden Fall eine geile Erfahrung, hier starten zu können. Jetzt heißt es weitermachen, weitertrainieren und die nächste Chance kommt hoffentlich.