Wie schon der Auftaktabend ist auch der zweite Wettkampftag der EM in Birmingham am Dienstag mit einer Silber- und eine Bronzemedaille für den DLV zu Ende gegangen. Merlin Hummel wurde Zweiter im Hammerwurf, Owen Ansah stürmte als Dritter über 100 Meter ins Ziel.
EM 2026 Birmingham Zeitplan LIve-Ergebnisse Livestream
Bei der WM im vergangenen Jahr hat Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) Silber gewonnen. Und das gelang ihm auch am Dienstagabend im Hammerwurf bei der EM in Birmingham (Großbritannien). Den dafür entscheidenden Wurf zeigte der 24-Jährigen im fünften Durchgang, als er sich mit einer Steigerung auf 81,30 Metern vom fünften auf den zweiten Platz nach vorn schob. Mit gleich vier 80-Meter-Würfen, darunter der Landesrekord von 84,25 Metern sicherte sich der Ungar Bence Halász seinen ersten großen Titel. 79,49 Meter bedeuteten Bronze für Mykhaylo Kokhan (Ukraine). In seinem Comeback-Jahr nach einer Verletzungspause überzeugte Sören Klose (Eintracht Frankfurt; 78,13 m) als Sechster. Mehr dazu lesen Sie hier.
Im 100-Meter-Finale der Männer fiel die erste Entscheidung schon nach der Hälfte des Rennens, als Titelverteidiger Marcell Jacobs (Italien) angeschlagen austrudeln ließ. Damit war der Weg frei für einen Doppelsieg der Gastgeber-Nation. Der Brite Romell Glave, Dritter vor zwei Jahren, sprintete in 10,09 Sekunden diesmal ganz nach vorn, gefolgt von seinem Landsmann Jeremiah Azu (10,16 sec). Mit einem starken Finish schob sich dahinter Owen Ansah (Hamburger SV; 10,19 sec) noch auf den Bronzerang und sorgte damit für die erste EM-Medaille eines deutschen Sprinters über diese Strecke seit der Wiedervereinigung. Mehr dazu lesen Sie hier.
Die Entscheidung über 5.000 Meter der Frauen fiel auf dem abschließenden Kilometer – als die Jahresschnellste Maureen Koster (Niederlande) das bis dahin gemächliche Tempo anzog, aber letzlich als Sechste (15:41,27 min) leer ausging. Auf der Schlussrunde auf den Punkt topfit zeigte sich Titelverteidigerin Nadia Battocletti (Italien), die sich klar absetzte und in 15:37,84 Minuten zu Gold stürmte. Silber erspurtete sich Marta Garcia (Spanien; 15:39,98 min) vor der nächsten Italienerin Micol Majori (15:40,65 min). Die 21-Jährige Vanessa Mikitenko (Eintracht Frankfurt) lief bei ihrer ersten EM in 15:54,49 Minuten auf Rang 14. Mehr dazu lesen Sie hier.
Tausendstel-Krimi mit Happy-End für Nadine Visser
Auf das Finale über 100 Meter Hürden folgten Minuten des Bangens. Denn Nadine Visser (Niederlande) und Pia Skrzyszowska (Polen) hatten Seite an Seite nach 12,67 Sekunden die Ziellinie überquert. Auch die Kampfrichter bei der Auswertung des Zielfotos mussten ganz genau hinschauen, um die Siegerin auszumachen. Schließlich wurde Nadine Visser mit der Winzigkeit von einer Tausendstel Vorsprung auf Platz eins gesetzt. Für die zweimalige Hallen-Europameisterin ist es die erste Medaille über 100 Meter Hürden. Pia Skrzyszowska freute sich aber auch über Silber. Dritte wurde Laeticia Bapté (Frankreich; 12,73 sec).
Der Europameister im Weitsprung heißt zum vierten Mal nacheinander Miltiádis Tentóglou. Der Grieche wurde mit einem Satz auf 8,44 Meter seiner Favoritenrolle gerecht. Simon Ehammer (Schweiz), der in Birmingham auf einen Start im Zehnkampf verzichtet, holte Silber (8,29 m) vor Bozhidar Saraboyukov (Bulgarien; 8,26 m).
Jean Paul Bredau steht im Finale, Smilla Kolbe läuft Bestzeit
Wie schon vor zwei Jahren in Rom (Italien) gehört Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg) zu den acht besten 400-Meter-Sprintern Europas. Mit der zweitschnellsten Zeit seiner Karriere (44,86 sec) stürmte der 27-Jährige zum Sieg in seinem Halbfinale. Das Finale wird am morgigen Mittwoch (12. August) ausgetragen.
Mit der schnellsten Zeit einer DLV-Athletin seit mehr als 35 Jahren zog Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) ins Halbfinale über 800 Meter ein. Die Deutsche Meisterin steigerte ihre Bestzeit um gut eine Sekunde auf 1:57,80 Minuten. Eine Bestzeit in den Vorläufen stellte auch U20-Europameisterin Jana Becker (Königsteiner LV; 1:59,08 min) auf, diese starke Leistung reichte dennoch knapp nicht fürs Weiterkommen.
Mit der drittbesten Weite der Diskus-Qualifikation (65,42 m) sicherte sich Henrik Janssen (SC Magdeburg) einen Platz im Finale. Hochspringer Falk Wendrich (LAZ Soest) stellte mit 2,23 Metern seine Saisonbestleistung ein und steht damit ebenfalls im Finale. Die Halbfinal-Teilnahme über 110 Meter Hürden sicherte sich Gregory Minoué (Tracksrunner Bonn) mit einer Vorlaufzeit von 13,84 Sekunden. Mehr zu den Vorrunden lesen Sie hier.