| Sydney-Marathon

Samuel Fitwi auf Rang 13, Hassan und Kiros siegen

© Theo Kiefner
Der Sydney-Marathon zählt seit 2025 zu den World Marathon Majors. Dementsprechend stark besetzt war das Rennen am Sonntag. Bis Kilometer 30 lief auch der deutsche Rekordhalter Samuel Fitwi in der Spitzengruppe, musste dann aber mit muskulären Problemen abreißen lassen. Für die Top-Leistung sorgte Frauen-Siegerin Sifan Hassan.
Jörg Wenig

Sifan Hassan hat für die herausragende Leistung beim Sydney-Marathon am Sonntg gesorgt. Die niederländische Marathon-Olympiasiegerin gewann das Rennen in der australischen Metropole ein Jahr nach ihrem Triumph in Paris mit einer hochklassigen Zeit von 2:18:22 Stunden. Bei den Männer siegte der Äthiopier Hailemaryam Kiros mit 2:06:06 Stunden. Deutschlands Marathon-Rekordler Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) litt im letzten Teil des Rennens unter Oberschenkel-Problemen und lief auf Rang 13 in 2:10:30 Stunden.

Die beiden Siegzeiten sind jeweils Veranstaltungsrekorde und die schnellsten Marathonzeiten, die auf australischem Boden bisher gelaufen wurden. Die neu konzipierte Strecke erwies sich aufgrund etlicher Anstiege und Abwärtspassagen als sehr schwer. Da das Ziel 83 Meter tiefer als der Start liegt, ist die Sydney-Strecke ebenso wie der Kurs des traditionellen Boston-Marathons nicht rekordkonform, sodass die Zeiten keinen Eingang in die offiziellen Bestenlisten finden.

Muskulatur bremst Samuel Fitwi aus

Im Rennen der Männer bildete sich schnell eine große, rund 20-köpfige Spitzengruppe. Der zweimalige Olympiasieger und frühere Weltrekordler Eliud Kipchoge (Kenia) lief immer wieder ganz vorne. In der Gruppe, die den 10-Kilometer-Punkt nach 30:04 Minuten passiert hatte, war auch Samuel Fitwi vertreten. Gut 15 Läufer passierten dann den Halbmarathon-Punkt in 63:45 Minuten. Kurz vor Kilometer 30 kam Bewegung in die Führungsgruppe, die aufgrund einer Tempoverschärfung auf acht Athleten zusammenschrumpfte.

Nicht mehr mithalten konnte in dieser Phase auch Samuel Fitwi, der auf eine Top 10-Platzierung gehofft hatte. „Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, aber bei Kilometer 30 bekam ich Probleme mit der Muskulatur im Oberschenkel. Ich stand kurz vor einem Krampf und musste das Tempo daher etwas reduzieren“, sagte Samuel Fitwi. Der deutsche Rekordhalter (2:04:56 h) lief fortan auf dem hügeligen Kurs weitestgehend allein und war dann nach 2:10:30 Stunden auf Platz 13 im Ziel. Knapp zehn Kilometer vor dem Ziel musste sich auch Kenias Laufsport-Legende Eliud Kipchoge geschlagen geben. Der inzwischen 40-Jährige zeigte als Neunter in 2:08:31 Stunden aber immer noch eine beachtliche Leistung. 

Hailemaryam Kiros schließt auf und siegt

Sieben Kilometer vor dem Ziel fiel eine Vorentscheidung, als Addisu Gobena das Tempo anzog und die siebenköpfige Spitzengruppe damit auseinanderriss. Nur sein äthiopischer Landsmann Hailemaryam Kiros konnte bei Kilometer 37 noch aufschließen. Er überholte Gobena zunächst jedoch nicht, sondern wartete bis nach der 40-Kilometer-Marke. Dann ging er an seinem Konkurrenten vorbei und setzte sich schließlich auf den letzten 700 Metern entscheidend ab. Der 28-jährige Kiros, der in Berlin vor einem Jahr als Fünfter seine Bestzeit von 2:04:35 Stunden gelaufen war, siegte in 2:06:06 Stunden vor Gobena (2:06:16 h) und dem Olympia-Siebten Tebello Ramakongoana (Lesotho; 2:06:47 h).

Nach einem schnellen Beginn mit einer 10-Kilometer-Zwischenzeit von 32:12 Minuten beruhigte sich das Tempo der Frauen-Spitzengruppe auf der hügeligen Strecke. Fünf Läuferinnen – Sifan Hassan, die frühere Weltrekordlerin Brigid Kosgei (Kenia), Workenesh Edesa, Kumeshi Sichala (beide Äthiopien) und Evaline Chirchir (Kenia) – bildeten die erste Gruppe, die die Halbmarathon-Marke nach 70:01 Minuten erreicht hatte. 

Sifan Hassan schüttelt alle Konkurrentinnen ab

Vor dem 30-Kilometer-Punkt forcierte die Olympiasiegerin Sifan Hassan dann das Tempo und ließ eine Konkurrentin nach der anderen deutlich hinter sich. Durch die Tempoverschärfung erreichte die aus Äthiopien stammende Niederländerin sogar noch eine Zeit von deutlich unter 2:19:00 Stunden.

„Es wurde am Ende aber richtig hart für mich, denn ich merkte rund zehn Kilometer vor dem Ziel, dass ich zu schnell gelaufen war. Die Beine taten weh“, sagte Sifan Hassan. Die Europarekordlerin (2:13:44 h) gewann in 2:18:22 Stunden vor Brigid Kosgei (2:18:56 h) und Workenesh Edesa (2:22:15 h). Der Sydney-Marathon zählt als einer von weltweit sieben Marathons seit vergangenem Jahr zu den World Marathon Majors.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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