Mit einem Sieg und der Hallenbestzeit von 45,94 Sekunden ist 400-Meter-Sprinter Jean Paul Bredau am Sonntag beim CMCM Indoor Meeting in Luxemburg stark ins Jahr 2026 gestartet. Auch die DLV-Hürdensprinterinnen zeigten gute Leistungen bei dem Silber-Label Meeting der World Athletics Indoor Tour.
Für das erste Highlight aus DLV-Sicht sorgte gleich in der ersten Finalentscheidung der Deutsche 400-Meter-Meister Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg). Er steigerte seine zwei Jahre alte Hallenbestzeit um eine Hundertstelsekunde auf starke 45,94 Sekunden. Damit blieb er nur knapp über der Direkt-Norm (45,80 sec) für die Hallen-Weltmeisterschaften in Torun (Polen; 20. bis 22. März), hakte aber auf Anhieb die DLV-Bestätigungsnorm (46,15 sec) ab. „Ich habe mit 46,2 bis 46,3 Sekunden geliebäugelt. Die 45er Zeit ist sehr gut. Die nimmt man gerne mit“, erklärte er beim Siegerinterview. Nur vier deutsche 400-Meter-Läufer sind in der Halle jemals schneller gewesen, zuletzt Bastian Swillims (TV Wattenscheid 01; 45,62 sec) vor 19 Jahren.
Die Leistung bedeutete beim CMCM Indoor Meeting in Luxemburg gleichzeitig Meetingrekord. „Ich bin total happy und zufrieden mit diesem Einstieg“, so Jean Paul Bredau. Zufrieden war auch Fabian Dammermann (LG Osnabrück) mit seinen 46,92 Sekunden und Platz sechs. „Unter 47 Sekunden ist super fürs erste Rennen.“ Bisher war er in der Halle erst zweimal schneller.
Star des Meetings war die Luxemburger Hallen-WM-Dritte Patrizia van der Weken, die bei ihrem Heimspiel den vierten Sieg in Folge feierte und zweimal 7,14 Sekunden über 60 Meter lief. Dritte wurde die weiterhin in Paderborn trainierende aber inzwischen für Portugal startende Tatjana Pinto in 7,27 Sekunden (Vorlauf: 7,23 sec). Für die Staffel-WM-Dritte Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) war der Saisoneinstieg bereits nach dem Vorlauf in 7,41 Sekunden beendet. „Leider habe ich den Start komplett verpennt, daher bin ich nicht ganz zufrieden“, verriet sie anschließend.
Franzsiska Schuster mit schnellstem Saisoneinstieg
Über 60 Meter Hürden der Frauen war mit Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen), Rosina Schneider (TV Sulz) und Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) das komplette Podium der Hallen-DM des vergangenen Winters am Start. Die Titelverteidigerin Marlene Meier verpasste in 8,18 Sekunden zwar das Finale, war aber trotzdem nicht unzufrieden. „Das erste Rennen ist immer aufregend. Vorne bin ich nicht so gut weggekommen. Dafür war das ein guter Einstieg“, erklärte die 23-Jährige.
Nach 8,08 Sekunden im Vorlauf war Franziska Schuster auch im Finale mit 8,10 Sekunden als Viertplatzierte die schnellste DLV-Athletin. „So schnell bin ich noch nie in der Halle eingestiegen“, strahlte sie. Dabei haben sich die Läufe noch gar nicht so rund angefühlt. „Vor allem im Finale habe ich noch etwas Zeit auf der Bahn liegen gelassen. Mit den Zeiten kann ich dafür sehr zufrieden sein.“
Rosina Schneider hätte sich dagegen den Finallauf etwas schneller erhofft als ihre 8,16 Sekunden. „Letzte Saison habe ich die Latte in der Hallensaison so hoch gelegt, mit den 8,13 Sekunden aus dem Vorlauf kann ich trotzdem sehr zufrieden sein. Es ist noch so früh im Jahr“, bilanzierte die 21-Jährige, die sich im vergangenen Winter auf 7,96 Sekunden verbessert hatte. Den Tagessieg sicherte sich die französische Freiluftmeisterin Sacha Alessandrini in 8,00 Sekunden.
Tim Eikermann mit leichter Steigerung
Bei den Männern triumphierte Vorjahressieger Jakub Szymanski (Polen) in 7,48 Sekunden knapp vor dem belgischen U23-Europarekordhalter Elie Bacarie, der in 7,50 Sekunden einen neuen Landesrekord aufstellen konnte. Tim Eikermann (TSV Bayer 04 Leverkusen) steigerte im Vorlauf seine Saisonbestzeit aus der Vorwoche um vier Hundertstelsekunden auf 7,84 Sekunden. Die Freiluftsaison 2025 hatte der 25-Jährige verletzungsbedingt komplett verpasst.
Im Weitsprung kam Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr, 7,70 m) als Vierter bis auf zwei Zentimeter an seine Hallenbestleistung heran, Luka Herden (LG Brillux Münster, 7,67 m) wurde Fünfter. Es siegte der Spanier Jaime Guerra (7,84 m).
1.500 Meter Bestzeit für Hindernisspezialistin Adia Budde
Über 1.500 Meter der Frauen war Vera Coutellier (Cologne Athletics) in 4:15,60 Minuten als Neunte schnellste DLV-Läuferin. Auf Rang elf konnte sich die Deutsche Hindernismeisterin Adia Budde (LAV Stadtwerke Tübingen) in 4:17,53 Minuten über eine neue Bestzeit freuen, auch im Freien war sie noch nie schneller. Als Erste lief Samrawit Mulugeta (Äthiopien; 4:07,59 min) ins Ziel. Im pfeilschnellen Männerrennen siegte der Belgier Pieter Sisk in Meetingrekord- und Weltjahresbestzeit von 3:34,63 Minuten.
Über 800 Meter egalisierte Mark Englisch in 1:44,65 Minuten den Meetingrekord und stellte neben einer Weltjahresbestzeit auch einen neuen irischen Rekord auf. Bei den Frauen siegte Lokalmatadorin Fanny Arend (Luxemburg) 2:00,83 Minuten mit neuem Meeting- und Landesrekord. Tanja Spill (TSV Bayer Dormagen) wurde in 2:05,12 Minuten Achte.
Krampf bremst Jessica-Bianca Wessolly auf der Zielgeraden aus
Die Deutsche Hallenmeisterin über 200 Meter Jessica-Bianca Wessolly (VfL Sindelfingen) konnte ihren Vorjahresserfolg zwar nicht wiederholen, zeigte in 23,26 Sekunden aber dennoch einen soliden Saisoneinstieg. Die Spanierin Paula Sevilla hatte auf der Zielgeraden das beste Finish und sicherte sich in 23,16 Sekunden den Tagessieg vor der U23-EM-Dritten Nora Lindahl (Schweden; 23,22 sec), die im ersten Finallauf triumphierte.
Dahinter wurde Jessica-Bianca Wessolly Gesamtdritte und hielt 60-Meter-Siegerin Patrizia van der Weken (23,28 sec) knapp auf Distanz, obwohl die DLV-Sprinterin auf den letzten 50 Metern nicht voll durchziehen konnte. „Hinten raus hat leider die Muskulatur gekrampft. Die krasse Frühform vom letzten Jahr habe ich noch nicht, aber die Saison geht ja noch eine Weile. 23,1 bis 23,0 Sekunden wären drin gewesen. Mit dem Ergebnis kann ich unter diesen Umständen zufrieden sein“, bilanzierte sie. Louise Wieland (Hamburger SV) wurde in 23,93 Sekunden Achte.
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