Bei der Hallen-DM in Dortmund sind am Samstag acht Entscheidungen gefallen, außerdem wurden die Halbfinals über 400 Meter, 800 Meter und 1.500 Meter ausgetragen. Wir haben Stimmen der Protagonist:innen gesammelt.
Philina Schwartz (Berlin Athletics) | Siegerin 60 m (7,18 sec)
Es hat heute sehr viel Spaß gemacht. Die Saison hat bis jetzt ganz gut funktioniert und darüber bin ich sehr glücklich. Ich bin in jedem Wettkampf bisher persönliche Bestleistung gelaufen, was nicht jeder Sportler von sich behaupten kann. Ich selber auch nicht, aber es hat diese Saison einfach super funktioniert. Mein Trainer hat mich ermutigt und das Ergebnis lässt sich sehen. Die Vorfreude auf die Hallen-WM ist riesig. Ich habe bisher nur an internationalen Jugendmeisterschaften teilgenommen - das war schon unglaublich für mich. Ich nehme die Hallen-WM mit und alles, was dort passiert, ist ein Bonus.
Sina Kammerschmitt (MTG Mannheim) | Zweite 60 m (7,21 sec)
Ich freue mich riesig. In dieser Saison ist irgendwie alles ein bisschen zusammengekommen. Ich habe mich mega gut gefühlt, hatte hier in Dortmund total viel Spaß - es war richtig schnell, und ich habe es einfach nur genossen. So kann es gerne weitergehen. Ich bin wirklich sehr zufrieden. Es war genau mein Ziel, hier zu zeigen, was ich kann - und ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen. Ich genieße das gerade total und bin einfach mega happy. Es soll am liebsten noch sehr, sehr weit gehen. Ich möchte weiter schnell rennen, Spaß haben - und natürlich Deutschland international vertreten, und das möglichst erfolgreich.
Simon Batz (MTG Mannheim) | Sieger Weitsprung (8,09 m)
Ich würde sagen, der Wettkampf war ganz in Ordnung. Eigentlich wollte ich im ersten Versuch deutlich weiter springen. Ich sage mal so, ich bin zufrieden mit den 8.09 Metern, aber wollte eigentlich noch einen draufpacken. Trotzdem bin ich schon zufrieden mit der Weite und dem Deutschen Meistertitel. Ich würde sagen, dass die Leistung heute solide war, nicht outstanding, aber ich würde sagen, es ist ganz gut mal wieder über 8 Meter gesprungen zu sein. Dafür, dass ich zuletzt nicht so viele Wettkampfsprünge hatte, ist es auf jeden Fall in Ordnung.
Luka Herden (LG Brillux Münster) | Zweiter Weitsprung (7,78 m)
Am Ende ist es eine Meisterschaft und ich gehe mit Silber nach Hause - damit kann ich auf jeden Fall zufrieden sein. Aber mit der Weite hadert man natürlich ein bisschen, weil man weiß, was alles möglich ist. Ich hatte mir eine 7,80-7,90 Meter vorgenommen und ich hoffe, dass in Richtung Hallen-WM vielleicht nochmal ein bisschen mehr drin ist. Es wäre meine erste WM bei den Erwachsenen, daher würde ich diese, wenn ich nominiert werde, gerne auch mitnehmen.
Owen Ansah (Hamburger SV) | Sieger 60 m (6,55 sec)
Ich habe mein Ziel erfüllt: ich wollte Deutscher Meister werden. Ich konnte zeigen, was in mir steckt und dass ich der Schnellste bin - und das war auf jeden Fall wichtig. Ich kann genauso weitermachen wie zuletzt, aber beim Start ist noch ein bisschen Luft nach oben, damit es draußen noch ein bisschen besser wird. Aber insgesamt passt es. Ich freue mich einfach sehr über den Titel. Es sind Deutsche Meisterschaften, da kann alles passieren. Deshalb bedeutet es mir viel, mich Deutscher Meister über die 60 Meter nennen zu dürfen.
Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) | Zweiter 60 m (6,56 sec)
Ich fühle mich gerade einfach richtig gut. Ich kann mich nicht beschweren. In den ersten beiden Läufen habe ich mich noch nicht optimal gefühlt, aber im Finale habe ich endlich meinen Start auf die Reihe bekommen - und da wurde es direkt richtig schnell. Ich glaube, hinten raus habe ich vielleicht noch ein bisschen liegen lassen. Ich bin ja Experte im Anfersen - da geht auf jeden Fall noch mehr. Aber insgesamt bin ich völlig zufrieden. Die Stimmung hier war super. In der Halle ist es immer richtig schön laut, das pusht einen extrem.
Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen) | Siegerin 60 m Hürden (7,92 sec)
Ich wäre gerne noch einen Tick schneller gelaufen, weil ich mich seit einer Woche wirklich sehr gut fühle. Aber es ist ein Meisterschaftsrennen - und ich habe meinen Titel verteidigt. Deshalb bin ich einfach super happy. Ich nehme von heute mit, dass ich mir vertrauen kann. Wenn es darauf ankommt, bin ich da. Egal wie viel Druck ist - ob ich die Jahresschnellste bin oder ob es darum geht, den Titel zu verteidigen. Ich kann mit diesem Druck umgehen und trotzdem meine Leistung abrufen. Ich habe mich seit einer Woche total auf diese Meisterschaft gefreut
Ricarda Lobe (MTG Mannheim) | Zweite 60 m Hürden (7,95 sec)
Im Vorlauf war ich tatsächlich gar nicht zufrieden. Ich bin voll in die zweite Hürde reingerannt, und mein Knie tut auch immer noch extrem weh. Fürs Finale musste ich dann echt die Zähne zusammenbeißen. Ich habe mir gesagt: So kannst du dich jetzt hier nicht abmelden oder einfach heimgehen. Vor allem, weil ich im Vorlauf schon gemerkt habe, dass es eigentlich richtig gut läuft - nur der Rhythmus hat eben nicht gepasst. Und jetzt, nach neun Jahren wieder eine PB zu laufen - das ist schon etwas Besonderes. Ich habe einige Hallensaisons verpasst und hatte gar nicht oft die Chance, so anzugreifen. Irgendwann rennt man dieser Zeit dann ja auch hinterher. Aber ich glaube, das hat die ganze Zeit in mir geschlummert. Dass heute alles so gepasst hat, ist einfach eine riesen Erleichterung. Dass es jetzt endlich wieder funktioniert hat, fühlt sich richtig toll.
Rosina Schneider (TV Sulz) | Dritte 60 m Hürden (8,01 sec)
Ich bin sehr happy über eine Medaille. 2024 bin ich in Leipzig bei den Deutschen Meisterschaften Erste geworden, letztes Jahr Zweite und jetzt Dritte und nächstes Jahr fange ich dann natürlich wieder vorne an. Nee, Spaß. Ich wäre natürlich gerne schneller gelaufen, weil ich weiß, dass ich noch viel Potential habe und diese Saison auch viel technisch gearbeitet habe. Ich bin jetzt zum Dritten Mal die WM-Norm gelaufen und der Vorlauf war auch solide und daher weiß ich, dass da noch mehr geht.
Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr) | Dritter Weitsprung (7,78 m)
Die Medaille ist gut, die Weite hätte vielleicht noch einen Schritt weitergehen dürfen. Aber bei Meisterschaften geht es am Ende nur um die Medaillen. Ich liebe Dortmund. Letztes Jahr war es für mich nicht ganz so rund, aber wir waren ja vor zwei Wochen schon mal hier, da war es auch gut. Heute aber nochmal eine Stufe besser. Von heute nehme ich mit, dass ich bei Deutschen Meisterschaften noch etwas entspannter bleiben muss. Das ist nochmal eine besondere Energie, die kann man nicht trainieren. Da leidet manchmal ein bisschen die Technik. Wenn ich das noch besser in den Griff bekomme, ist auf jeden Fall noch mehr drin.
Fred Isaac Fleurisson (Eintracht Frankfurt) | Sieger 60 m Hürden (7,77 sec)
Ich bin sehr zufrieden. Ich bin jetzt zweimal persönliche Bestleistung gelaufen, da kann ich mich nicht wirklich beschweren. Vielleicht hätte ich im Finale noch ein bisschen mehr rausholen können - man merkt schon, dass da vielleicht noch ein paar Hundertstel drin gewesen wären. Ich freue mich heute ein bisschen mehr über die Platzierung. Ich war so oft schon Vierter, deshalb ist es schön, diesmal auf dem Podium zu stehen. Wenn man so oft knapp dran war und dann wieder jemand vorbeizieht, ist das frustrierend. Umso schöner, dass es jetzt geklappt hat. Jetzt bin ich gespannt, was draußen noch möglich ist. Da will ich nochmal angreifen und schauen, was kommt.
Stefan Volzer (TSV Bayer 04 Leverkusen) | Zweiter 60 Meter Hürden (7,80 sec)
Der Vorlauf war nicht ganz das, was ich mir gewünscht hatte. Ich dachte, dass geht noch ein bisschen schneller. Im Finale habe ich mich dann aber sehr gut gefühlt - eigentlich auch schon vorher. Auf den letzten Metern hatte ich dann einen kleinen Strauchler an der Hürde, und Fred Isaac ist an mir vorbeigegangen. Das ist natürlich bitter für mich, aber er hat sich den Sieg absolut verdient. Von der gesamten Hallensaison nehme ich mit, dass ich sehr konstant gelaufen bin. Ich bin persönliche Bestleistung gelaufen und auch mehrfach unter meiner alten Bestleistung geblieben. Die Konstanz ist da - und ich freue mich auf jeden Fall auf den Sommer.
Aaron Giurgian (Sprintteam Wetzlar) | Dritter 60 Meter Hürden (7,88 sec)
Ich freue mich über die Bronze-Medaille, sowie über die persönliche Bestleistung, aber über die Medaille ein bisschen mehr, weil ich in den letzten Jahren nicht unbedingt zeigen konnte, was ich kann. Ich war von Verletzungen geplagt und hatte einen Trainerwechsel. Aber ich bin sehr froh, dass ich jetzt stabil laufe und zwei persönliche Bestleistungen aufstellen konnte.
Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics) | Sieger Stabhochsprung (5,60 m)
Es fühlt sich auf jeden Fall deutlich besser an, den Titel alleine zu holen. Man möchte alleine gewinnen und deshalb fühlt es sich dieses Jahr deutlich besser an. Auch wenn die Höhe nicht ganz optimal war, kann ich zumindest den Sieg heute mitnehmen. Der Wettkampf war insgesamt ein bisschen ungewöhnlich. Ich bin mit 5,60 Metern eingestiegen, der Sprung war gut. Beim letzten Versuch bei 5,70 Metern war es dann ein kleines Missverständnis im Anlauf. Ich habe schon gemerkt, dass der Abstand nicht ganz passt. Aber insgesamt bin ich zuversichtlich. Da ist auf jeden Fall noch mehr drin.
Marec Metzger (TSV Gräfelfing) | Zweiter Stabhochsprung (5,50 m)
Mein Plan heute war, einfach schöne Sprünge abzuliefern. Wir haben uns in der Technik unglaublich gesteigert. Und ja, ich wollte das unbedingt in den Wettkampf bringen. Und ich wusste, heute ist viel möglich, solange ich gute Sprünge mache. Am Anfang hat das nicht so gut funktioniert, aber dann habe ich mich in den Wettkampf reingesteigert und damit bin ich echt zufrieden.
Fabio Wünsche (SC Potsdam) | Dritter Stabhochsprung (5,50 m)
Ich bin schon sehr zufrieden - Bronze bei einer Deutschen Meisterschaft ist super. Klar, ich wäre natürlich gerne höher gesprungen, aber ich kann damit gut leben. Ich freue mich heute eigentlich mehr über die Höhe. Ich weiß, wenn Torben höher gesprungen wäre, dann hätte ich kein Bronze geholt, daher bin ich super glücklich mit der persönlichen Bestleistung.
Kira Wittmann (Hannover 96) | Siegerin Dreisprung (13,94 m)
Der Titel ist auf jeden Fall mega, mega. Die Weite war eine Saisonbestleistung - und genau das möchte man ja beim Höhepunkt abrufen. Das habe ich geschafft. Die 14 Meter wären natürlich noch ein Ticken schöner gewesen, aber insgesamt bin ich wirklich voll zufrieden. Es war kein einfacher Wettkampf, weil es aufgrund technischer Probleme viele Unterbrechungen gab. Aber ich konnte mich immer wieder sammeln, neu fokussieren und am Ende noch einmal eine Weite im 90er-Bereich springen. Der Grundstein für den Sommer ist gelegt und darauf kann aufgebaut werden.
Caroline Joyeux (LG Nord Berlin) | Zweite Dreisprung (13,84 m)
Ich bin generell sehr zufrieden. Ich habe mich heute gut gefühlt, und das war schön. Vor allem bin ich gesund - das ist das Wichtigste. Die letzte Woche war etwas schwierig für mich, und ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt starten kann. Deshalb bin ich froh, dass ich hier noch einmal eine gute Leistung zeigen konnte. Natürlich ist es ein bisschen schade, dass ich die 14 Meter für die Hallen-WM nicht geknackt habe. Aber trotzdem kann ich sehr stolz auf mich und meinen Körper sein. Die Atmosphäre hier ist immer sehr, sehr toll. Die Verzögerungen waren etwas ärgerlich, aber damit muss man umgehen können. Und das Miteinander im Dreisprung ist sowieso immer toll.
Sarah-Michelle Kudla (LG Nord Berlin) | Dritte Dreisprung (13,59 m)
Grundsätzlich bin ich schon zufrieden. Eine Medaille war mein Mindestziel - und das habe ich geschafft. Die letzten zwei Wochen waren für mich nicht ganz einfach. Ich hatte viele Wettkämpfe hintereinander und habe mich ein bisschen erschöpft gefühlt. Auch die letzten Sprungeinheiten liefen nicht optimal. Deshalb habe ich einfach gehofft, eine Medaille zu holen. Das ist mir jetzt gelungen - und draußen wird wieder angegriffen. Der Wettkampf war leider ein bisschen durcheinander. Ich habe mitbekommen, dass die Messanlage nicht ganz funktioniert hat und sich alles gezogen hat. Aber ich hatte trotzdem Spaß.
Imke Onnen (Cologne Athletics) | Siegerin Hochsprung (1,91 m)
Die Leistung war auf jeden Fall gut. Ich war super konstant, gerade die Sprünge waren stabil. Wenn ich die 1,94 Meter so hätte bestätigen können, wäre ich vermutlich in die Warteliste für die Weltmeisterschaft rein gerutscht. Das wäre natürlich perfekt gewesen. Jetzt heißt es leider abwarten und hoffen - vielleicht reicht es ja noch. Ich nehme von heute viel Selbstvertrauen und die Atmosphäre mit. Mit dem Trainerwechsel ist gerade noch vieles neu und im Aufbau. Heute hat es aber richtig gut funktioniert. Das gibt mir Sicherheit, weil man manchmal das Gefühl hat, es klappt gar nichts.
Bianca Stichling (TSV Bayer 04 Leverkusen) | Zweite Hochsprung (1,88 m)
Ich hatte auf jeden Fall Spaß beim Springen und war eigentlich von Anfang an gut drauf, schon beim Einspringen. Das hat mir richtig Freude gemacht. Ich wollte heute auf jeden Fall die 1,88 Meter springen. Ich glaube, ich bin schon vier Mal die 1,84 Meter gesprungen - das wollte ich nicht noch einmal so stehen haben. Der Anlauf muss noch ein bisschen konstanter werden, dann sind noch höhere Höhen drin.
Dorothea Gantert (SpVg Laatzen) | Dritte Hochsprung (1,84 m)
Das war heute echt unbeschreiblich. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet - es kam komplett überraschend. Das Einspringen hat sich schon gut angefühlt, deshalb bin ich bei 1,70 Meter eingestiegen. Dann sind die gut gekommen, dann die 1,75 Meter und dann auch die 1,80 Meter im Ersten. Und dann bei den 1,84 Meter dachte ich nur: Ey, das sieht doch gar nicht so hoch. Dass es dann direkt im ersten Anlauf klappt, ist einfach Wahnsinn. Eigentlich wollte ich nur teilnehmen. Ich war schon total stolz, überhaupt hier dabei zu sein, bei so einem starken Teilnehmerfeld. Allein das ist schon eine riesige Leistung. Ich bin mit dem Gedanken reingegangen: Hab Spaß und genieß es. Dass es dann so ausgeht, ist einfach unglaublich.
Johanna Martin (1. LAV Rostock) | Siegerin Vorlauf 400 m (51,92 sec)
Ich fand den Lauf sehr gut. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich irgendwo eingebrochen bin. Natürlich habe ich mit der WM-Norm geliebäugelt. Mal schauen, ob ich das morgen noch schaffe. Und falls nicht, ist das auch kein Problem. Mein Ziel war es, unter 52 zu laufen - das habe ich geschafft. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus.