2024 gewann M50-Kugelstoßer Andy Dittmar (BIG Basketball in Gotha) den Titel „Masters-Leichtathlet des Jahres“, dieses Mal holte er „Silber“. Trotzdem herrscht beim Thüringer darüber große Freude, zumal es für ihn zusätzlich eine Auszeichnung auf europäischer Ebene gab. Dass die Größe der Kugel eine bedeutende Rolle für ihn spielt und dass er bei der Hallen-EM in Toruń Ende März vielleicht sogar in mehrfacher Hinsicht im Rampenlicht stehen könnte, verrät Andy Dittmar im Interview.
Andy Dittmar, herzlichen Glückwunsch zu Platz zwei bei der Wahl zum „Masters-Leichtathleten des Jahres“, was sagen Sie, sozusagen als „Titelverteidiger“, zu der Platzierung?
Andy Dittmar:
Ich freue mich sehr, denn ein „nur“ Platz zwei gibt es nicht. Das Votum der Leichtathletik-Community, unter die ersten Drei gewählt zu werden, das macht mich schon stolz. Was danach passiert, ist Zuschlag. Als ich dann gehört habe, dass Roland Gröger von der Fach-Jury zum „Masters-Leichtathleten des Jahres“ gewählt wurde, habe ich gesagt, er hat es absolut verdient. Ich habe definitiv Platz zwei gewonnen.
Gewonnen haben Sie aber auch eine Wahl. Und zwar die des Europäischen Masters-Leichtathletik-Verbandes EMA. Dort wurden Sie für ihre beiden Weltrekorde in der Halle und draußen als bester Athlet 2025 in der Disziplin-Kategorie Wurf ausgezeichnet. Verdient, oder?
Andy Dittmar:
Absolut verdient, und das macht mich richtig stolz. In der Folge habe ich auch schon zahlreiche Glückwünsche und insgesamt viel Feedback quer durch Europa erhalten. Die Auszeichnung bezieht sich auf alle fünf Disziplinen, den Wurf-Fünfkampf noch obendrauf gerechnet. Mit so einem Ding habe ich nicht gerechnet. Ich wurde dann gefragt, ob ich in Toruń bei der Masters-Hallen-EM starte, weil diejenigen, die da sind, werden dort wohl geehrt. Ich habe schon alles frühzeitig mit Hotel und Meldung fertig gemacht und hoffe, dass es dort dann zeitlich passt.
Ihr Freiluft-Weltrekord steht ja nun seit dem 20. September 2025 bei 18,90 Metern. Jucken Sie die 19 Meter noch für 2026?
Andy Dittmar:
Nein, das muss ich ganz ehrlich sagen. Das war ein Tag, an dem alles zusammengepasst hat. An dem Tag hatte auch noch mein Vater Geburtstag. Ich wusste, dass es danach noch zu einer schönen Feier geht. Das Wetter war gut, die Sonne hat gelacht, die Bedingungen stimmten. Wenn es dann so einen Tag gibt, Haken dran, ich bin zufrieden mit der Weite.
Sie blicken in Ihrer Wettkampfplanung ja international nicht nur auf das gerade angefangene Jahr. Bei der WM in Daegu sind Sie diesen Sommer nicht dabei. Wohl aber im Sommer 2027 bei der EM in Jyväskylä in Finnland. Warum ist das so?
Andy Dittmar:
Da geht es auch immer um eine Orientierung oder die Planung des Familienurlaubs. Da muss ich mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit abstimmen. Und es geht auch immer um Motivation und Mindset, ich nehme mir gern Ziele fest vor.
Sie haben bei Ihrer Wahl im vergangenen Jahr über die „Trainingsgruppe Sonnenschein“ berichtet. Bestehend aus Ihnen, Ihrem Sohn Lenny und Masters-Athletin Carmen Hildebrandt. Haben Sie gemeinsam immer noch so viel Spaß und Freude?
Andy Dittmar:
Ja, wir haben bei jedem Training Spaß, egal wann, auch am Sonntagmorgen zum Beispiel. Das Kugelstoßen machen wir immer gemeinsam zu dritt. Dass Lenny wegen seines Studiums jetzt weniger Trainingseinheiten absolvieren kann, beeinflusst das keineswegs.
2024 sind Sie in die Altersklasse M50 gewechselt. Das Gewicht der Kugel änderte sich von 7,26 Kilogramm auf 6,00 Kilogramm. Sie sind damals an den Hersteller herangetreten, um Kugeln mit möglichst gleichem Durchmesser wie bisher zu bekommen, warum?
Andy Dittmar:
Ich habe mich an den Maximal-Durchmesser von 130 Millimetern gewöhnt. Ein Freund von mir hat dann ganz akribisch bei den Gremien Bedenken geäußert, warum ein geringeres Gewicht auch eine kleinere Kugel verlangt. Und dann wurden die Regeln angepasst. Über den Sportartikelhersteller habe ich inzwischen zwei hervorragende M50-Kugeln mit 130 Millimetern Durchmesser bekommen.
Und bei der nächsten Umstellung in der M60 auf 5,00 Kilogramm?
Andy Dittmar:
Das ist noch so lange hin ... (lacht). Damit habe ich mich bisher noch gar nicht beschäftigt. Allerdings wurden die WMA-Regeln, was den Durchmesser der Kugel angeht, auch für die fortlaufenden Altersklassen und geringeren Gewichte entsprechend geändert.
Sie haben im Interview vor einem Jahr gesagt, dass Sie jede Saison bestimmte Weiten erreichen wollen. Welche Ziele und Weiten haben Sie sich für die aktuelle Hallensaison gesetzt?
Andy Dittmar:
Da ist es aktuell noch schwierig, eine Prognose abzugeben. Das weiß ich dann ab Sonntag, 25. Januar, da stehen die Thüringer Landesmeisterschaften an. Kugelstoßen ist allerdings schon um zehn Uhr morgens. Ich stoße die ganze Hallensaison bis dahin gegen eine Wand. Erst bei den Wettkämpfen sieht man, wie weit die Kugel fliegt. Und die Hallensaison ist noch lang. Aber ganz klar: Der Hallen-Weltrekord steht bei 18,15 Metern. Mein Ziel sind 18,16 Meter, immer vorausgesetzt, ich bleibe gesund.