Bereits während seiner Schulzeit entdeckte Hans Schulz, der am 2. Februar seinen 80. Geburtstag feiert, seine Liebe zur Leichtathletik – und bis heute schlägt sein Herz für diese olympische Sportart. Fast 25 Jahre lang war er Vorsitzender des Vereins „Freunde der Leichtathletik“.
Hans Schulz ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass man etwas erreichen kann, wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat und es mit Konsequenz verfolgt. Der Hertener, der am Montag sein 80. Lebensjahr vollendet, brachte es vom Grubenschlosser zum Schulleiter der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule in Recklinghausen – mit Fleiß, Willenskraft und ausgeprägter Teamfähigkeit. Fähigkeiten, die er unter Tage erlernte, halfen ihm später auch in der Leichtathletik, wo der frühere Sprinter und Hürdenläufer als Funktionär viel bewegte. Er hinterlässt Spuren, von denen auch kommende Generationen noch profitieren werden.
Mit Freundlichkeit, Verhandlungsgeschick und seinem überzeugenden Auftreten baute sich Hans Schulz im Laufe der Jahre ein weit verzweigtes Netzwerk auf, um seine Vorstellungen zum Wohle der Leichtathletik umzusetzen. Als eine der profiliertesten Persönlichkeiten des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) pflegte er enge Kontakte zum Deutschen Leichtathletik-Verband, zu den Landesverbänden, zum Land NRW sowie zu zahlreichen Städten und Gemeinden. Seine Stimme fand stets Gehör – und bis heute schätzt man ihn als fachkundigen und interessierten Gesprächspartner.
Gute Kontakte in die Politik
Während seiner Amtszeit pflegte Hans Schulz auch einen kurzen Draht zu den Stadtspitzen – etwa zu Dortmunds früherem Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Hans Schulz erinnert sich: „Ich habe ihm damals gesagt, dass wir in Dortmund nur noch Deutsche Hallenmeisterschaften austragen können, wenn uns – wie in Leipzig – sechs Rundbahnen zur Verfügung stehen. Ullrich Sierau ließ die Pläne prüfen, schaute sich die Halle in Leipzig persönlich an, und seit 2020 haben wir sechs Rundbahnen in Dortmund.“
Auch beim Ausbau des Wattenscheider Lohrheidestadions führte Hans Schulz zahlreiche Gespräche mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung, unter anderem mit Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz sowie mit Detlef Berthold und Werner Stürmann aus der NRW-Staatskanzlei. Seine Bemühungen trugen Früchte: Anlässlich der FISU World University Games 2025 erstrahlte das modernisierte Stadion im vergangenen Jahr in neuem Glanz. Doch damit nicht genug: Während seines unermüdlichen Engagements im FLVW holte Schulz zahlreiche Deutsche Meisterschaften und hochkarätige Veranstaltungen nach Westfalen. Immer an seiner Seite: seine Ehefrau Kornelia, die seit Jahrzehnten Verständnis für sein zeitintensives Engagement zeigt und ihn oft zu Veranstaltungen begleitet.
Über Jahre als Sarter gesetzt
Seine eigene sportliche Karriere musste der Hertener 1964 wegen eines Muskelrisses vorzeitig beenden. Der Leichtathletik blieb er dennoch treu: Er engagierte sich im Kampfrichterwesen und machte sich im Deutschen Leichtathletik-Verband schnell als Starter einen Namen. Der „Mann mit der Pistole“ war unter anderem beim Weltcup 1977 in Düsseldorf, bei zwei Europacup-Veranstaltungen, bei 30 Länderkämpfen und bei 45 Deutschen Meisterschaften im Einsatz. 1977 vertrat er den DLV zudem beim Europäischen Kampfrichterkongress in München.
Im FLVW genoss Hans Schulz als umsichtiger Organisator und pragmatischer Problemlöser großes Vertrauen. Von 2005 bis 2016 engagierte er sich als Präsidiumsmitglied und Vorsitzender des Verbands-Leichtathletik-Ausschusses für die westfälische Leichtathletik. Seit 2017 ist er Ehrenmitglied des FLVW, der mit 1,2 Millionen Mitgliedern in 2.400 Vereinen zu den größten Sportfachverbänden Deutschlands zählt.
„Freunde der Leichtathletik“ als Herzensprojekt
Eine besondere Herzensangelegenheit ist für Hans Schulz der Verein „Freunde der Leichtathletik“. 1993 übernahm er den Vorsitz der gemeinnützigen Initiative, die durch Mitgliedsbeiträge und Spenden hoffnungsvolle Nachwuchsathletinnen und -athleten unterstützt. Mit Kompetenz, Engagement und Weitsicht führte er den Verein über viele Jahre.
Seit 2017 ist er Ehrenvorsitzender – und noch heute steht er dem Förderverein mit Rat und Tat zur Seite. Die Liste der Ehrungen, die Hans Schulz für seine Verdienste erhalten hat, ist beeindruckend. Zu seinen bedeutendsten Auszeichnungen zählen der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (2024), der Hanns-Braun-Preis des DLV (2015), das Bundesverdienstkreuz (2013), die Sportplakette des Landes NRW (2011) und der DLV-Ehrenschild (2004).
Foto: 2024 erhielt Hans Schulz aus den Händen von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst den NRW-Verdienstorden.