Bei den 25. Deutschen Meisterschaften im Ultratrail haben sich am Samstag in Nesselwang Lisa Wimmer und Johannes Wingenfeld durchgesetzt. Beide siegten ungefährdet mit neuen Streckenbestzeiten.
70 Kilometer mit teils steilen Anstiegen und technischen Passagen: Dieser Herausforderung stellten sich am Samstag bei den Deutschen Meisterschaften im Ultratrail 329 Teilnehmende des "Mountainman Nesselwang", darunter rund 200 DM-Starterinnen und -Starter. Während der ersten drei Stunden sorgten die Nachwirkungen eines Gewitters in den frühen Morgenstunden zusätzlich für rutschigen Untergrund, bevor gegen Mittag dank strahlendem Sonnenschein tolle Bergsicht in die Tannheimer Berge, ins Allgäu und auf das Zugspitzmassiv herrschte.
Bei den Männern war es Toni Seewald (SC Gaißach), der zunächst Druck machte und das Feld nach zehn Kilometern anführte. Am Ende des langen Flachstücks bis zur Talstation der Breitenbergbahn bei Kilometer 19 schlossen die mitfavorisierten Pierre-Emmanuel Alexandre (TV Schriesheim), Hannes Namberger (SV Ruhpolding) und Johannes Wingenfeld (Ultratrailrunning Erlangen) auf. Zu viert bewältigten die Führenden den Anstieg zum Breitenberg sowie den darauf folgenden Abstieg ins Achtal. Nach 30 Kilometern folgte die Attacke von Johannes Wingenfeld und Pierre-Emmanuel Alexandre, die sich schließlich von den Konkurrenten absetzen konnten.
Streckenrekorde für Wingenfeld und Wimmer
Der nächste Aufstieg auf den Edelsberg bei Kilometer 43 und die Passage zur Alpe Stubental bei Kilometer 50 brachten die Entscheidung zugunsten von Johannes Wingenfeld. Auf den noch zwei folgenden längeren und steilen Anstiegen und dem Downhill bis zum Grüntensee bei Kilometer 61 lief der Vorjahresdritte rund sechs Minuten Vorsprung heraus, den er auf den letzten neun Kilometern entlang des Sees und dann über welliges Gelände in Richtung Ziel sogar noch ausbauen konnte. Mit 6:28:08 Stunden erzielte er eine neue Streckenbestzeit.
Silber holte sich Pierre-Emmanuel Alexandre in 6:37:06 Stunden. Im Kampf um Bronze fing Marcel Höche (Harz-Gebirgslauf Wernigerode; 6:46:09 h) noch Toni Seewald ab, der in 6:51:33 Stunden Vierter wurde. Hannes Namberger komplettierte in 7:06:54 Stunden die Top Fünf.
Auch die neue Deutsche Meisterin bejubelte eine neue Streckenbestzeit: Lisa Wimmer (Ultratrailrunning Erlangen) kam nach 7:32:03 Stunden ins Ziel. Sie hatte 30 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte Sophia Reuß (Laufarena Allgäu; 8:02:24 h). Der Rückstand der Drittplatzierten Evi Gundelius (SSC Jachenau; 8:02:46 h) auf Sophia Reuß betrug lediglich 22 Sekunden. Und auch die Viertplatzierte Miria Meinheit (TSV Penzberg), die zu den Mitfavoritinnen gezählt hatte, folgte nur zwölf Sekunden später.
Gold und Bronze für Teams vom "Trailrunning Squad"
Die Frauen-Teams vom Verein Trailrunning Squad durften sich über Gold und Bronze freuen. Sarah Mexner, Jaste Nissen und Katja Schneiders sicherten sich in 30:03:33 Stunden den Meistertitel. Die Vereinskolleginnen Saskia Blatt, Katja Kletke und Sarah Gnoycke ergatterten mit 37:11:40 Stunden Platz drei. Silber ging an das Team von Spiridon Frankfurt mit Stefanie Scherer, Anna Jansen und Silke Herrmann, das 35:50 Minuten Rückstand auf das Team der Siegerinnen hatte.
Die Mannschaftswertung der Männer gewann das Team von Ultratrailrunning Erlangen (Johannes Wingenfeld, Benjamin Bublak, Stefan Meyer) in 22:57:17 Stunden, Rang zwei ging an das Team des TSV Dinkelsbühl (Lukas Lipp, Andre Ahamer, Michael Lutz) in 25:43:23 Stunden. Bronze gewann mit 25:51:45 Stunden die DJK SC Vorra (Sven Starklauf, Christian Schlapp, Daniel Sauer).
Eine Masters-Wertung gab es nur bei den Männern. Hier gewann der TV Refrath (Manuel Skopnik, Olaf Mennicken, Alexander Hoerniss) in 29:36:01 Stunden vor der LG Ultralauf (Adam Hetmanski, Klaus Haake, Andreas Weber; 31:50:59 h) und dem TSV Lichtenwald (Karlheinz Dravec, Wolfgang Hohlbauch, Gunther Krapf; 34:41:30 h).
Die kompletten Resultate finden Sie hier.