Bei den Paavo Nurmi Games in Turku haben Florian Bremm und Frederik Ruppert am Mittwochabend einen Doppelsieg über 5.000 Meter eingefahren. Beide blieben dabei zum ersten Mal unter der 13-Minuten-Marke und sortierten sich damit auf den Plätzen drei und vier der ewigen deutschen Bestenliste ein. Bremm siegte in 12:56,80 Minuten vor Ruppert, der nach 12:57,61 Minuten im Ziel war.
Das Beste kam am Mittwochabend bei den Paavo Nurmi Games in Turku (Finnland) aus deutscher Sicht zum Schluss: Über 5.000 Meter waren Florian Bremm (Franconia Athletics) und der frischgebackene Hindernis-Europarekordler Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen) im Einsatz. Die ersten Runden bestritten die Läufer aufgereiht wie an einer Perlenschnur, bevor sich das Feld stetig immer weiter auseinanderzog. Das deutsche Duo blieb stets in Schlagdistanz. Auf der vorletzten Runde übernahm Florian Bremm die Führung, dicht gefolgt vor seinem Teamkollegen.
Mit dem Klang der Glocke zog dann der Hindernisspezialist das Tempo an und einzig Florian Bremm konnte mitgehen. Die beiden setzten sich deutlich ab und lieferten sich ein knappes Finish. Dabei hatte schließlich der Langstrecken-Spezialist die Nase vorn: Bremm siegte in Weltjahresbestzeit von 12:56,80 Minuten, Ruppert folgte in 12:57,61 Minuten – hinter Habtom Samuel aus Eritrea, der Ende Mai 12:57,22 Minuten gelaufen war, und Xiamen-Sieger Addisu Yihune (Äthiopien; 12:57,32 min) momentan Rang vier der Welt.
Damit reihten sie sich auf Platz vier der ewigen deutschen Bestenliste ein, einzig der Deutsche Rekordler Mohamed Abdilaahi (12:53,63 min) und Langstreckenlegende Dieter Baumann (12:54,70 min) liegen noch vor ihnen. Darüber hinaus blieb bislang kein deutscher Langstreckler unter 13 Minuten. Selbstredend hakte das deutsche Duo auch die EM-Norm von 13:08,00 Minuten ab. Dritter in dem Rennen wurde Egide Ntakarutimana (Burundi) in Bestzeit von 12:59,45 Minuten, der Äthiopier Getnet Wale (13:03,95 min), über die Hindernisse dreimal Vierter bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, hatte das Nachsehen.
Niklas Buchholz läuft EM-Norm
Ein weiterer DLV-Läufer hatte in Turku zuvor mit einer starken Leistung vorgelegt. Niklas Buchholz (Franconia Athletics), Trainingskollege von Florian Bremm, belegte über 3.000 Meter Hindernis in 8:15,27 Minuten Rang vier, es siegte Mohammed Tindoufti aus Marokko in 8:11,52 Minuten. Für den DLV-Athleten war es das zweitschnellste Rennen seiner Karriere, er hakte damit auch die EM-Norm für Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August) ab. Velten Schneider (VfL Sindelfingen) wurde in 8:32,47 Minuten Zehnter.
Der Diskuswurf der Männer sowie das Kugelstoßen der Frauen fanden mit doppelter deutscher Beteiligung statt. Mit dem Diskus lag Henrik Janssen (SC Magdeburg; 65,11 m) diesmal wieder vor Steven Richter (LV 90 Erzgebirge; 62,96 m), die beiden landeten auf den Plätzen sechs und sieben. Mit 69,13 Metern zeigte der slowenische Europameister Kristjan Ceh eine Weltklasse-Leistung.
Im Kugelstoßen hielt die zweimalige Weltmeisterin Chase Jackson (USA; 20,66 m) die amtierende Weltmeisterin Jessica Schilder (Niederlande; 20,18 m) in Schach. Für Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge) gingen auf Rang sechs 18,70 Meter in die Ergebnisliste ein, einen Platz dahinter folgte Alina Kenzel (VfB Stuttgart) mit 18,08 Metern. Eine Weltklasse-Weite erzielte auch Hammerwurf-Weltmeisterin Camryn Rogers, die Kanadierin feuerte ihr Wurfgerät auf 80,09 Meter. Aileen Kuhn (Eintracht Frankfurt; 66,70 m) verpasste als Neunte den Endkampf.
Majtie Kolberg über 1.500 Meter schnell wie nie
Mittelstrecklerin Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) überzeugte über 1.500 Meter. In 4:05,67 Minuten blieb sie vier Zehntel unter ihrer Bestzeit (4:06,06 min), die sie unter dem Hallendach aufgestellt hatte. In Turku war diese Zeit gleichbedeutend mit Rang drei hinter Gabriela DeBues-Stafford (Kanada; 4:04,40 min) und Joceline Wind (Schweiz; 4:05,45 min). Bei den Männern bezwang Mohamed Attaoui aus Spanien in Bestzeit von 3:31,82 Minuten den Belgier Ruben Verheyden (3:32,71 min).
Die 3.000 Meter Hindernis gewann Alemnet Wale (Äthiopien; 9:16,18 min), als Dritte freute sich U23-Europameisterin Ilona Mononen vor Heimpublikum über einen neuen finnischen Rekord von 9:18,50 Minuten. Adia Budde (9:43,14 min) wurde Zehnte. Im Stabhochsprung war Shootingstar Emmanouil Karalis, der über 6,00 Meter flog, eine Klasse für sich, Gleiches galt bei den Frauen für Imogen Ayris (Neuseeland) mit 4,81 Metern. Im Hochsprung floppte Yuliya Levchenko (Ukraine) als Einzige über 1,97 Meter, den Weitsprung dominierte Monae' Nichols aus den USA mit 6,88 Metern.
Über 400 Meter Hürden gewann der Slowene Matic Ian Gucek in 48,47 Sekunden. Die Schnellste über 100 Meter Hürden war die US-Amerikanerin Rayniah Jones (12,60 sec), gefolgt von der Finnin Saara Keskitalo, die ihre Bestzeit vor Heimpublikum auf 12,81 Sekunden schraubte. Über 100 Meter flach lagen bei Gegenwind Minke Bisschops (Niederlande; 11,25 sec) und Romell Glave (Großbritannien; 10,16 sec) vorn.
Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...