Beim Diamond League-Meeting in Eugene am Samstag treffen unter anderem die Weitsprung-Olympiasiegerinnen Malaika Mihambo und Tara Davis-Woodhall aufeinander. Die 3.000 Meter Hindernis nehmen Gesa Felicitas Krause und Lea Meyer in Angriff. Im Vorprogramm am Freitag gehen Hammerwerfer Merlin Hummel und Langstreckler Mohamed Abdilaahi an den Start.
Wenn es so etwas wie das „Herz der internationalen Leichtathletik“ gibt, dann ist es das Hayward Field der University of Oregon in Eugene (USA). Der Mythos dieser Sportstätte hat sich über Jahrzehnte aufgebaut. Die Tradition des zentralen Meetings „The Prefontaine Classic“ geht bis ins Jahr 1975 zurück und ist seit 2010 Teil der Diamond League. Wie groß die Anziehungskraft ist, zeigen die Startlisten der bevorstehenden Ausgabe am Freitag und Samstag (3./4. Juli).
Dazu reicht schon der Blick auf das Starterfeld der Hürdensprinterinnen im Hauptprogramm am Samstag. Angeführt wird es von Weltrekordlerin Tobi Amusan (Nigeria; 12,12 sec). Die „langsamste“ Bestzeit im Feld der neun Athletinnen bringt Hallen-Weltrekordlerin Devynne Charlton (Bahamas) mit 12,37 Sekunden mit. Bei den Männern geht Ja'kobe Tharp (USA) über 110 Meter Hürden in den Startblock. Der US-Amerikaner kehrt zurück in das Stadion, in dem er bei den US-College-Meisterschaften mit seinem Weltrekord (12,75 sec) überrascht hatte.
Trotz Anreise über den Atlantik lässt sich Weitspringerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) die Atmosphäre nicht entgehen. In Eugene hatte die 32-Jährige 2022 ihren zweiten WM-Titel gewonnen. Die Olympiasiegerin von 2021 trifft auf die amtierende Weltmeisterin und Olympiasiegerin von 2024 Tara Davis-Woodhall (USA), die in diesem Sommer schon bis auf 7,20 Meter geflogen ist. Auch schon die 7,00-Meter-Marke übertroffen haben in diesem Jahr die US-Amerikanerinnen Alyssa Jones (7,09 m) und Alexis Brown (7,07 m).
Gesa Felicitas Krause und Lea Meyer über die Hindernisse
Nicht nur gute Erinnerungen an das Hayward Field hat Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier). Die Hindernisspezialistin stieg etwa im vergangenen Jahr beim Diamond League-Meeting dort aus, ausgebremst durch einen Rippenbruch. 2021 lief sie in 9:07,61 Minuten in Eugene allerdings auch die drittschnellste Zeit ihrer Karriere. Und für ihren Saisonauftakt auf ihrer Spezialstrecke bringt die 33-Jährige, die schon 2011 in ihrem ersten WM-Finale stand, die besten Wettkampf-Zubringerwerte ihrer Karriere mit: Über 1.500 Meter (4:04,28 min) und 3.000 Meter (8:45,34 min) ist die zweimalige Europameisterin mit Bestzeiten in ihre Bahnsaison gestartet.
Neben Gesa Krause mischt bei den Frauen auch Lea Meyer (VfL Löningen) schon seit ihrem überraschenden EM-Silber 2022 in der internationalen Spitze mit. Die Olympia-Zehnte hat schon wieder 9:13,67 Minuten stehen und ist damit dicht dran an ihrer Bestzeit von 9:09,21 Minuten. Auch die großen Titelträgerinnen der vergangenen Jahre haben sich angekündigt: Die Olympiasiegerin von 2021 Peruth Chemutai (Uganda), die schon die beiden Diamond League-Stationen in China (8:51,47 min & 8:51,09 min) gewonnen hatte, die Olympiasiegerin von 2024 Winfred Yavi (Bahrain) und Weltmeisterin Faith Cherotich (Kenia).
Yemisi Mabry gegen Weltmeisterinnen Jessica Schilder und Chase Jackson
Die komplette Weltelite trifft wieder im Kugelstoßen der Frauen aufeinander. Olympiasiegerin Yemisi Mabry (MTG Mannheim) hatte sich am Sonntag in Paris (Frankreich; 19,93 m) wieder der 20-Meter-Marke genähert, nur Sarah Mitton (Kanada; 19,99 m) war dort noch etwas besser. 21-Meter-Stoßerin und Weltmeisterin Jessica Schilder (Niederlande; 19,88 m) erwischte dagegen keinen sehr guten Versuch. Wieder dabei ist auch Hallen-Weltmeisterin Chase Jackson (USA).
Bei den Männern geht unter anderem der dreimalige Olympiasieger Ryan Crouser (USA) in den Ring. Im Diskuswerfen trägt der Jamaikaner Roje Stona diesen Titel und bekommt es unter anderem mit Weltrekordler Mykolas Alekna (Litauen) zu tun.
Robert Farken setzt über die Meile den Schlusspunkt
Über 800 Meter wird sich zeigen, welche Antwort Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (Großbritannien) auf die beiden Rennen unter 1:54,00 Minuten der Schweizerin Audrey Werro findet, die diesmal nicht am Start ist. Die 100 Meter der Frauen dürften auf das nationale Duell USA gegen Jamaika hinauslaufen. Die US-Farben vertreten unter anderem Weltmeisterin Melissa Jefferson-Wooden und ihre Vorgängerin Sha'Carri Richardson. Jamaika schickt Shericka Jackson und die Clayton-Zwillingsschwestern Tia und Tina ins Rennen.
Traditionell fester Bestandteil des Programms ist das Rennen über die Meile der Männer, das den Schlusspunkt des Meetings setzen wird. Der Deutsche Rekordler Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig; 3:48,83 min) hat die 3:50,00 Minuten in diesem Sommer schon in Oslo (Norwegen; 3:49,74 min) unterboten. Das Rennen dort gewann der 1.500 Meter von 2019 Timothy Cheruiyot (Kenia; 3:48,21 min), der genauso wieder am Start ist wie Nordamerika-Rekordler Yared Nuguse (USA; 3:43,97 min). Dazu kommt Vorjahressieger Niels Laros (Niederlande; 3:45,94 min). Bei den Frauen führt Weltrekordlerin Faith Kipyegon (Kenia) das Feld der Teilnehmerinnen an.
Vorprogramm mit Merlin Hummel und Mohamed Abdilaahi
Schon am Freitag (3. Juli) beginnt das Prefontaine Classic mit Wettbewerben außerhalb der Diamond League-Kategorie. Schlusspunkt ist hier die eher selten gelaufene Strecke von zwei Meilen – mit Mohamed Abdilaahi (Colgone Athletics), der bei seinem Diamond League-Sieg in Keqiao (China) den Deutschen Rekord über 3.000 Meter auf 7:25,77 Minuten gesteigert hatte.
Über zwei Meilen wird weder ein Deutscher Rekord noch eine DLV-Bestleistung geführt. Die schnellste Zeit eines DLV-Läufers über diese Strecke in den Statistiken des Weltverbandes World Athletics sind 8:10,78 Minuten, erreicht von Arne Gabius unterm Hallendach in Birmingham (Großbritannien) im Jahr 2012. Die Strecke ebenfalls in Angriff nehmen wollen in Eugene unter anderem der Olympia-Dritte über 5.000 Meter Grant Fisher (USA) oder 5.000-Meter-Europarekordler Andreas Almgren (Schweden).
Eröffnet werden die Wettkämpfe mit dem Hammerwurf der Männer. Der WM-Zweite Merlin Hummel (Eintracht Frankfurt) sowie Olympiasieger und Weltmeister Ethan Katzberg (Kanada) haben die 80 Meter und noch mehr im Visier. In diesem Jahr haben diese Marke auch der WM-Vierte Mykhaylo Kokhan (Ukraine; 82,38 m) und der WM-Fünfte Rudy Winkler (80,88 m) schon übertroffen.
Über 400 Meter der Frauen ist ein Duell angesetzt: Olympiasiegerin Marileidy Paulino (Dominikanische Republik) gegen die Olympia-Zweite Salwa Eid Naser (Bahrain). In den Diskusring geht unter anderem Olympiasiegerin Valarie Sion (USA), auf die 800 Meter der Männer Shooting-Star Cooper Lutkenhaus (USA).
Die Meetings der Diamond League werden kostenpflichtig von sporteurope.tv übertragen. Der Stream aus Eugene beginnt am Samstag, 04. Juli um 21.45 Uhr. Zusammenfassungen werden im Anschluss an das Meeting auf sportschau.de und zdf.de veröffentlicht.