Ins Rampenlicht rücken am zweiten DM-Wochenende im Juli erstmals die Athletinnen und Athleten des Jahrgangs 2011, die bei der U16-/U20-DM an der Seite der U20-Talente, die um die U20-WM-Startplätze kämpfen, ihre DM-Premiere feiern. Schauplatz der Titelkämpfe ist erneut das Wattenscheider Lohrheidestadion.
Der Leichtathletik-Sommer im Ruhrgebiet geht in die nächste Runde: Die zweite „Ladung“ DM-Titel wird von Freitag bis Sonntag (10. bis 12. Juli) im Wattenscheider Lohrheidestadion vergeben. Ins Rampenlicht rücken dabei die Athletinnen und Athleten des Jahrgangs 2011, die erstmals ihr Talent auf der DM-Bühne unter Beweis stellen.
Spannung versprechen unter anderem die 80 Meter Hürden. Gleich fünf M15-Athleten unterboten die Elf-Sekunden-Marke mit Fabian Stadie (SG Egelsbach 1874; 10,48 sec) in der Poleposition. Über 300 Meter Hürden könnte es auf ein sächsisches Duell hinauslaufen. Fast gleichauf stehen hier Bastian Arnold (Dresdner SC 1898; 40,90 sec) und Johannes Zschau (SC DHfK Leipzig; 40,99 sec) deutlich vor der Konkurrenz an der Spitze.
Nicht minder spannend: die 3.000 Meter. Fast gleichauf liegen Leopold Ballmann (LG Würm Athletik; 8:58,16 min) und Ian Mac Hennig (VfL Wolfsburg; 8:58,37 min), die deutlich vor der Konkurrenz schon Zeiten unter neun Minuten angeboten haben. In gleich zwei Disziplinen führt Nander Kröckert (Turnklub Grevenbroich) die Meldeliste an: über 300 (35,59 sec) und 800 Meter (1:57,17 min). Der Leipziger Julius Wiedemann (4:35,29 min) hat über 1.500 Meter Hindernis die schnellste Zeit vorgelegt.
Cedric Zibelius schnell und sprungstark
Mit Zeiten unter elf Sekunden über 100 Meter haben Cedric Zibelius (Hamburger SV; 10,92 sec) und Bastian Arnold (Dresdner SC 1898; 10,97 sec) in diesem Sommer auf sich aufmerksam gemacht. Cedric Zibelius fliegt nicht nur über die Bahn. Er springt auch weit. Nämlich Anfang Juni auf 6,54 Meter. Das Feld der Weitspringer liegt sehr eng beieinander, was auf einen packenden Wettkampf hoffen lässt.
Der 13-Meter-Marke näherte sich Dreispringer Nick Dittrich (SV Turbine 1948 Frankenberg) mit 12,85 Metern schon deutlich an. Hochspringer Michel Rung (LG Lüneburg) floppte bisher über 1,91 Meter. Mit deutlichem Vorsprung führt Samuel Weber (KSG Gerlingen; 4,40 m) die Konkurrenz der Stabhochspringer an.
Im Kugelstoßen steigerte sich Ben Krome (LG Lippe-Süd) zuletzt auf 16,62 Meter, womit er Nico Levenhagen (1. Leichtathletik-Club Dessau; 16,31 m) von der Spitze verdrängte. Mit dem Diskus führt Douglas Pentecost (TSG Bergedorf; 57,97 m) das Feld an. Bei den Thüringer Meisterschaften in Arnstadt segelte der Speer von Louis Charles Görtz (Gothaer LAC) auf 60,10 Meter. Das mit Abstand kleinste Teilnehmerfeld ist beim Hammerwurf vertreten: Vier Athleten haben gemeldet – und es geht sehr eng zu. Zwischen dem Ersten Paul Schröder (1. TSV Bad Salzungen 1990; 51,60 m) und dem Dritten Jamie Schulze (UAC Kulmbach; 51,40 m) liegen gerade einmal 20 Zentimeter.
Lilly Förster zweimal die Nummer eins
In der weiblichen Jugend blieb noch keine der gemeldeten Sprinterinnen unter zwölf Sekunden. Der Marke am nächsten gekommen ist die Jahresschnellste Amy Strätz (SC Magdeburg; 12,10 sec). Über 300 Meter blieben bisher vier gemeldete Athletinnen unter 41 Sekunden, angeführt von Leonie Schmidt (LG Würm Athletik) mit 40,49 Sekunden. Johanna Hoffeins (LG Brillux Münster; 2:14,55 min) ist als Schnellste über 800 Meter gemeldet. Deutlichen Vorsprung zur Konkurrenz hat zumindest auf dem Papier Lilly Förster (Post-Sportverein Trier) über 3.000 Meter (9:57,97 min) und 1.500 Meter Hindernis (4:52,19 min).
Das Feld der Hürdensprinterinnen liegt sehr eng beieinander, was reichlich Spannung verspricht. Mia Brungart (LG Weserbergland) bringt die schnellste Zeit von 11,56 Sekunden mit. Als Schnellste über 300 Meter Hürden ist Alicja Bedyk (LG Stadtwerke München) mit 44,72 Sekunden gemeldet.
Als bisher einzige Geherin ist Anni Schenk (TSV Dresden) im 3.000 Meter Bahngehen unter 16 Minuten geblieben. Sie liegt mit 15:58,77 Minuten an der Spitze des Feldes, das sieben Teilnehmerinnen umfasst. Im Hochsprung sind es neun – und zwei gleichauf mit 1,72 Meter: Olivia Wolf (LG Kindelsberg Kreuztal) und Lisa Bender (TSV Baltmannsweiler). Im Stabhochsprung geht Alissa Reiter (Stabhochsprungverein Horn-Bad-Meinberg-Lippe) mit 3,60 Metern als Favoritin in die Konkurrenz.
Fällt die Sechs-Meter-Marke im Weitsprung?
Zuletzt kratzte Luka Anuschka Nemitz (LAC Berlin) mit 5,98 Metern an der Sechs-Meter-Marke im Weitsprung. Die zwölf Meter nehmen die Dreispringerinnen wie Kira Krönert (CLV Siegerland; 11,83 m) und Lina-Marie Schmietendorf (HSG Universität Greifswald; 11,82 m) ins Visier.
Im Gleichschritt nähern sich Lenya Mette (SV Halle; 14,90 m) und Jule Wechsler (LG Landkreis Roth; 14,70 m) den 15 Metern im Kugelstoßen. Im Diskuswerfen sind die beiden neben Nele Kleinschmidt (SG Gaselan Fürstenwalde; 42,57 m) ebenfalls favorisiert. Bei den Hammerwerferinnen konnte sich Ella Will (LG Reimsbach-Oppen) Ende Mai auf 50,52 Meter steigern. Miriam Ertl (LG Sempt) hat im Speerwurf mit 46,42 Metern bereits gut vorgelegt.
Für all diese Talente stellt der erste DM-Start die Feuertaufe auf der großen DM-Bühne dar. Für sie gilt es, erste Erfahrung zu sammeln, Spaß zu haben und vielleicht bei dieser Gelegenheit auch die zwei bis drei Jahre älteren U20-Athletinnen und -Athleten kennenzulernen, für die es am Wochenende im Lohrheidestadion ebenfalls um DM-Titel und zudem um den Start bei der U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August) geht (zur Vorschau auf die U20-Wettbewerbe).
Foto: Lilly Förster geht über 3.000 Meter und 1.500 Meter Hindernis als Schnellste ins Rennen.
Die Deutschen Meisterschaften U20 und U16 starten am Freitagmittag um 14:00 Uhr. Die kompletten drei Wettkampftage überträgt der Deutsche Leichtathletik-Verband im kommentierten Livestream auf YouTube. Zu den Meldelisten und Live-Ergebnissen.