Endspurt bei der U18-EM! Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist mit 72 jungen Athletinnen und Athleten nach Rieti (Italien) gereist. Wie die DLV-Talente am Sonntag in den letzten Finals abgeschnitten haben, lesen Sie hier.
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Weibliche U18
3.000 Meter
Bestzeit: Luise Brzoska erst auf der Ziellinie vom Bronzerang verdrängt
Die deutschen Läuferinnen und Läufer liefern in Rieti fast durch die Bahn starke Leistungen ab. Das galt auch für Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt). Dabei schien die 16-Jährige schon auf dem ersten Kilometer den Anschluss verloren zu haben. Doch sie kämpfte sich zurück und fand sich nach 2.000 Metern plötzlich in Schlagdistanz zu den Top Drei wieder. Schritt für Schritt holte sie auf und lag eingangs der Schlussrunde sogar auf Platz zwei hinter der Schweizerin Aimie Decrausaz, die schon weit enteilt war.
Doch Natasza Dudek (Polen) und Pauline Daumas (Frankreich) wollten sich noch nicht geschlagen geben und schlossen zur Frankfurterin auf. Dudek zog vorbei, mit Dumas lieferte sich die 16-Jährige bis zum Zielstrich ein enges Duell. Um die Winzigkeit von acht Hundertstelsekunden hatte schließlich die Französin die Nase vorn. 9:22,33 Minuten bescherten Dumas Bronze, in 9:22,41 Minuten durfte sich Luise Brzoska trotz Platz vier über eine neue Bestzeit freuen. Ihr Wunsch, die Top Fünf zu erreichen, erfüllte sich. Gold holte sich die überlegene Aimie Decrausaz mit Meisterschaftsrekord von 9:06,60 Minuten vor Dudek, die in 9:21,02 Minuten nationale U18-Bestzeit lief.
Stimme zum Wettbewerb:
Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt)
Ich wusste auf jeden Fall, dass ich um 9:20 Minuten laufen kann. Ich hatte mir den fünften Platz vorgenommen. Auf dem ersten Kilometer lief es noch nicht so gut, aber dann habe ich mich doch sehr gut gefühlt und immer weiter vorgearbeitet. Platz vier ist natürlich hart, aber ich habe trotzdem meine Erwartungen übertroffen. Mein Mindset von vornherein war, dass ich einfach alles geben möchte, was mir möglich ist. Die letzten Tage waren für mich sehr emotional, weil ich mich immer für andere genauso freue wie für mich selbst. Ich möchte noch sagen, dass wir im Laufteam sehr, sehr stolz auf uns sein können. Wir haben als Team sehr gut abgeschnitten und eigentlich alle unsere Meldeleistungen übertroffen.
100 Meter Hürden
Deutsche U18-Bestzeit und Gold: Delisha Benelisa Domingos phänomenal
Schon im Halbfinale über 100 Meter Hürden hatte Delisha Benelisa Domingos mit Deutscher U18-Bestzeit von 13,04 Sekunden aufgetrumpft. Im Finale legte sie noch eine Schippe drauf: In 13,00 Sekunden holte sie sich den Titel und hielt dabei Heimfavoritin Alessia Succo in Schach. Es war die vierte deutsche Goldmedaille bei der U18-EM in Rieti. Zum Bericht
Medley-Staffel
DLV-Sprinterinnen gut gelaunte Siebte
Als Achte hatten sich die deutschen Sprinterinnen für das Finale der Medley-Staffel qualifiziert. Und in diesem konnten sie sich in neuer Besetzung um einen Platz steigern. In 2:08,91 Minuten waren Sonja Schulte-Mäter (Eintracht Frankfurt), Lisa Fischer (TSG Niefern), Sanja Kropf (TSV Burghaslach) und Amke Bolten (MTV Aurich) mehr als eine Sekunde schneller als in der Vorrunde. Für alle vier war es nach Vorrunde und Halbfinale im Einzel bereits das dritte Rennen in Rieti.
Sonja Schulte-Mäter startete über 100 Meter nicht wie gewohnt auf der Geraden, sondern in der Kurve. Lisa Fischer legte schnelle 200 Meter auf die Bahn, bevor Sanja Kropf über die ungewohnten 300 Meter alles gab. Amke Bolten kämpfte noch bis zum Schluss um eine Top-Fünf-Platzierung, doch das Quartett war mit Platz sieben hochzufrieden und genoss es, gemeinsam auf der Bahn zu stehen.
Unangefochten waren die Vorlaufschnellsten aus Tschechien, die mit 2:05,65 Minuten noch einmal zwei Sekunden schneller unterwegs waren. Über Silber jubelten in 2:06,99 Minuten die Polinnen vor Italien (2:07,43 min).
Stimmen zum Wettbewerb:
Sonja Schulte-Mäter (Eintracht Frankfurt)
Ich bin ja nur 100 Meter gelaufen. Das ist nicht so anstrengend. Es hat uns allen großen Spaß gemacht!
Lisa Fischer (TSG Niefern)
Es ist mega, als Team zu laufen, zusammen und nicht alleine. Da kann man sich noch mehr füreinander freuen.
Sanja Kropf (TSV Burghaslach)
Ich bin zuletzt vor drei Jahren 300 Meter gelaufen. Aber es war gar keine so große Umstellung nach zwei 200 Metern, da sind ja auch Kurven dabei.
Amke Bolten (MTV Aurich)
Ich habe vor meinem Einsatz die ganze Zeit mit Eleni [Iakovaki aus Griechenland; Anm. d. Red.] geredet, um mich nicht so zu stressen. Ich bin am besten, wenn ich gar keinen Druck verspüre. Es hat großen Spaß gemacht, mit den Mädels zusammen auf der Bahn zu stehen. Wir konnten uns alle gut pushen.
Hochsprung
Lea Völcker macht deutsches Bronze-Double im Hochsprung perfekt
Nach Jan Ungeheuer hat auch Lea Völcker bei der U18-EM in Rieti Bronze im Hochsprung gewonnen. Die 17-Jährige absolvierte einen rundum starken Wettkampf und stellte mit 1,80 Metern ihre Freiluft-Bestleistung ein. Zum Bericht
Stabhochsprung
Eva Marie Weisbrodt zufrieden mit PB und Platz vier
Von 3,70 Meter direkt auf 3,90, anschließend auf 4,05 Meter und dann in Zehner-Schritten weiter: Die Steigerungen der Höhen im Stabhochsprung-Finale waren nicht von schlechten Eltern. Und Neuland für die deutschen Stabhochspringerinnen, die sich trotzdem gut verkauften. Tessa Böttner (SC Potsdam) überquerte die 3,70 Meter im ersten Anlauf, 3,90 Meter im zweiten, bei 4,05 Metern war Endstation. Damit wurde sie Achte. Eine gute Leistung für die Potsdamerin, deren Bestmarke bei 3,95 Metern steht.
Eva Marie Weisbrodt (MTG Mannheim) meisterte nach einem Schönheitsfehler bei der Einstiegshöhe 3,90 Meter im ersten Versuch und egalisierte anschließend mit 4,05 Metern ihre Freiluft-Bestleistung. Bei dieser Höhe waren nur noch vier Athletinnen im Wettbewerb. Sowohl die favorisierten Französinnen Julie Bourgis und Isild Drouet als auch die Spanierin Alba Benito schafften die 4,15 Meter im ersten oder zweiten Versuch. So entschied sich die 16-Jährige zu pokern und ihren letzten Versuch für die 4,25 Meter aufzuheben. Diese Höhe war aber diesmal noch nicht drin.
Die Mannheimerin war trotzdem hochzufrieden mit ihrem Abschneiden, immerhin war sie als Vierte beste Athletin des Jahrgangs 2010 und hat noch ein U18-Jahr vor sich. Mit Meisterschaftsrekord von 4,40 Metern führte Julie Bourgis einen französischen Doppelsieg an, auch Isild Drouet brillierte mit 4,35 Metern. Für die Spanierin blieb es bei 4,15 Metern und Bronze.
Stimme zum Wettbewerb:
Eva Marie Weisbrodt (MTG Mannheim)
Ich bin sehr zufrieden! Die Technik war gut, ich konnte die 4,25 Meter angreifen. Das war eine Weiterentwicklung für mich und die Platzierung spielt im Endeffekt für mich keine große Rolle. Die Bestleistung ist die Belohnung für die harte Arbeit. Ich fand das Feeling bei der U18-EM sehr schön, ein großes Stadion und so eine offizielle Veranstaltung.
Dreisprung
Deutsche Dreispringerinnen mit Bestleistungen in den Top Acht
Den deutschen Dreispringerinnen gelang im Finale das Kunststück, im ersten Durchgang genau gleich weit zu springen, nämlich 12,17 Meter. Das hätte noch nicht für den Endkampf gereicht, aber zum Glück war diese Weite für beide noch nicht das Ende der Fahnenstange. Olivia Nieß (SC Magdeburg) verbesserte sich Schritt für Schritt, erst auf 12,53 Meter – nur drei Zentimeter unter Bestleistung –, dann war mit 12,63 Metern der Hausrekord fällig. Maja Witte (Haldensleber Sportclub) ließ auf einen ungültigen Sprung im zweiten Versuch 12,72 Meter folgen – ebenfalls Bestleistung. Damit belegten die beiden die Plätze sieben und acht.
Gold gewann mit Meisterschaftsrekord von 13,98 Metern die favorisierte Bulgarin Viktoria Angelova. Silber holte sich Eylül Dönmez aus der Türkei mit 13,45 Metern, Bronze ging wie schon im Weitsprung an die Spanierin Gift Okunrobo (13,23 m).
Stimmen zum Wettbewerb:
Maja Witte (Haldensleber Sportclub)
Es ist schon schön, beim Höhepunkt Bestleistung zu springen, das war auf jeden Fall das Ziel. Ich wusste, dass es mit den Top Acht eng werden könnte, umso schöner, dass das funktioniert hat.
Olivia Nieß (SC Magdeburg)
Ich bin mit Ruhe an den Wettkampf rangegangen und habe einfach versucht, mein Bestes zu geben. Es hat zum Glück für die sechs Versuche gereicht, darüber bin ich sehr froh. Ich bin ganz zufrieden. Wir haben uns im Wettkampf beide eher auf uns selbst konzentriert, aber es war schön, eine Teamkollegin mit im Finale zu haben – einfach, weil dann jemand dabei ist, den man schon kennt.
Männliche U18
110 Meter Hürden
Luca Koch sprintet auf Platz sieben
Im Hürdensprint kommt es oftmals auf Nuancen an, kleine Fehler können viel Zeit kosten. Und so erwischte Luca Koch (LAC Erdgas Chemnitz) im Finale kein so rundes Rennen, wie es im Halbfinale noch der Fall gewesen war. Mit 13,70 Sekunden wurde er Siebter und verbesserte sich damit im Vergleich zur Meldeliste um einen Platz. Stolz sein kann der Chemnitzer aber auf den Finaleinzug und sein beeindruckendes Rennen im Halbfinale, in dem er mit 13,43 Sekunden an der Deutschen U18-Bestzeit (13,40 sec) gekratzt hatte.
Im Kampf um Gold hatte überraschend der Türke Yunus Emre Civelek die Nase vorn. Er bezwang in 13,08 Sekunden den favorisierten Niederländer Eljahro Philipsen (13,15 sec), der im Vorlauf unter 13 Sekunden geblieben war. Bronze gewann der Spanier Nicolás Ceballos, der sich mit nationaler U18-Bestzeit von 13,35 Sekunden vor seinem Landsmann Guillermo Piñeiro (13,42 sec) durchsetzte.
400 Meter Hürden
Erik Siepmann strauchelt an der letzten Hürde
Drei Rennen auf hohem Niveau innerhalb von drei Tagen. Eine ganz neue Herausforderung für Erik Siepmann (MTV Wittmund). Im Finale war der 17-Jährige anfangs noch gut dabei und schien eingangs der Zielgeraden sogar etwas Boden auf die Führenden gutzumachen. Doch dann kam die letzte Hürde. Und die wurde zum Hindernis für Erik Siepmann. Er kam ins Straucheln, fing sich wieder und lief als Siebter ins Ziel. Mit 53,13 Sekunden konnte er aufgrund des Strauchlers nicht ganz an seine Zeiten aus den Vorrunden anknüpfen. Auf die Finalteilnahme war der 17-Jährige dennoch stolz. Immerhin hatte er in dieser Saison nach einem Fußbruch erst verspätet wieder mit dem Training begonnen.
Im Kampf um die Medaillen ging die Post ab: Mauro Seguin (50,62 sec) und Tristan Luño (50,65 sec) lieferten sich ein spanisches Duell um den Titel, über Bronze jubelte mit nationaler U18-Bestleistung von 51,27 Sekunden der Österreicher Zsombor Klucsik. Die Bestleistung von Erik Siepmann steht bei glatten 52,00 Sekunden.
Stimme zum Wettbewerb:
Erik Siepmann (MTV Wittmund)
Es war nicht so, wie ich wollte. Ich musste bei der achten Hürde schon das Bein wechseln. Das war ein ausschlaggebender Punkt, dass es hintenraus nicht ganz so gut geklappt hat. Ich nehme die Erfahrung mit, die ich hier machen durfte, dieses Feeling von Europameisterschaften. Das ist schon noch mal etwas anderes als Deutsche Meisterschaften. Ich bin stolz darauf, es hierhin geschafft zu haben. Ich hatte bis März noch mit meinem Fußbruch zu kämpfen und jetzt hier im Finale zu stehen, ist schon ein echtes Privileg.
2.000 Meter Hindernis
DLV-Duo verkauft sich teuer
In der Meldeliste lagen Paul Euskirchen (Eintracht Hildesheim) und Emil Oppelt (LG Sempt) auf den Plätzen 24 und 25. Nach Deutschland zurückfliegen werden sie als Siebter (Oppelt) und Neunter (Euskirchen). Schon im Vorlauf hatten beide mit taktisch klugen Rennen und Bestzeiten überzeugt. Und auch im Finale verkaufte sich das deutsche Duo teuer. Anfangs liefen beide Seite an Seite, dann wurde Paul Euskirchen mutiger und ging mit der Spitzengruppe mit. Als sich in der vorletzten Runde jedoch ein Quartett vom Feld absetzte, konnte er nicht mehr ganz mithalten.
Emil Oppelt, der sich im Mittelteil mehr zurückgehalten hatte, konnte noch ein paar Läufer einsammeln, das hohe Tempo der Führungsgruppe auf der Schlussrunde aber auch nicht mehr mitgehen. Auf Platz sieben fehlten ihm mit 5:54,31 Minuten nur zwei Hundertstel zur Bestzeit aus dem Vorlauf. Auch Paul Euskirchen bot mit 5:55,46 Minuten die zweitbeste Zeit seiner Karriere an. Angereist waren beide mit Bestzeiten im Bereich von 5:59 Minuten. Ein dramatischer Moment ereignete sich am letzten Wassergraben. Der im Vorfeld favorisierte Schweizer Nino Eugster stürzte und fiel zurück. In 5:53,93 Minuten wurde er immerhin noch Fünfter. Die Medaillen gingen an Pablo Vazquez (Spanien; 5:49,03 min), Jonas Beutler (Schweiz; 5:49,51 min) und Abdulsamet Duman (Türkei; 5:50,07 min).
Stimmen zum Wettbewerb:
Paul Euskirchen (Eintracht Hildesheim)
Vielleicht hätte ich mich die ersten ein, zwei Runden ein bisschen mehr zurückhalten sollen, dann hätte ich am Ende noch mehr im Tank gehabt. Wir haben uns sehr gut regeneriert, ich habe den Vorlauf nicht mehr in den Beinen gespürt, auch wenn man das natürlich im Hinterkopf hatte. Über eine Platzierung in den Top 12 Europas kann ich mich nicht beschweren. Und ich bin noch mal unter meiner alten Bestzeit geblieben.
Emil Oppelt (LG Sempt)
Es war ganz anders als das erste Rennen. Der erste Kilometer war super. Und auch hintenraus konnte ich noch ganz gut kicken, auch wenn ich nicht mehr ganz vorne mithalten konnte. Es hat der Temperatur entsprechend wirklich gut funktioniert. Den Sturz kurz vor dem Ziel habe ich gesehen, aber das war zu weit weg, da hätte ich nicht mehr eingreifen können.
Medley-Staffel
DLV-Sprinter kämpfen bis zum Schluss und werden Fünfte
Die selten gelaufene Medley-Staffel mit Streckenabschnitten von 100, 200, 300 und 400 Metern war in Rieti die Domäne der Tschechen: Kurz nach den Teamkolleginnen machte auch bei den Männern das tschechische Quartett mit Meisterschaftsrekord von 1:51,44 Minuten den Titel klar. Am ehesten gefordert wurden die vier von Spanien (1:51,81 min).
Der Bronzerang war hart umkämpft und lange mischte auch das deutsche Team im Medaillenkampf mit. Schlussendlich mussten Sidwell Njikam (ABC Ludwigshafen), Fabian Wüst (Eintracht Duisburg), Jonathan Perner (Recklinghäuser LC) und Niklas Stephan (SV Lok Brandenburg) Frankreich (1:52,85 min) und Italien (1:53,01 min) noch ziehen lassen und belegten in 1:53,08 Minuten Rang fünf.
Dreisprung
Platz neun und zwölf für DLV-Duo
Auch wenn er den Endkampf der Top Acht um sieben Zentimeter verpasste, war Paul Klingenhof (TSV St. Peter-Ording) "zu 100 Prozent zufrieden". In der Qualifikation war er mit 14,99 Metern Bestleistung gesprungen, im Finale folgte mit 14,73 Metern die nächste solide Leistung. Gleich im ersten Durchgang flog er auf 14,66 Meter, ehe er im zweiten die Tagesbestweite in die Grube brachte. Der dritte Sprung war ungültig. Platz acht sicherte sich der Türke Emir Ali Cengiz Oguz. Der zweite deutsche Teilnehmer Felix Remmele (TV 1891 Bürstadt) kämpfte mit Fußschmerzen und belegte Rang zwölf (14,25 m).
Gold ging nach Großbritannien: Tito Odunaike war mit Meisterschaftsrekord von 16,12 Metern eine Klasse für sich. Die alte Marke von 16,03 Metern hatte der Franzose Martin Lamou vor zehn Jahren bei der ersten U18-EM aufgestellt. Ebenfalls aufs Treppchen steigen durften die weitengleichen Mátyás Bella aus Ungarn und Dimitrios Moumouris aus Griechenland mit jeweils 15,49 Metern.
Stimme zum Wettbewerb:
Paul Klingenhof (TSV St. Peter-Ording)
Ich freue mich, ich bin glücklich und habe so viel gelernt! Auch wenn ich jetzt nicht im Endkampf war, bin ich trotzdem extrem stolz. Ich bin als 13. angereist und habe diese Position verbessert, was will man mehr? Von der Weite her wäre mehr drin gewesen, aber das ist egal, es hat wirklich Spaß gemacht. Ich habe sehr viele nette Leute kennengelernt, alle sind sehr hilfsbereit. Es ist zwar sehr warm, aber das Hitzemanagement ist von allen Seiten sehr gut.
Speerwurf
Deutsches Duo schafft es in den Endkampf
Die beiden deutschen Speerwurf-Finalisten haben im Finale ähnliche Leistungen gezeigt wie in der Qualifikation und damit die Top Acht erreicht. Für Quentin Albers (SC Potsdam) sprang mit 66,76 Metern eine neue Saisonbestleistung heraus, er zog damit im fünften Versuch an seinem Teamkollegen Oliver Zeno Ispan (LG Stadtwerke München) vorbei und wurde Siebter. In den Wettkampf gestartet war er mit soliden Würfen, die alle zwischen 62 und 64 Metern landeten.
Oliver Zeno Ispan erwischte mit 58,13 Metern im ersten Durchgang noch keinen guten Wurf. Dann folgten aber Weiten von 64,84 und 65,02 Metern, die ihm den Platz im Endkampf sicherten. In den letzten drei Runden konnte er sich jedoch nicht mehr steigern, so blieb es bei Platz acht. Beide bestätigten damit etwa ihre Position in der Meldeliste.
Für das Highlight des Wettkampfes sorgte der Finne Jere Murto. Der Favorit, der als Einziger im Feld schon 80 Meter geworfen hat, hätte mit jedem seiner sechs Würfe gewonnen. Das Glanzstück packte er in Runde fünf aus: 80,41 Meter und U18-Weltjahresbestleistung. Über Silber durfte sich mit zehn (!) Metern Abstand der Brite Edward Scott (70,02 m) freuen, eine Bestleistung von 69,06 Metern sicherte dem Schweizer Jevin Rasanayagam Bronze.
Zehnkampf Tag 2
Nachmittag | Magnus Vieth mit Bestleistung Fünfter, Vincent Armstroff Neunter
Im Speerwurf wendete sich für Magnus Vieth das Blatt: Mit 60,27 Metern gelang ihm der erste 60-Meter-Wurf seiner Karriere. In Bernhausen hatte er nur 49,63 Meter geworfen. Damit war er zugleich der beste Speerwerfer im Feld. Auch Vincent Armstroff durfte sich freuen: Mit 53,65 Metern warf er ebenfalls Bestleistung. Damit hat sich Magnus Vieth vor den abschließenden 1.500 Metern sogar auf Rang vier (6.655 pt) vorgearbeitet, der Rückstand auf den drittplatzierten Briten Oliver Downs (6.743 pt) ist allerdings beträchtlich. Vincent Armstroff ist mit 6.541 Punkten weiterhin Achter. Um Gold kämpfen Aleksander Metsmaker (6.905 pt) und Sebastián Andrejev (6.891 pt). Andrea Jolevot ist nach einem schwachen Speerwurf auf Rang sechs (6.588 pt) zurückgefallen.
Der 60-Meter-Wurf besiegelte zugleich die neue Gesamt-Bestleistung für Magnus Vieth, für den die 1.500 Meter nicht zu seinen Lieblingsdisziplinen zählen. In 4:58,42 Minuten lief er ins Ziel und sammelte damit insgesamt 7.224 Punkte – und damit 28 mehr als in Bernhausen. Insgesamt wurde er Fünfter und verbesserte sich damit im Vergleich zur Meldeliste um einen Rang. Der zwölf Sekunden schnellere Brite Douglas Knox konnte mit 7.255 Punkten noch vorbeiziehen und landete auf dem vierten Platz.
Auch bei Vincent Armstroff machte sich über 1.500 Meter die Anstrengung der beiden Wettkampftage bemerkbar. Er kämpfte sich in 5:03,77 Minuten ins Ziel und addierte 538 Punkte auf sein Konto. So lautete sein Endresultat: 7.079 Punkte, nur 44 unter Bestleistung, und Platz neun. Zum U18-Europameister krönte sich Sebastián Andrejev, der mit einem starken 1.500-Meter-Lauf (4:47,79 min) noch am Esten Metsmaker vorbeizog. 7.523 Punkte bescherten dem Tschechen Gold vor dem Esten (7.507 pt), Oliver Downs brachte mit 7.341 Punkten Bronze ins Ziel.
Vormittag | Auf Platz sieben und acht in die Mittagspause
Die beiden deutschen Zehnkämpfer sind solide in den zweiten Wettkampftag gestartet. Über 110 Meter Hürden belegten Vincent Armstroff (SV Halle; 14,61 sec) und Magnus Vieth (Hannover 96; 14,73 sec) im ersten Lauf die Plätze zwei und drei hinter dem Esten Hank-Gerhard Hausenberg (14,30 sec). Beide blieben damit nur etwa eine Zehntelsekunde über ihren Bestmarken. Der Diskuswurf lief dann für Magnus Vieth nicht ganz nach Plan. Der 46-Meter-Werfer brachte nur 40,76 Meter in die Wertung. Vincent Armstroff zeigte mit 41,25 Metern ein solides Ergebnis, seine Bestleistung liegt bei 44,14 Metern.
Auch im Stabhochsprung konnte der Hannoveraner nicht zurückschlagen. Bei seinem besten Zehnkampf hatte er 4,30 Meter überquert, diesmal wollte die Latte bei 4,10 Metern nicht mehr liegenbleiben. Vincent Armstroff, der in Bernhausen ebenfalls 4,30 Meter gemeistert hatte, schaffte eine Höhe mehr. Damit war er sogar viertbester Zehnkämpfer der Konkurrenz, denn in der Hitze von Rieti kam kein Athlet höher als 4,30 Meter.
In die Mittagspause geht das deutsche Duo auf den Plätzen sieben (Vieth; 5.913 pt) und acht (Armstroff; 5.898 pt). Die Führung hat mittlerweile der schnellste Hürdensprinter (13,89 sec) der Konkurrenz übernommen: Aleksander Metsmaker aus Estland (6.268 pt). Dahinter folgen Sebastián Andrejev (Tschechien; 6.164 pt) und Andrea Jovelot (Frankreich; 6.090 pt), die zur Halbzeit die ersten beiden Plätze unter sich ausgemacht hatten.
Stimmen zum Wettbewerb:
Magnus Vieth (Hannover 96)
Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Es war eine geile Erfahrung, hier an den Start gehen zu dürfen. Mein absolutes Highlight waren die 60 Meter im Speerwurf. Da konnte ich mich nach zwei schwachen Disziplinen wieder aus dem Loch rausziehen. Als ich die 60 Meter auf der Anzeigetafel gesehen habe, dachte ich nur: Oh mein Gott, wow! Das war unbeschreiblich, das pure Glück. Die 1.500 Meter waren hart, aber es war auch eine geile Atmosphäre, die ich genießen konnte. Es ist eine geile Truppe hier und alle sind cool drauf.
Vincent Armstroff (SV Halle)
Es war ein sehr geiles Gefühl, auf die Ehrenrunde zu gehen. Der Wettkampf hat wirklich Spaß gemacht und ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis. Es gab auch Downs im Wettkampf, zum Beispiel am ersten Tag beim Weitsprung. Mit dem Lauf jetzt war ich auch nicht ganz zufrieden. Meine Highlights waren der Hochsprung und die 400 Meter, da konnte ich mich deutlich verbessern. Die Hitze hat mir gar nicht so sehr zu schaffen gemacht, wie ich dachte. Ich habe ganz viel getrunken und mich abgekühlt. Ich habe mich besonders mit Rens Klinkhamer aus den Niederlanden gut verstanden. Er war sehr lustig drauf, hat mir auch immer gratuliert und jetzt habe ich hier einen neuen Kumpel gewonnen.