| Laufnacht Regensburg

Lisa Oed bringt sich für Grosseto in Position

Die Regensburger Laufnacht bot am Samstag beste Bedingungen und das nicht nur am Abend auf den längeren Strecken. Die U20-Nachwuchstalente, die bei den meisten Rennen im Mittelpunkt standen, konnten das mit mehreren bemerkenswerten Leistungssteigerungen und einer Reihe von Normerfüllungen für die U20-EM in Grosseto (Italien) nutzen.
Christian Fuchs

Lisa Oed, im Winter Deutsche Hallenmeisterin über 3.000 Meter, gehörte an diesem Tag zu den glücklichsten Athletinnen. Die U20-EM-Norm über die Hindernisse hatte sie bereits Ende Mai abgehakt (10:27,40 min). In Regensburg packte sie bei idealen Bedingungen noch etwas drauf. Die Athletin vom SSC Hanau-Rodenbach lief sich einen deutlichen Vorsprung auf die Konkurrenz heraus und steigerte in 10:19,62 Minuten ihre Bestzeit um knapp acht Sekunden.

„Ich wusste, dass das Rennen in Jena noch nicht optimal war und dass noch ein paar Sekunden drin sind. Aber dass ich unter 10:20 Minuten laufen kann, hätte ich nicht gedacht“, sagte die 18-Jährige, „mein Trainer hat mir Mut zugesprochen und gesagt: Das geht. Er hatte wie immer recht.“

Sie sah es „nicht als großen Nachteil“ an, dass sie im Rennverlauf viel auf sich alleine gestellt war: „Wenn man noch nicht ganz so stabil in der Technik ist, ist es manchmal ganz gut, wenn man den freien Blick hat. Heute war es technisch schon viel stabiler als noch in Jena. Der Trend zeigt aufwärts.“

Josina Papenfuß nimmt Kurs auf U18-WM

Der Blick von Lisa Oed auf die U20-EM ist mit einer „Riesenfreude“ verbunden. „Ich will das auf jeden Fall genießen, nachdem ich noch nie bei einer EM war. Welche Platzierung möglich ist, kann ich noch nicht einschätzen. Ich möchte ohne Druck drangehen.“ Die Zeit ist aber nicht zu unterschätzen: Bislang waren in diesem Sommer nur drei U20-Athletinnen europaweit schneller.

Maßarbeit in Richtung U18-WM leistete Josina Papenfuß (TSG Westerstede) über 2.000 Meter Hindernis. In 6:44,28 Minuten unterbot sie die Norm für Nairobi (Kenia) von 6:45,00 Minuten um wenige Zehntel.

Corinna Schwab deutlich unter 54 Sekunden

Ein starkes Signal kam über 400 Meter von Corinna Schwab. Die Ambergerin, die vor einer Woche in München bereits in 54,03 Sekunden überzeugt hatte, steigerte sich mit 53,55 Sekunden auf eine Zeit deutlich unter 54 Sekunden. Damit reihte sich die 18-Jährige sogar in der DLV-Bestenliste der Frauen auf einem vierten Platz ein.

„Ich wollte auf eine Zeit von 53,7 oder 53,8 angehen. Dass es jetzt eine Zeit von 53,5 geworden ist, kam überraschend“, meinte Corinna Schwab. Sie habe schon letzte Woche in München gewusst, „das war noch nicht alles.“ Auch jetzt traut sie sich noch eine weitere Steigerung zu.

Ebenfalls stark unterwegs war die eigentliche Hürdenexpertin Lea Ahrens (LAV 07 Bad Harzburg), die in 53,63 Sekunden Corinna Schwab sehr nahe kam. Beide lagen damit bei dem offiziellen Normwettkampf deutlich unter der geforderten U20-EM-Norm (54,40 sec).

Auch Constantin Preis nutzte seine Chance in Regensburg. In 51,64 Sekunden unterbot der Hürdenläufer des TV 1834 Pforzheim die U20-EM-Norm von 52,00 Sekunden deutlich. Es war für den Deutschen Jugend-Hallen-Meister (400 m) eine bemerkenswerte Steigerung seiner Bestzeit, die bisher mit 52,74 Sekunden notiert war.

Maren Orth führt Joana Staub zur Norm

Bis ins Ziel souverän geführt von der erfahrenen Regensburgerin Maren Orth als Tempomacherin unterbot Joana Staub die U20-EM-Norm über 1.500 Meter deutlich. Die Rehlingerin, die am Pfingstmontag vor heimischer Kulisse mit einer neuen 800 Meter-Bestzeit von 2:06,25 Minuten geglänzt hatte, packte in der Oberpfalz eine Steigerung auf 4:21,86 Minuten aus. Damit hakte sie auch diese U20-EM-Norm von 4:24,00 Minuten, zu der ihr bisher eine Hundertstel gefehlt hatte, souverän ab.

„Es war ein perfektes Rennen, alles wurde sozusagen auf mich abgestimmt durch Maren Orth. Ich habe mich so gefreut, dass sie mich bis ins Ziel begleitet hat. Hinten raus ist es schon hart“, sagte Joana Staub dankbar. Bei der U20-EM will sie voraussichtlich die 1.500 Meter in Angriff nehmen: „Der Endlauf wäre dann schon cool.“

Auch Miriam Dattke nutzte die gute Tempoarbeit ihrer Regensburger Vereinskollegin Corinna Harrer, um über 3.000 Meter in 9:26,58 Minuten die U20-EM-Norm von 9:30,00 Minuten zu unterbieten. Sie hat auch bereits die Norm über 5.000 Meter in der Tasche und damit zwei Optionen für Grosseto.

Jana Reinert und Pascal Kleyer machen es am Schluss

U18-Athletin Alina Schönherr zeigte auf den 800 Metern ein offensives Rennen. Die Erfurterin führte das Feld bis in die Zielkurve hinein an, dann aber griff die Favoritin Jana Reinert an und lief sich in 2:06,26 Minuten noch einen klaren Vorsprung heraus. Damit blieb die Karlsruherin zum wiederholten Mal unter der U20-EM-Norm. Alina Schönherr untermauerte mit 2:07,96 Minuten ihre Ansprüche für die U18-WM.

Die drei Jahresschnellsten, die allesamt die U20-EM-Norm schon unterboten hatten, trafen in den Männerrennen aufeinander. Dieses Trio machte in einem umkämpften Rennen auch die Top-Plätze unter sich aus: Der Jahresschnellste Pascal Kleyer (LG Region Karlsruhe) holte sich auf der Zielgerade den ungefährdeten Sieg (1:50,20 min) vor dem Cottbuser Constantin Schulz (1:51,24 min) und dem Gießener Niklas Harsyy (1:51,31 min).

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer <link>Ergebnisrubrik...

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