| Berlin-Marathon

Kenenisa Bekele schlägt Wilson Kipsang

Kenenisa Bekele konnte am Sonntag beim Berlin-Marathon ein packendes Duell mit Wilson Kipsang (Kenia) für sich entscheiden. Mit einer Zeit von 2:03:03 Stunden blieb der Äthiopier nur sechs Sekunden über dem Weltrekord.
Christian Fuchs

Wilson Kipsang war nach 2:03:13 Stunden im Ziel. Dritter wurde mit Evans Chebet (2:05:31 h) ein weiterer Kenianer.

„Ich wollte eine Bestzeit laufen. Das ist eine fantastische Zeit, aber ich bin auch ein wenig enttäuscht“, sagte Kenenisa Bekele, der jetzt der zweitschnellste Marathonläufer aller Zeiten ist, angesichts des knapp verpassten Weltrekords. Immerhin nahm er dem legendären Haile Gebrselassie den äthiopischen Rekord (2:03:59 h) ab und ist nun der schnellste Marathonläufer des Jahres.

Wilson Kipsang nahm die Niederlage gelassen: „Es war ein gutes Rennen und ein tolles Duell. Ich hatte auf den Weltrekord gehofft. Aber es ist immer noch eine Bestzeit für mich geworden.“

Höllisch schnelle erste Hälfte

Es ging am Sonntagmorgen erwartet forsch los. Eine zwölfköpfige Spitzengruppe um die Favoriten aus Afrika legte mit einem flotten Beginn die ersten 10 Kilometer in 29:00 Minuten zurück und lag damit auf Weltrekordkurs.

Bis zur Halbmarathonmarke hatte sich die Spitze durch den Ausstieg von Tempomachern und das Abfallen mehrerer Läufer auf sieben Athleten reduziert, darunter alle Top-Favoriten um Wilson Kipsang und Kenenisa Bekele. Das Tempo war mit einer Zwischenzeit von 1:01:11 Stunden höllisch hoch, sogar 19 Sekunden unter der angepeilten Marke.

Kenenisa Bekele bleibt an Wilson Kipsang dran

Die 30 Kilometer (1:27:26 h) waren für Wilson Kipsang das Zeichen zum Aufbruch. Er legte einige Meter zwischen sich und die Konkurrenz. Kenenisa Bekele erkannte aber die Gefahr und konnte die Lücke wieder schließen.

Damit war ein spannender Zweikampf eröffnet. Wilson Kipsang attackierte weiter. Das brachte Kenenisa Bekele, der immer wieder mit den Armen Lockerungsübungen machte, in neue Not. Doch der 34-Jährige kam eindrucksvoll zurück und zog wieder mit dem Kenianer gleich.

Kenenisa Bekele macht es klar

Schulter an Schulter ging es in die alles entscheidende Phase des Rennens mit den letzten Kilometern. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, dass es zu einem Weltrekord nicht mehr ganz reichen würde.

Die Entscheidung fiel eineinhalb Kilometer vor Schluss, als Kenenisa Bekele seinen Angriff startete und mit großen Schritten dem Ziel entgegen eilte. Dem hatte der Berlin-Sieger von 2013 nichts mehr entgegenzusetzen. Kenenisa Bekele kam nach 2:03:03 Stunden in einem neuen äthiopischen Rekord an, Wilson Kipsang folgte mit zehn Sekunden Rückstand.

Aberu Kebede bestimmt Frauenrennen

Das Frauenrennen wurde schnell zu einer äthiopischen Angelegenheit. Bereits nach zehn Kilometern hatten sich Birhane Dibaba, Aberu Kebede und Ruti Aga in 33:12 Minuten fast fünfzig Sekunden auf die Konkurrenz herausgelaufen.

Bis zur Halbmarathonmarke konnte Aberu Kebede (1:09:27 h) die alleinige Führung übernehmen. Diese baute sie mit einer Zeit von 2:20:45 Stunden bis zum Ziel noch deutlich aus. Birhane Dibaba (2:23:58 h) und Ruti Aga (2:24:41 h) machten den äthiopischen Dreifacherfolg perfekt.

Aberu Kebede lief die zweitschnellste Zeit weltweit in diesem Jahr. Nach 2010 und 2012 konnte sie den Berlin-Marathon zum dritten Mal gewinnen. Das war bislang nur Lokalmatadorin Uta Pippig und der Polin Renata Kokowska gelungen.

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