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Karriereende: Marc Koch geht von der Bahn

Marc Koch im Nationalmannschaftsoutfit beim Sprinten © Jan Papenfuß
Langsprinter Marc Koch beendet seine Karriere. Der 31-Jährige zählte in den vergangenen Jahren zu den Stützen der deutschen 4x400-Meter-Staffel, nicht zuletzt auf dem Weg zu EM-Bronze 2024 in Rom. Nach 25 Jahren Leichtathletik ist nun für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen, um Abschied zu nehmen.
Svenja Sapper

Es ist die Woche der Abschiede in der 400-Meter-Szene. Nachdem am Dienstag Langsprinterin Laura Müller (TV Wattenscheid 01) ihr Karriereende bekannt gegeben hatte, zog am Donnerstag Disziplinkollege Marc Koch (LG Nord Berlin) nach. „Ganz ehrlich, es fällt mir gar nicht so leicht, das alles in Worte zu fassen“, schrieb der 31-Jährige bei Instagram. „Aber nach 25 Jahren Leichtathletik ist für mich jetzt der Moment gekommen, meine sportliche Karriere zu beenden.“

Der einstige Deutsche Hallenmeister blickt voller Dankbarkeit auf seine Erfolge zurück. „Ich durfte so viel erleben, so viele Höhen feiern, Rückschläge einstecken, lernen groß zu träumen, wachsen und über mich hinauswachsen. […] Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich mit acht Jahren mit meinem Papa am Strand von Lloret de Mar in Spanien saß und ganz selbstverständlich gesagt habe, dass ich Olympiasieger werden will. Dass ich diesen Traum zwar nicht ganz erfüllt, aber es trotzdem zweimal zu den Olympischen Spielen geschafft habe, erfüllt mich heute mit großer Dankbarkeit und Stolz.“

Im Alter von sechs Jahren begann der spätere 400-Meter-Spezialist mit dem Leichtathletik-Training, mit 19 Jahren durfte er erstmals internationale Wettkampfluft schnuppern: 2013 qualifizierte sich Marc Koch für die U20-EM in Rieti (Italien). Im Einzel erreichte er beim Debüt das Halbfinale, mit der 4x400-Meter-Staffel belegte er Rang fünf. Zwei Jahre später ging’s bei der U23-EM in Tallinn (Estland) zwei Plätze weiter nach vorn: Mit der 4x400-Meter-Staffel gewann Marc Koch die Bronzemedaille.

Feste Größe in der deutschen Staffel

In der Erwachsenenklasse war für den Berliner meist die Staffel das Ticket zu internationalen Meisterschaften. Bei den Olympischen Spielen 2021 kam er als Ersatzläufer noch nicht zum Einsatz. Wohl aber bei den Weltmeisterschaften 2022 und 2023 sowie bei der Heim-EM in München 2022, bei der das DLV-Quartett auf Rang sieben lief.

Seinen wohl größten Karriere-Erfolg feierte Marc Koch 2024 in Rom (Italien): Gemeinsam mit Manuel Sanders (TV Wattenscheid 01), Jean Paul Bredau (VfL Wolfsburg) und Emil Agyekum (SCC Berlin) stürmte er im Finale in 3:00,82 Minuten zu Bronze. Noch ein wenig schneller lief das Quartett bei den Olympischen Spielen in Paris (Frankreich; 3:00,29 min), wo sie den deutschen Rekord (2:59,86 min) nur knapp verpassten, ebenso wie den Finaleinzug.

Seinen einzigen deutschen Meistertitel errang der Berliner 2017 in der Halle mit 46,40 Sekunden, bis heute seine Bestzeit unter dem Hallendach. Damit qualifizierte er sich für den Einzelstart bei der Hallen-EM in Belgrad (Serbien). Seine Freiluft-Bestzeit von 45,40 Sekunden lief er im Sommer 2024 in seiner Heimat Berlin.

Vorfreude auf das, was kommt

„Natürlich ist es nicht einfach, dieses Kapitel jetzt abzuschließen“, betont Marc Koch. „Da ist Wehmut, da sind viele Erinnerungen und da ist auch Abschiedsschmerz. Gleichzeitig spüre ich aber auch richtig viel Motivation und Vorfreude auf das, was jetzt kommt.“

Wie sein nächstes Kapitel aussehen wird, lässt Marc Koch noch offen. Doch der 31-Jährige hat schon lange eine „Karriere neben der Karriere“ weiterverfolgt: Zusammen mit seiner Frau Saskia betreibt er die Kaffee-Rösterei „Makosa“. „Mich motiviert sowohl beim Sport als auch bei Makosa die Leidenschaft und der Spaß an der Sache“, sagte Marc Koch im Jahr 2024 in einem Interview. Man darf gespannt sein, wohin die Leidenschaft den Vollblut-Leichtathleten in Zukunft führen wird.

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