| Karlsruhe

Weßel, Schneider und Ansah stürmen zur WM-Norm, Stepanov zum Sieg

© Stefan Mayer
Grandiose Stimmung in der ausverkauften Europahalle, dazu Weltklasseleistungen, drei Hallen-WM-Normen und ein Sieg für deutsche Starter: Das Init Indoor Meeting am Sonntagabend in Karlsruhe machte Lust auf weitere Hallenspektakel in den kommenden Wochen.
Martin Neumann

Das Init Indoor Meeting – fünfte Station der World Indoor Tour Gold – hielt am Sonntagabend in der mit 3.750 Fans ausverkauften Karlsruher Europahalle jede Menge Top-Resultate auf der Rundbahn parat. Und das mit deutschen Läuferinnen und Läufern in Hauptrollen. So zündete Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) auf der letzten Runde des 800-Meter-Rennens den Turbo und zog an der Konkurrenz vorbei. Mit 26,33 Sekunden für die finalen 200 Meter lief der WM-Teilnehmer mit 1:46,17 Minuten zum Sieg und einer neuen Bestzeit.

Den Konkurrenten um den zweitplatzierten Wyclife Kinyamal (Kenia; 1:47,47 min) nahm er dabei auf der Schlussrunde noch mehr als eine Sekunde ab. Zwar fehlten Alexander Stepanov 27 Hundertstelsekunden zur WM-Norm. Doch die Bestätigungsnorm für Torun (20. bis 22. März) hakte er ab, die Norm hatte er in der Freiluftsaison 2025 mit 1:44,17 Minuten bereits erfüllt. „Ich kann bestimmt noch ein Stückchen schneller laufen, wenn die erste Hälfte schneller angegangen wird“, so der Sindelfinger.

Bestzeiten für Nele Weßel und Majtie Kolberg

Über 1.500 Meter lief Nele Weßel (Königsteiner LV) nicht um den Sieg mit. Doch im Ziel strahlte die Mittelstrecklerin trotzdem. Mit 4:05,47 Minuten blieb die gebürtige Berlinerin 53 Hundertstel unter der Hallen-WM-Norm. Nur sechs Hundertstel darüber blieb Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler). Beide steigerten ihre Hallenbestzeiten in Karlsruhe deutlich. Den Sieg in der Europahalle sicherte sich Georgia Hunter-Bell (Großbritannien) mit einer neuen Weltjahresbestzeit von 4:00,04 Minuten.

Über 60 Meter trennten nur Zentimeter das Top-Trio. Mittendrin im Rennen um den Sieg: Owen Ansah. Der Sprinter vom Hamburger SV warf sich bei seinem ersten Start der Hallensaison ins Ziel und sicherte sich mit neuer Bestzeit von 6,55 Sekunden Rang drei. Schon im Vorlauf hatte der Deutsche 100-Meter-Rekordler die Hallen-WM-Norm von 6,59 Sekunden um eine Hundertstelsekunde unterboten. Den Sieg schnappte sich Emmanuel Eseme (Kamerun) mit 6,53 Sekunden. Eine Hundertstel dahinter folgte Ali Al Balushi (Oman). Die Plätze sechs und sieben gingen an den Deutschen Hallenmeister Robin Ganter (MTG Mannheim; 6,66 sec) und Lucas Ansah-Peprah (Hamburger SV; 6,69 sec).

Rosina Schneider gelingt Punktlandung

Gleich ein deutsches Quartett war im Finale über 60 Meter Hürden der Frauen vertreten. Als Vierte erfüllte Rosina Schneider (TV Sulz) mit 8,02 Sekunden exakt die Hallen-WM-Norm. Kurz dahinter kamen Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen; 8,05 sec) und die Mannheimerin Ricarda Lobe (8,06 sec) ins Ziel. Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen; 8,12 sec) belegte beim Sieg von Grace Stark (USA; 7,86 sec) Rang acht. Im Hochsprung waren für Yaroslava Mahuchikh (Ukraine) erst 2,04 Meter zu hoch. Die Olympiasiegerin war mit 2,01 Metern trotzdem eine Klasse für sich und setzte sich deutlich vor ihrer Landsfrau Yuliya Levchenko (1,96 m) durch. Bei ihrem ersten Saisonstart wurde Christina Honsel mit 1,88 Metern Vierte. In den vergangenen Monaten war die Wattenscheiderin von einer Erkrankung und einer Rückenblockade ausgebremst worden. Bianca Stichling (TSV Bayer 04 Leverkusen) belegte mit 1,84 Metern Rang fünf.

Nicht wie gewohnt in den Flugmodus kam Malaika Mihambo (LG Kurpfalz). Die WM-Zweite im Weitsprung verpasste als Vierte mit 6,45 Metern um einen Zentimeter den finalen sechsten Sprung der Top 3. Den Sieg sicherte sich Italiens Rekordhalterin Larissa Iapichino mit 6,84 Metern vor Sieben-Meter-Springerin Hilary Kpatcha (6,73 m) und Milica Gardasevic (Serbien). Libby Buder (TSG Bergedorf; 6,41 m) und Imke Daalmann (TSV Bayer 04 Leverkusen; 6,37 m) belegten die Plätze fünf und sechs.

Starke Zeiten von Florian Bremm und Karl Bebendorf

Auf der Rundbahn wiederholte Stefan Nillessen (Niederlande) über 3.000 Meter mit einem starken Endspurt auf Bahn drei mit 7:38,48 Minuten seinen Überraschungssieg aus dem Vorjahr. In seinem ersten Hallenrennen nach einem längeren Trainingslager lief Florian Bremm (Franconia Athletics) als Fünfter mit 7:40,39 bis auf eine Sekunde an seine Bestzeit heran. Einen neuen Hausrekord über 1.500 Meter nahm Hindernisspezialist Karl Bebendorf (Dresdner SC) mit nach Hause. Im von Azeddine Habz (Frankreich; 3:33,36 min) dominierten Rennen belegte er mit 3:38,15 Minuten Rang sieben.

Mehr als drei Stunden dauerte der hochklassige Stabhochsprung-Wettkampf. Erst 5,90 Meter waren für Sondre Guttormsen (Norwegen) zu hoch. Trotzdem jubelte er über den Sieg mit starken 5,84 Metern. Dahinter folgte US-Springer Cole Walsh mit 5,78 Metern sowie ein 5,70-Meter-Trio mit Ernest Obiena (Philippinen), Menno Vloon (Niederlande) und seinem jüngeren Bruder Simen. Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics) hatte bereits bei seiner Einstiegshöhe Probleme. Die 5,45 Meter meisterte er im dritten Anlauf, doch 5,60 Meter waren dann zu hoch.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik ...

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