Skadi Schier hat am Freitagabend beim Erfurt Indoor ihren Saisonauftakt über 400 Meter mit einer neuen Hallenbestzeit gekrönt. Um fast sieben Zehntelsekunden steigerte sie sich auf nun 52,27 Sekunden. Damit nicht genug startete die 25-Jährige am Folgetag bei den Deutschen Hallen-Hochschulmeisterschaften über 200 Meter. Auf der Erfurter Rundbahn folgte die nächste schnelle Zeit: 23,46 Sekunden. Das zeigt: Mit Skadi Schier ist bei der Hallen-DM zu rechnen.
Nach bangem Warten brach es am Freitagabend in Erfurt aus Skadi Schier (SCC Berlin) heraus: Als nach dem 400-Meter-Rennen die Zeit von 52,27 Sekunden auf der Anzeigetafel hinter ihrem Namen erschien, gab’s für sie kein Halten mehr. Die ganze Anspannung entlud sich in pure Freude, sie ging ein Stück auf der Rundbahn und winkte dabei in Richtung Zuschauertribüne, ehe sie mit angespannten Muskeln und einem breiten Lächeln vor den Fotografen posierte. Denn damit steigerte sie als Zweite hinter der US-Amerikanerin Kenondra Davis (52,21 sec) ihre Bestzeit gleich um sieben Zehntelsekunden. Und das in ihrem ersten 400-Meter-Rennen der Hallensaison.
„Ich weiß, ich bin schnell, aber ich wusste noch nicht, wo ich stehe. Eine Zeit von 52,5 Sekunden, wusste ich, habe ich drauf. Dass ich schneller bin, ist natürlich schön“, freute sich die Langsprinterin über ihren Saisoneinstieg, der umso wertvoller erscheint, weil sie im Trainingslager in Südafrika ein paar Tage aussetzen musste. „Ich hatte eine Lebensmittelvergiftung. Ich habe mir an irgendeiner Auster oder irgendeinem Fisch den Magen verdorben. Inzwischen habe ich mich davon erholt. Die Woche war aber gut wieder im Training“, sagte Skadi Schier nach der neuen deutschen Jahresbestzeit.
Noch viel wichtiger erschien ihr der Punkt, jetzt einen Hallenaufbau gemacht zu haben. „Im letzten Winter konnten wir gar nicht trainieren“, so die Berlinerin. Vor einem Jahr lief sie beim Erfurt Indoor eine Zeit von 53,13 Sekunden. „Schneller musste es dieses Mal werden“, merkte sie lächelnd an. Und das wurde es auch. Deutlicher schneller.
Gesundheit macht Top-Zeiten möglich
Insgeheim hatte sie eine solch schnelle Zeit aufgrund der guten Trainingsergebnisse bereits erahnt. Dazu blieb sie in der Vorbereitung verletzungsfrei. „Wenn ich einen Aufbau habe, dann bin ich auch schnell. Ich hatte weder Verletzungen noch Krankheiten – bis auf die Lebensmittelvergiftung, die glimpflich ausgegangen ist“, sagte Skadi Schier.
Die Erfurter Bahn sollte sie noch ein zweites Mal testen. Bei den Deutschen Hallen-Hochschulmeisterschaften am Samstag war eigentlich ein weiterer Start als Doppelbelastung über 400 Meter geplant. Davon nahm sie Abstand und startete stattdessen über 200 Meter als Studentin der HU Berlin sowie für den SCC Berlin in der 4x200 Meter-Staffel – dort außer Wertung. Die dreifache Deutsche Meisterin über 400 Meter zeigte, dass sie auch über die Hallenrunde schnell unterwegs sein kann. Mit 23,46 Sekunden schob sie sich sogar auf Rang zwei der deutschen Jahresbestenliste. Mit der Vereinsstaffel standen 1:38,43 Minuten im Protokoll sowie die Erfüllung der A-Norm für die Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund (27. Februar bis 1. März).
Skadi Schier präsentierte sich an beiden Tagen in absoluter Topform. Ob es über 400 Meter in dieser Hallensaison noch schneller werden kann? „Ich bin erstmal zufrieden mit dem Moment. Ich lebe im Moment und lasse alles auf mich zukommen“, entgegnete sie. Auch in Richtung Hallen-DM ließ sie sich nicht allzu sehr in die Karten schauen. „Schauen wir mal“, lautete ihre kurze Antwort – und schob zum Abschluss noch folgenden Satz hinterher: „Ich habe da noch eine Rechnung offen.“ In Anbetracht ihrer rasanten Rennen in Erfurt dürfte sie definitiv bereit sein, diese am Meisterschafts-Wochenende zu begleichen.