| Vorschau Sindelfingen

Für die Winterwerfer geht’s um Medaillen und internationale Tickets

Aileen Kuhn steht strahlend an der Bande und hebt die Hand © Jan Papenfuß
Über Sindelfingen nach Nikosia: Bei den Deutschen Winterwurfmeisterschaften am Wochenende in Sindelfingen sind nicht nur die Jugend-, sondern auch die Hauptklassen am Start. Für diese geht es nicht nur um Medaillen, sondern auch um Startplätze für den EA-Wurf-Cup in drei Wochen auf Zypern. Deshalb sind zahlreiche arrivierte Werferinnen und Werfer im Floschenstadion dabei.
Martin Neumann

Im Rahmen der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften werden an diesem Wochenende in Sindelfingen nicht nur die U20-Titel unterm Hallendach des Glaspalasts vergeben. Zwischen Freitag und Sonntag sind in Sindelfingen auch die „Langwerfer“ gefragt. Im Floschenstadion sind nicht nur die Jugendklassen U20/U18 am Start, sondern auch die Hauptklassen. Für die besten Frauen und Männer sowie für die U23-Athlet:innen geht es neben Meisterehren auch um einen Startplatz beim EA-Wurf-Cup am 14./15. März in Nikosia (Zypern).

Zahlreiche Top-Werferinnen und -Werfer sind daher im Floschenstadion dabei. Im Diskusring peilen die WM-Starter Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) und Marike Steinacker (TSV Bayer 04 Leverkusen) den Titel an. Herausgefordert werden sie von Marius Karges (Eintracht Frankfurt) und Antonia Kinzel (SV Halle). Bei der U23 startet die U20-EM-Zweite Curly Brown (Eintracht Frankfurt) in ihrer neuen Altersklasse. Bei den Männern ist der Neu-Hannoveraner William Wolzenburg U23-Favorit. Denn neben zwei Startplätzen pro Disziplin bei Frauen (EA-Norm: 58,00 m) und Männern (EA-Norm: 63,00 m) geht’s auch um einen U23-Startplatz (Norm: Top-15-Platz bereinigte EA-Bestenliste) für Nikosia.

Mit 80 Metern zum EA-Wurf-Cup

Im Speerwurf sind gleich zwei 90-Meter-Werfer dabei: der Deutsche Rekordhalter Johannes Vetter und Max Dehning (beide LG Offenburg). Nach dem Saisonauftakt auf heimischer Anlage vor drei Wochen geht es für beide darum, die von der EA geforderten 80 Meter zu übertreffen. Diese Weite hat Nick Thumm (VfB Stuttgart) bereits abgehakt. Der U23-Vizeeuropameister warf vergangenes Jahr 80,74 Meter und erfüllte damit die Nikosia-Vorgabe im Nominierungszeitraum vom 1. Januar 2025 bis 22. Februar 2026. Ebenfalls den Wurf-Cup-Start nimmt 79-Speerwerfer Niklas Sagawe (TSG Bergedorf) ins Visier. Bei den Frauen sind Julia Ulbricht (1. LAV Rostock), Kathrin Walter (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Annika Marie Fuchs (OSC Potsdam) favorisiert.

Stark besetzt ist das Feld der Hammerwerferinnen. Mit den WM-Starterinnen Aileen Kuhn und Samantha Borutta (beide Eintracht Frankfurt) sind zwei 70-Meter-Werferinnen am Start. Die EA-Norm (69,00 m) haben beide vergangenes Jahr schon deutlich übertroffen. Das U23-Feld führen Jada Julien (LV 90 Erzgebirge) und Johanna Marrwitz (LG Stadtwerke München) an. Bei den Männern gehen die 70-Meter-Werfer Lukas Winkler (LAC Erdgas Chemnitz) und Tim Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim) auf Weitenjagd.

Jüngere U20-Diskuswerfer im Fokus

Natürlich geht’s auch für die besten jugendlichen Werferinnen und Werfer im Floschenstadion um die Medaillen. Und das – anders als bei den Entscheidungen im Glaspalast – in der U20- und U18-Klasse. Mit dem U20-Diskus peilt eine ganze Reihe Starter des jüngeren Jahrgangs (2008) den Titel an. Angeführt wird das Feld von den 55-Meter-Werfern Philippe Zierlein (TSG Rohrbach) und Max Louis Emmrich (LV 90 Erzgebirge). Allerdings erzielte Philippe Zierlein seine Top-Weite mit dem leichteren U18-Diskus. Mit dem hat Matti Sosna (Hamburg Athletics) 2025 stattliche 64,58 Meter geworfen. Er will nun mit dem 250 Gramm schwereren U20-Diskus punkten. Auch in der U18 kommen die Favoriten mit Victor Agbo-Anih (SV Halle), Arvid Ziemann (SC Neubrandenburg) und Brandon Lisk (TV Wattenscheid 01) aus dem jüngeren Jahrgang 2010.

Bei den U20-Diskuswerferinnen startet ein Quartett mit Bestweiten knapp über oder unter der 50-Meter-Marke in den Wettbewerb. Angeführt wird das Feld von Anna-Maria Weber (VfB Stuttgart), die 2025 bereits auf 51,91 Meter kam. In der U18 präsentierte sich in den vergangenen Wochen Emmy Pfouga (ASC Darmstadt) in starker Form. Sie schleuderte Anfang Februar den Diskus auf 46,28 Meter.

Hummel und Baier in der Favoritenrolle

Ein Duo geht bei den U20-Hammerwerfern mit der besten Ausgangssituation in den Wettkampf. Die Hessen Matti Hummel (Eintracht Frankfurt) und Max Baier (TV Fränkisch-Crumbach) haben vergangenes Jahr bereits an der 70-Meter-Marke gekratzt. In der U18 können Kai Konopacki (UAC Kulmbach) und Jan Plewka (TSV Germania Helmstedt) mit 60-Meter-Weiten aufwarten.

Die Favoritenrolle in der weiblichen Jugend U20 liegt eindeutig bei Clara Hegemann (LG Stadtwerke München). Mit einer Bestweite von 64,79 Metern liegt die U20-EM-Fünfte mehr als sieben Meter vor der nationalen Konkurrenz um Maria Gröper (LV 90 Erzgebirge). Deutlich enger an der Spitze geht es bei den U18-Hammerwerferinnen zu. Charlotte Jochmann (LAZ Rhede) und Milena Horbach (LG Stadtwerke München) übertrafen vergangenes Jahr mit dem Drei-Kilo-Gerät knapp die 60-Meter-Marke.

Moritz Schönherr und Konstanze Irlinger führen Speerwurf-Feld an

Mit Moritz Schönherr (Berlin Athletics) startet der U20-EM-Sechste im Speerwurf in Sindelfingen. Mit einer Bestweite von 72,13 Metern liegt er deutlich vor der Konkurrenz. Zwar konnte auch Nils Dillemuth (TV Assenheim) bereits die 70-Meter-Marke übertreffen, allerdings bisher erst mit dem 700 Gramm schweren U18-Speer. Das will im Floschenstadion auch das U18-Duo Quentin Albers (SC Potsdam) und Oliver Ispan (LG Stadtwerke München) erstmals schaffen. Noch fehlen ihnen ein paar Zentimeter.

Einzige 50-Meter-Speerwerferin in der U20-Klasse ist Konstanze Irlinger (TSV Jetzendorf). Die U20-EM-Siebte führt mit 52,82 Metern die Meldeliste deutlich an. Deutlich enger ist das Feld der U18-Speerwerferinnen beisammen. Ein halbes Dutzend Athletinnen liegt nur zweieinhalb Meter auseinander. Mit 48,06 Metern konnte Jette Strauß (Haldensleber SC) bereits eine starke Leistung in dieser Winterwurfsaison zeigen.

Die Live-Ergebnisse der Winterwurf-DM finden Sie von Freitag bis Sonntag hier.

Foto: WM-Finalistin Aileen Kuhn führt das Hammerwurf-Feld in Sindelfingen an.

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