Mit der Ausgabe 2+3/2026 widmet sich „leichtathletiktraining“ einem Zukunftsthema für die Trainingsarbeit: der Entwicklung einer digitalen Rahmentrainingskonzeption. Die Doppelausgabe zeigt, wie sich Theorie, Praxis und Didaktik zu einem einheitlichen Orientierungsrahmen verbinden lassen – und wie Trainer:innen davon profitieren können.
Die Idee für das Schwerpunktthema digitale Rahmentrainingskonzeption entstand aus der Zusammenarbeit dreier Partner, die ihre unterschiedlichen Perspektiven in ein gemeinsames Projekt einbrachten. Die DLV‑Akademie brachte über Michael Siegel ihre Expertise aus der Trainerausbildung ein, Prof. Dr. Harald Lange von der Universität Würzburg ergänzte wissenschaftliche und sportpädagogische Impulse. Die Redaktion von „leichtathletiktraining“ steuerte schließlich ihre langjährigen Erfahrungen aus der Trainingspraxis bei. Ziel war es, eine Rahmentrainingskonzeption (RTK) zu entwickeln, die „auf einen Blick“ für alle Fähigkeiten klar formulierte Etappenziele in sämtlichen Entwicklungsstufen definiert.
Kern des Projekts ist die „Landkarte der Leistungsentwicklung“: Sie macht sichtbar, wie technische, koordinative, athletische und auch mentale Fähigkeiten über die Jahre hinweg wachsen und wie Leistung Schritt für Schritt entsteht. Die Karte beschreibt zudem, wie Trainer:innen Entwicklungswege sinnvoll begleiten können – vom spielerischen Einstieg im Kindesalter bis hin zur stabilen Ausführung komplexer Technikelemente unter Wettkampfdruck. Vertiefend dazu ordnet ein Beitrag zur „Rolle des Trainers im Entwicklungsprozess“ das Trainerhandeln entlang dieser Entwicklungspfade ein.
Drei Disziplinblöcke im Fokus
Um das Konzept anwendungsnah darzustellen, beleuchtet die Doppelausgabe exemplarisch drei Disziplinen aus den Blöcken Sprint/Lauf, Sprung und Wurf. Im Kurzsprint zeigt Alexander Seeger, wie Technikleitbilder, Schnelligkeitsentwicklung und koordinative Grundlagen zu einem kohärenten Gesamtbild werden. Markus Triebert widmet sich dem Sprintstart der U16 und erläutert, warum Beschleunigung ein Zusammenspiel aus Biomechanik, Rhythmus und Timing darstellt. Ergänzend analysiert Christopher Hallmann die große Bedeutung der Armschwungbewegung im Sprint, die oftmals nach wie vor unterschätzt wird.
Im Weitsprung führen Elke Bartschat und David Faltenbacher strukturiert durch die technischen Teilphasen – vom Anlauf über die Absprungvorbereitung bis hin zu Flug und Landung. Besonders heben sie die zunehmende Bedeutung der Anlaufgeschwindigkeit in der langfristigen Entwicklung hervor: vom spielerischen Steigern im Kindesalter bis hin zur maximalen Umsetzungsfähigkeit im Hochleistungsbereich. Den Block Wurf repräsentiert Mark Frank, der im Speerwurf die Entwicklung vom einfachen Ballwurf zur komplexen Disziplin beschreibt. Anhand zentraler Trainingsbausteine wie Rhythmus, Mut zur Geschwindigkeit, Mobilität und Präzision wird sichtbar, wie die Rahmentrainingskonzeption technische Entwicklung strukturiert.
RTK soll durch Feedback wachsen
Ergänzt werden die sportartspezifischen Beiträge durch zwei grundlegende Themen: Jonas Plass beschreibt die Entwicklungsphasen im Athletiktraining, die das Fundament für sportliche Leistungsfähigkeit bilden. Konstantina Kefala beschäftigt sich mit der Rolle intrinsischer Motivation in Lern- und Entwicklungsprozessen – einem Faktor, ohne den jede Trainingsplanung reine Theorie bliebe. Ein weiteres Element von lt 2+3/2026 ist eine Online‑Umfrage, die Leser:innen in die Weiterentwicklung der Rahmentrainingskonzeption einbindet. Der Zugang zur Umfrage ist innerhalb der Ausgabe (auf Seite 17) verlinkt. Die Redaktion betont dabei, dass die RTK als offenes Konzept gedacht ist, das durch Rückmeldungen aus der Praxis wachsen soll.
Mit der Ausgabe 2+3/2026 setzt „leichtathletiktraining“ einen Impuls für eine moderne, digital gestützte und praxisnahe Trainingssystematik. Für Trainer:innen aller Erfahrungsstufen bietet die Doppelausgabe sowohl grundlegende Orientierung als auch konkrete Anwendungshinweise – ein Ansatz, der den Alltag in Vereinen, Leistungszentren und Stützpunkten gleichermaßen bereichern kann.
Zur digitalen Ausgabe von leichtathletiktraining 2+3/2026