| Diamond League

Eugene Tag 2 | Farken steigert seinen Meilen-Rekord, auch Krause, Meyer und Mihambo stark

© Gladys Chai von der Laage
Beim Diamond League-Meeting in Eugene hat Robert Farken seinen deutschen Rekord über die Meile am Samstag um gut eine Sekunde gesteigert. Über 3.000 Meter Hindernis überzeugten Gesa Felicitas Krause und Lea Meyer. Im Weitsprung landete Malaika Mihambo bei 6,92 Metern. Einige Topstars mussten sich geschlagen geben.
Jan-Henner Reitze

Die Meile der Männer ist der krönende Abschluss gewesen beim Diamond League-Meeting in Eugene (USA) am Samstag - auch aus DLV-Sicht. In dem Rennen stellten sieben der zwölf Athleten im Ziel Bestleistungen auf. Sieger Cameron Mayers (Australien) verbesserte dabei den Ozeanien-Rekord auf 3:46,06 Minuten. Und es gab einen weiteren Landesrekord: Der ging auf das Konto von Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig). Als Siebter unterbot der 28-Jährige seinen deutschen Rekord aus dem vergangenen Jahr beim ISTAF (3:48,83 min) um mehr als eine Sekunde. Die neue Richtmarke: 3:47,76 Minuten. 

Der WM-Sechste über 1.500 Meter war im vergangenen Jahr insgesamt sechsmal deutschen Rekord gelaufen. Jetzt kommt er sogar noch besser in Form - auf dem Weg zu den Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien; 10. bis 16. August). Vor zwei Jahren in Rom (Italien) hatte der Deutsche Meister über 1.500 Meter den achten Platz belegt. In Eugene auf die Plätze zwei und drei spurteten der US-Amerikaner Yared Nuguse (3:46,61 min) und sein Landsmann Ethan Strand (3:46,97 min).

Gesa Felicitas Krause mit Einstand nach Maß, Lea Meyer läuft Bestzeit

Zuversichtlich in Richtung Europameisterschaften blicken können auch die beiden besten DLV-Hindernisläuferinnen der vergangenen Jahre. Nachdem sie im Winter und Frühjahr im Straßenlauf sowie in diesem Sommer bisher nur auf den Flachstrecken auf der Bahn unterwegs war, meldete sich Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) mit der zweitschnellsten Zeit ihrer Karriere auf der Hindernisstrecke zurück. Die zweimalige Europameisterin lief in 9:07,50 Minuten auf den sechsten Platz und blieb dabei auch erstmals in diesem Jahr unter der EM-Norm (9:28,00 min). Nur bei ihrer WM-Bronzemedaille mit deutschem Rekord (9:03,30 min) 2019 in Doha (Katar) war die 33-Jährige noch schneller. In diesen Sommer war sie schon mit Bestzeiten über 1.500 Meter (4:04,28 min) und 3.000 Meter (8:45,34 min) gestartet.

Nur knapp hinter der viermaligen Olympia-Finalistin kam mit Lea Meyer (VfL Löningen) schon die nächste DLV-Athletin ins Ziel, die ihre Bestleistung um acht Hundertstel auf 9:09,13 Minuten steigerte und zum vierten Mal in ihrer Karriere eine Zeit von 9:09 lief. Die EM-Zweite von 2022 belegte damit den siebten Platz. 

Ganz vorne war es diesmal Weltmeisterin Faith Cherotich (Kenia), die das Rennen in 8:51,74 Minuten für sich entschied. Olympiasiegerin Winfred Yavi (Bahrain; 8:52,84 min) wurde Zweite. Als Dritte steigerte Marwa Bouzayani ihren tunesischen Landesrekord um knapp vier Sekunden auf 8:54,32 Minuten. Die Olympiasiegerin von 2021 und Siegerin der ersten beiden Diamond League-Stationen der Saison Peruth Chemutai (Uganda; 9:05,39 min) kam diesmal nur auf Rang fünf.

Malaika Mihambo landet bei 6,92 Metern

Einen hochklassigen Wettkampf boten auch die Weitspringerinnen dem Publikum im traditionsreichen Hayward Field der University of Oregon. Gleich zum Auftakt des Wettbewerbs steigerte Halleneuropameisterin Larissa Iapichino den italienischen Landesrekord ihrer Mutter Fiona May (7,11 m) um einen Zentimeter auf 7,12 Meter. Einen weiteren Zentimeter auf diese Vorgabe drauflegen konnte Weltmeisterin und Olympiasiegerin Tara Davis-Woodhall (USA), die sich mit 7,13 Metern den Sieg sicherte. Auch die drittplatzierte Monae' Nichols (USA; 7,05 m) übertraf unterstützt von 3,0 m/sec die Sieben-Meter-Marke. 

So weit wie noch nie in diesem Sommer sprang Malaika Mihambo (LG Kurpfalz). Die Olympiasiegerin von 2021 erreichte mit 6,92 Metern (+ 1,9 m/sec) den fünften Rang. In Eugene hatte die 32-Jährige im Jahr 2022 mit 7,12 Metern ihren zweiten WM-Titel gewonnen. 

Im Kugelstoßen dominierte Hallen-Weltmeisterin Chase Jackson (USA) mit drei satten 20-Meter-Stößen, der erste war mit 20,56 Metern der weiteste des Tages. Freiluft-Weltmeisterin Jessica Schilder (Niederlande) übertraf einmal die 20,00 Meter und wurde Zweite (20,11 m). Die Bestleistung von 19,70 Meter brachte die Schwedin Fanny Roos als Dritte aufs Podest. Sarah Mitton (Kanada; 19,61 m) fehlten nur neun Zentimeter bis zu dieser Weite. Olympiasiegerin Yemisi Mabry (MTG Mannheim), die zuletzt als Zweite in Paris (Frankreich; 19,93 m) an ihrer Bestleistung gekratzt hatte, wurde diesmal mit 19,14 Metern Fünfte. Bei den Männern stieß Sieger Leonardo Fabbri (Italien) die Kugel auf 22,74 Meter.

Kipyegon, Seville und Tebogo müssen sich geschlagen geben

In verschiedenen Disziplinen konnten sich nicht die Favoritinnen und Favoriten durchsetzen. Über die Meile der Frauen kam Weltrekordlerin Faith Kipyegon (Kenia; 4:17,80 min) als Dritte ins Ziel. Den Sieg vor Heimpublikum sicherte sich Nikki Hiltz (USA; 4:17,49 min) vor Corcus Ewoi (Kenia; 4:17,62 min). Mit Landesrekord für Nigeria (9,84 sec) sprintete Kayinsola Ajayi zum 100-Meter-Sieg vor Weltmeister Oblique Seville (Jamaika; 9,89 sec). Über 200 Meter setzte sich der 18-Jährige US-Amerikaner Tate Taylor (19,75 sec) gegen Olympiasieger Letsile Tebogo (Botswana; 19,93 sec) durch. 

Im Hammerwurf der Frauen überbot die WM-Dritte Jiale Zhang (China; 77,94 m) im sechsten Versuch die 77,81 Meter, mit der Weltmeisterin und Olympiasiegerin Camryn Rogers (Kanada) lange geführt hatte. Über 800 Meter hatte Weltmeisterin Lilian Odira (Kenia; 1:56,19 min) den besseren Endspurt im Duell mit Olympiasiegerin Keely Hodkinson (Großbritannien; 1:56,73 min).

Jamal Britt im Hürdensprint vor Ja'kobe Tharp

Das Fotofinish entschied über den 100-Meter-Sieg bei den Frauen. Weltmeisterin Melissa Jefferson-Wooden (USA; 10,78 sec) lag nur eine Hundertstel vor der Weltmeisterin von 2023 Sha'Carri Richardson (USA; 10,79 sec), Adaejah Hodge (Britische Jungferninseln; 10,80 sec) folgte eine weitere Hundertstel dahinter.

Im Hürdensprint setzte sich Olympiasiegerin Masai Russell (USA; 12,24 sec) vor Weltrekordlerin Tobi Amusan (Nigeria; 12,34 sec) durch. Bei den Männern stürmte Jamal Britt (USA) mit Bestzeit (12,86 sec) an Position fünf der ewigen Weltbestenliste und ließ knapp Landsmann Ja'kobe Tharp (12,91 sec) hinter sich, der bei den US-Collegemeisterschaften in 12,75 Sekunden den Weltrekord (12,80 sec) von Aries Merritt (USA) unterboten hatte. 

Im Diskuswurf der Männer setzte sich Weltrekordler Mykolas Alekna (Litauen; 71,06 m) durch. Über 400 Meter gewann Weltmeister Collen Kebinatshipi (Botswana; 44,00 sec) vor 400-Meter-Hürden-Olympiasieger Rai Benjamin (USA; 44,11 sec). Das „Prefontaine Classic“ war schon am Freitag eröffnet worden: Dabei war unter anderem Mohamed Abdilaahi (Cologne Athletics; 8:10,34 min) die schnellste Zeit eines DLV-Athleten über zwei Meilen gelaufen.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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