| Stabhochsprung

Desiree Singh stark wie noch nie

Als beim dritten Versuch über 4,36 Meter am Samstag in Wipperfürth die Latte liegenblieb, kannte der Jubel keine Grenzen mehr: Stabhochspringerin Desiree Singh (LG Lippe-Süd) hatte das geschafft ja, wovon sie drei Jahre lang geträumt hatte - eine neue Bestleistung aufzustellen!
pm/fc

Die alte - immer noch deutscher U18-Rekord - stand seit den Deutschen Jugendmeisterschaften Anfang August 2011 in Jena bei 4,32 Metern. „Es war ein toller Wettkampf im kleinen Kreis, obwohl ich bei der Hitze richtig müde war. Ich bin glücklich, dass ich endlich meine Leistungen im Training umsetzen konnte“, meinte eine jubelnde Desiree Singh nach ihrem Sieg in Wipperfürth.

Es war der Lohn für einen langen Weg zurück. Die 19-Jährige hatte im August 2012 Tochter Emma zur Welt gebracht. Nur fünf Monate später sprang sie schon wieder. Natürlich war sie da noch lange nicht in der Form wie vor der Schwangerschaft. Trainer Olaf Hilker führte seinen Schützling erst ganz langsam wieder an die Belastungen heran. Im Sommer 2013 ging es für die U18-Weltmeisterin von 2011 immerhin schon wieder über 4,20 Meter.

In den vergangenen Monaten machte Desiree Singh zunächst eine Knochenhautreizung und der 16 Schritte lange Anlauf zu schaffen. Als die Verletzung überwunden und der Anlauf um zwei Schritte verkürzt war, ging es endlich wieder höher hinaus. Zunächst steigerte sich der Schützling von Olaf Hilker vergangene Woche auf 4,15 Meter, um dann in Wipperfürth gleich 21 Zentimeter auf die Saisonbestleistung draufzupacken. „Durch das etwas langsamere Tempo im Anlauf kann ich meine Technik besser umsetzen“, erklärte Desiree Singh. Übrigens: Auch aus 14 Schritten gehört die 19-Jährige zu den schnellsten deutschen Stabhochspringerinnen.

Vorfreude auf die DM in Ulm

Nun freut sich die Detmolderin auf den Start bei den Deutschen Meisterschaften kommenden Samstag in Ulm. Erst ein Sonderstartrecht machte diese Woche den Weg frei. Denn die DM-Norm liegt eigentlich bei 4,25 Metern. Diese Höhe hatte Desiree Singh vor dem Meldeschluss noch nicht überspringen können, darf aber aufgrund ihres Potenzials trotzdem im Donaustadion antreten.

„Ich bin gespannt, was dort möglich ist. Die Vorfreude ist jedenfalls riesig“, sagte Desiree Singh. Noch einmal wird sie allerdings nicht ihre Saisonbestleistung so deutlich steigern wie in Wipperfürth. Der Grund: Bei der neuen Bestleistung sprang die 19-Jährige schon ihren härtesten Stab. „Da müssen wir wohl für kommendes Jahr neue besorgen“, unkte Desiree Singh. Denn in zwei bis drei Jahren will sie bei 4,50 Metern angekommen sein. Den ersten großen Schritt in diese Richtung hat das Stabhochsprung-Talent in der Sommerhitze von Wipperfürth bereits getan.

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