| Stabhochsprung-Meeting

Sieben Springer über 5,88 Meter beim Sieg von Sam Kendricks

Das Stabhochsprung-Meeting in Clermont-Ferrand wollte kein Ende nehmen. Gleich sieben Springer meisterten am Sonntag 5,88 Meter. Renaud Lavillenie überflog sogar 5,93 Meter, musste sich aber Sam Kendricks geschlagen geben. Raphael Holzdeppe und Lisa Ryzih präsentierten sich gut in Form für die Hallen-WM.
Martin Neumann

Irre Flugshow in Clermont-Ferrand (Frankreich): Beim von Weltrekordler Renaud Lavillenie organisierten Stabhochsprung-Meeting „All Star Perche“ katapultierten sich Sonntagabend gleich sieben Stabhochspringer über die Weltklasse-Höhe von 5,88 Metern. Doch damit noch lange nicht genug: Bei seinem Heimspiel meisterten „Air Lavillenie“ und Weltmeister Sam Kendricks (USA) vor knapp 4.000 Zuschauern im „Maison des Sports“ auch noch die Weltjahresbestleistung von 5,93 Metern.

Da dies dem US-Amerikaner schon im ersten Versuch gelang, Lavillenie aber erst im dritten, lag er vorn. „Wir haben gerade den größten Wettbewerb in der Geschichte des Stabhochsprungs gesehen“, schwärmte Renaud Lavillenie. Sam Kendricks sprach aufgrund des überragenden Niveaus von einem „magischen Meeting“.

Mittendrin in der Weltspitze: Armand Duplantis. Der 18-jährige Schwede sprang 5,88 Meter und steigerte damit den U20-Hallenweltrekord um zehn Zentimeter. Zu den ersten Gratulanten zählten die Sechs-Meter-Springer Renaud Lavillenie und Sam Kendricks. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch Armand Duplantis in den Sechs-Meter-Klub fliegt.

Raphael Holzdeppe scheitert ganz knapp an 5,81 Metern

Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) zeigte sich bei seiner Generalprobe eine Woche vor der Hallen-WM in Birmingham (Großbritannien) gut aufgelegt. 5,73 Meter überflog der 28-Jährige im zweiten Anlauf. Bei 5,81 Metern zeigte der Olympia-Dritte von 2012 zwei starke Versuche. Beim dritten Anlauf berührte er die Latte nur ganz leicht mit der Hüfte, sie fiel trotzdem. Am Ende belegte Raphael Holzdeppe mit 5,73 Metern Rang zehn. Das Ergebnis zeigt die immense Qualität der Starterfelder in Clermont-Ferrand.

Eine Schrecksekunde musste Pawel Wojciechowski überstehen. Der Karbonstab des Ex-Weltmeisters zerbrach beim ersten Versuch über 5,81 Meter in drei Teile. Der Pole blieb unverletzt und konnte den Wettkampf fortsetzen. 5,88 Meter übersprang der Weltmeister von Daegu trotz des Stabbruchs im ersten Versuch. Ebenfalls 5,88 Meter meisterten die Franzosen Axel Chapelle und Kevin Menaldo sowie Piotr Lisek (Polen). 5,88 Meter sind übrigens gleichbedeutend mit der besten Höhe jemals für die Plätze fünf bis sieben in einem Stabhochsprung-Wettkampf.

Sieg für Katie Nageotte mit 4,86 Metern

Schlimmer als Pawel Wojciechowski erwischte es Maryna Kylypko bei den Frauen. Beim Versuch über 4,72 Meter hatte die Ukrainerin nicht genügend Tiefe im Sprung und landete mit dem Rücken nur noch knapp auf der Matte und rutschte in den Einstichkasten. Sie wurde direkt an der Anlage behandelt und anschließend auf einer Trage zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Dort wurden glücklicherweise keine schlimmeren Verletzungen diagnostiziert, sodass Maryna Kylypko am Montag wieder in ihre Heimat fliegen soll. Das wird sie als neue Landesrekordlerin tun. In Clermont-Ferrand hatte sie die nationale Hallen-Bestmarke auf 4,62 Meter gesteigert.

An der Spitze entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Katie Nageotte (USA) und Anzhelika Sidorova (Russland). Das bessere Ende hatte die US-Springerin für sich. Sie überflog 4,86 Meter im zweiten Versuch, die Russin erst im dritten. 4,92 Meter waren anschließend zu hoch für beide. Über Rang drei jubelte lautstark Ninon Guillon-Romarin. Die Französin steigerte den französischen Hallenrekord auf 4,72 Meter.

Deutlich verbessert im Vergleich zur Hallen-DM vor einer Woche in Dortmund präsentierte sich Lisa Ryzih. Die Ludwigshafenerin übersprang 4,62 Meter und belegte Platz sechs. Ein gelungener Test für die Hallen-WM am kommenden Wochenende in Birmingham.

Die kompletten Resultate finden Sie in unserer <link>Ergebnisrubrik...

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