Beeindruckend stark: Yemisi Ogunleye feierte beim 20. Rochlitzer Kugelstoßmeeting am Sonntag in der Turnhalle „Am Regenbogen“ mit einer weiteren Topweite von 19,66 Metern ihren dritten Meetingsieg in dieser Hallensaison. In ihrem Windschatten überzeugte Katharina Maisch mit 19,02 Metern und der Hallen-WM-Norm. Derweil nähert sich Xaver Hastenrath in seiner Comeback-Saison den angepeilten 20 Metern.
Zur Regeneration blieb den Kugelstoßern nach ihrem Auftakt am Samstag in Nordhausen nur wenig Zeit. Bereits am Sonntag flogen die Kugeln zum 20-jährigen Jubiläum in Rochlitz. Auch hier hatten die Veranstalter die weltbesten Athleten eingeladen – und diese lieferte wie bereits am Vortag eindrucksvoll ab. Einmal mehr bestach Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim). Die Olympiasiegerin von Paris untermauerte mit einer herausragenden Leistung ihre glänzende Form – und das in ihrem dritten Saisonwettkampf unter dem Hallendach. Die 27-Jährige begeisterte wie am Tag zuvor in Nordhausen mit einem tollen Auftritt und einer starken Serie. Stets fokussiert, bei sich, um dann im Ring zu explodieren.
Vier ihrer fünf gültigen Versuche wuchtete die WM-Sechste über die 19-Meter-Marke. Das beste Ergebnis erzielte sie in der vierten Runde mit 19,66 Metern. Wobei sie diesen Stoß nicht einmal optimal getroffen hatte. Was man ihr nach jedem Versuch im Gesicht ansah, war die pure Freude über diesen Wettkampf, in dem die zweifache deutsche Hallenmeisterin die Norm für die Hallen-Weltmeisterschaften in Torun (Polen; 20 bis 22. März) abermals erfüllte.
Katharina Maisch krönt Top-Serie mit Hallen-WM-Norm
Ebenfalls über der Norm für die Hallen-WM blieb erstmals in dieser Hallensaison Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge). Die Lokalmatadorin begeisterte mit einer schönen Serie, aus der der dritte Versuch mit 19,02 Metern herausragte. Diese Leistung brachte ihr hinter der Siegerin Yemisi Ogunleye den zweiten Platz. Dritte wurde Auriol Dongmo aus Portugal (18,39 m). Im Vergleich zum Vortag steigerte sich Katharina Maisch um einen halben Meter, nur einmal war sie unterm Hallendach besser (19,10 m).
Auf einen weiteren Start bei den Männern verzichtete Zane Weir aus Italien. In Nordhausen hatte er aufgrund einer Verletzung nach nur einem Versuch den Wettkampf beenden müssen. Dafür drehte der US-Amerikaner Christopher Licata in Rochlitz richtig auf und holte sich den Sieg mit persönlicher Bestleistung von 20,55 Metern. Auf die Ränge zwei und drei stieß sich ein italienisches Duo mit Nick Ponzio (20,49 m) und Riccardo Ferrara (19,99 m).
Noch fünf Zentimeter bis zu den 20 Metern
Fast hätte Xaver Hastenrath (TSV Bayer Dormagen) die internationale Phalanx durchbrochen. In seinem dritten Saisonwettkampf unter dem Hallendach gab es für ihn die nächste Steigerung. Mit 19,95 Metern kratzte er in seiner Comeback-Saison gehörig an den angepeilten 20 Metern. Diese Marke ist insofern relevant, als das sie der Richtwert für den Winterwurf-Europacup in Nikosia (Zypern; 14./15. März) ist. Für ein weiteres deutsches Top-Resultat sorgte U23-Athlet Georg Harpf (LG Stadtwerke München), der seine Bestmarke auf starke 19,69 Meter steigerte.
In Nordhausen gelang Emily Scherf (SC Neubrandenburg) am Vortag ihr erster 16-Meter-Stoß sowie der Tagessieg in der U20-Konkurrenz. In Rochlitz stand sie ebenfalls ganz oben auf dem Podest. Allerdings kam sie an diesem Tag nicht über 15,69 Meter aus ihrem ersten Versuch hinaus. Mit 17,70 Metern dominierte Max Louis Emmrich (LV 90 Erzgebirge) am Vortag die U20-Konkurrenz bei den Mitteldeutschen Hallenmeisterschaften in Halle/Saale. So weit flog die Kugel am Sonntag nicht. Als Tagesbestweite wurden 16,92 Meter sowie der Tagessieg notiert.
Deutliche Steigerung für Clesio De Carvalho
Am Vortag standen für Clesio De Carvalho (LG Steinlach-Zollern) noch 17,10 Meter im Protokoll. Man sah ihm seine Unzufriedenheit, dass er sein Potenzial bei Weitem noch nicht ausgeschöpft hatte, an. Umso besser fand der U18-Athlet in Rochlitz in den Wettkampf, und wuchtete die 5-Kilo-Kugel zum Einstieg erstmals über die 18-Meter-Marke. Als neue Bestmarke stehen jetzt 18,02 Meter sowie der Spitzenplatz in der deutschen U18-Hallenbestenliste zu Buche.
Anschließend kratzte er in den Versuchen zwei und drei mit Weiten von 17,93 und 17,86 Metern nochmals an der Marke. Als frisch gebackene Mitteldeutsche U18-Hallenmeisterin startete Pauline Schubert (LV 90 Erzgebirge) in die Konkurrenz, die sie souverän mit 14,53 Metern für sich entschied.
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