| Sindelfingen

Jugend-Hallen-DM am Sonntag: Die Entscheidungen der weiblichen Jugend

© Dirk Gantenberg
Am Sonntag fallen bei der Jugend-Hallen-DM in Sindelfingen sieben Entscheidungen in der weiblichen Jugend. Hier lesen Sie von Disziplin zu Disziplin, wer sich im Kampf um die Titel durchsetzt.
Svenja Sapper

LIVESTREAM  Live-Ergebnisse

200 Meter

Lena Anochili ist die Sprintkönigin von Sindelfingen

Nach dem Zieleinlauf über 200 Meter musste Lena Anochili (Hamburger SV) kurz durchatmen. Denn die 60-Meter-Siegerin vom Vortag hatte in Sindelfingen ein Mammutprogramm abgespult: Drei 60-Meter-Läufe am Samstag, gefolgt von zwei 200-Meter-Läufen am Sonntag. Schon im Vorlauf war sie mit 23,87 Sekunden als Einzige unter 24 Sekunden geblieben. Und so ging die Hamburgerin abermals als Favoritin in ein Finale. Sie lief allerdings nicht nur gegen ihre drei Kontrahentinnen, sondern auch gegen die Zeit von Anne Böcker (TSV Bayer 04 Leverkusen), die im ersten Zeitlauf mit 24,01 Sekunden vorgelegt hatte. 

Lena Anochili stürmte los und kam bereits als Erste aus der Kurve. Auf der Zielgeraden wurden die Beine dann sichtbar schwer. Doch sie hielten durch bis ins Ziel: Mit 23,81 Sekunden, nur eine Hundertstel langsamer als ihre Bestleistung, holte sie sich den zweiten Titel. Silber ging an Anne Böcker. Bronze wurde zwischen den Zweitplatzierten der beiden Läufe entschieden. Hannah Carin Briden (TV Olpe) war im zweiten Lauf vier Tausendstel schneller als Mia Besser (SC DHfK Leipzig). Für beide wurden 24,37 Sekunden gestoppt. 
 


400 Meter

Start: 14:10 Uhr
 


800 Meter

Start: 13:40 Uhr
 


1.500 Meter

Lera Miller macht den Hattrick klar

2024 und 2025 hieß die Deutsche U20-Hallenmeisterin über 1.500 Meter jeweils Lera Miller (VfL Löningen). Und 2026? Ging die 18-Jährige erneut als große Favoritin ins Rennen. Die U20-WM-Finalistin setzte sich gleich an die Spitze, ohne sich jedoch von der Konkurrenz zu lösen. Vor allem Leni Hirt (LG farbtex Nordschwarzwald) und die erst 16-jährige Luise Brzoska (Eintracht Frankfurt) blieben der Führenden lange auf den Fersen. Doch Lera Miller ließ sich nicht verunsichern. 1.100 Meter waren absolviert, als sie ordentlich aufs Tempo drückte. Und so deutete sich schon an: Die Favoritin würde nicht mehr aufzuhalten sein. 

Als die Glocke ertönte, setzte Lera Miller zum Schlussspurt an. Die Lücke zu den Verfolgerinnen wuchs stetig. Und mit einem Jubelschrei feierte die Löningerin den Jugend-Hallen-DM-Hattrick. Mit 4:30,39 Minuten lag sie drei Sekunden vor Leni Hirt, die mit 4:33,24 Minuten Zweite wurde. Im Kampf um Bronze fing Pauline Kleesiek (LAV Kassel; 4:34,05 min) Luise Brzoska noch ab, die mit 4:35,55 Minuten als jüngste Finalteilnehmerin Vierte wurde. 


3.000 Meter

Start: 14:55 Uhr
 


Hochsprung

Florentine Toppe von Sieg und Bestleistung überwältigt

Als die Hochsprung-Latte auf 1,75 Meter gelegt wurde, befanden sich nur noch drei Athletinnen im Wettkampf. Die Medaillen waren somit an Florentine Toppe, Lea Völcker (beide Munich Athletics) und die Jahresbeste Sina Stoll (TB Tailfingen) vergeben, nur die Reihenfolge stand noch nicht fest. Alle drei meisterten die Höhe auf Anhieb. Und auch die1,78 Meter schafften Sina Stoll und Lea Völcker gleich im ersten Anlauf. Florentine Toppe entschied sich nach einem Fehlversuch dafür, direkt die 1,81 Meter anzugehen. Für sie bedeutete diese Höhe schon eine neue Bestleistung. 

Doch die 18-Jährige hatte gut gepokert: Gleich im ersten Versuch flog sie über die Latte und stieß einen lauten Freudenschrei aus. Damit hatte sie sich in die Poleposition gebracht, denn ihre beiden Mitstreiterinnen mussten jeweils in den dritten Versuch. Und während U18-Athletin Lea Völcker im dritten Versuch ebenfalls über die neue Bestleistung jubeln durfte, verabschiedete sich Sina Stoll bei dieser Höhe, durfte sich aber über die Bronzemedaille freuen. 1,83 Meter waren dann für beide Münchnerinnen noch zu hoch. 

Florentine Toppe vergoss nach dem Wettkampf Freudentränen. Ihr erster DM-Titel war für sie nach zwei von verletzungsgeprägten Jahren der Lohn fürs Durchhaltevermögen. Ein gebrochenes Sprunggelenk, ein Bandscheibenvorfall und mehrere Operationen hatten dazu geführt, dass sie 2024 keine und 2025 nur sehr wenige Wettkämpfe hatte bestreiten können. In die Hallensaison war sie mit einer Bestleistung von 1,73 Metern gestartet, nun ist sie schon bei 1,81 Metern angekommen.

Nach der langen Leidenszeit war sie vor der DM entsprechend nervös gewesen. "Aber nach dem Einspringen habe ich schon gemerkt: Das kann was werden", erzählte sie im Anschluss. So vertraute sie auch nach dem Fehlversuch bei 1,78 Metern auf ihr Leistungsvermögen. "Ich war mir ziemlich sicher, dass ich das springen kann. Und natürlich geht es bei einer Meisterschaft auch um die Platzierung. Deshalb dachte ich mir: Alles oder nichts!" Ihre Freude über den Titel teilte sie mit ihrer Familie, ihren Freunden und der Trainingsgruppe. "Das sind die Menschen, die an mich geglaubt haben, als niemand dachte, dass ich wieder zurückkommen kann." Für den Sommer hat sie sich vorgenommen, ihre neue Bestleistung zu bestätigen. Denn bei eben diesen 1,81 Metern steht die Norm für die U20-WM in Eugene (USA; 5. bis 9. August). 
 


Weitsprung

Start: 14:00 Uhr
 

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