Zum Abschluss der Hallen-WM in Torun hat Hürdensprinterin Devynne Charlton am Sonntag ihren dritten Titel nacheinander gewonnen. Marlene Maier stürmte ins Finale und zweimal zu einer Bestzeit. Über 800 Meter der Frauen war Olympiasiegerin Keely Hodgkinson eine Klasse für sich, bei den Männern gewann der erst 17-Jährige Cooper Lutkenhaus.
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Die 60 Meter Hürden der Frauen zählten zum Abschluss der Hallen-WM in Torun (Polen) am Sonntag zu den Highlights. Allen voran stürmte Devynne Charlton (Bahamas) nicht nur zu ihrem dritten Gold nacheinander. Die 30-Jährige stellte dabei in 7,65 Sekunden auch noch ihren Weltrekord ein, den sie vor zwei Jahren bei ihrem Triumph in Glasgow (Großbritannien) aufgestellt hatte.
In 7,73 Sekunden zu Silber sprintete die zweimalige Hallen-Europameisterin Nadine Visser (Niederlande) vor der zeitgleichen Pia Skrzyszowska, die ihren polnischen Landesrekord damit um eine Hundertstel unterbot. Freiluft-Weltmeisterin Ditaji Kambundji (Schweiz) verpasste trotz 7,75 Sekunden als Vierte eine Medaille. Mit Bestleistung von 7,90 Sekunden in ihrem ersten WM-Finale lief Marlene Maier (TSV Bayer 04 Leverkusen) auf den geteilten siebten Platz.
Hodgkinson und Lutkenhaus beeindrucken
Eine Demonstration ihrer Stärke war der 800-Meter-Sieg von Keely Hodgkinson. Die Britin, die im Februar den Weltrekord auf 1:54,87 Minuten verbessert hatte, übernahm von Beginn an das Kommando. Obwohl es schon ihr drittes Rennen innerhalb von drei Tagen war, wurde die Olympiasiegerin nicht langsamer und erreichte das Ziel nach 1:55,30 Minuten. Nur sie selbst war in der Geschichte dieser Strecke in ihrem Weltrekordrennen noch schneller.
Mit ihrer ersten internationalen Medaille in der Frauenklasse setzte Audrey Werro (Schweiz) als Zweite ihren Aufstieg vor. Die 21-Jährige drückte ihren Landesrekord außerdem auf 1:56,64 Minuten. Mit Bronze und Bestzeit (1:58,36 min) den bisher größten Erfolg ihrer Karriere feierte auch Addy Wiley (USA).
Seinen Durchmarsch an die Weltspitze vollendete im Finale der Männer der erst 17-Jährige Cooper Lutkenhaus (USA). Einem U18-Weltrekord (1:42,27 min) bei den US-Freiluftmeisterschaften im vergangenen Jahr und der WM-Teilnahme in Tokio (Japan) ließ der Aufsteiger in der laufenden Hallensaison schon einen U20-Hallen-Weltrekord (1:44,03 min) folgen, in Torun nun die Krönung zum Hallen-Weltmeister. In 1:44,24 Minuten verwies er Eliott Crestan (Belgien; 1:44,38 min) und Mohamed Attaoui (Spanien; 1:44,69 min) auf die Plätze zwei und drei.
Sandrina Sprengel Achte, Gerson Baldé springt zum Titel
Im Fünfkampf kletterte die Niederländerin Sofie Dokter nach Bronze bei der Hallen-WM 2024 und Silber bei der Hallen-EM 2025 eine weitere Stufe auf dem Treppchen nach oben: Mit 4.888 Punkten übertrumpfte die 23-Jährige nicht nur ihre eigene Bestleistung (4.826 Pt.), sondern auch Siebenkampf-Weltmeisterin Anna Hall (USA; 4.860 Pt.) und Kate O´Connor, die sich mit irischem Landesrekord (4.839 Pt.) Bronze sicherte. Mit Bestleistung (4.475 Pt.) und Platz acht überzeugte Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart).
Im Stabhochsprung der Frauen holte sich Molly Caudery (Großbritannien) ihren Titel zurück, den sie schon 2024 gewonnen hatte. Die 26-Jährige meisterte im zweiten Anlauf 4,85 Meter. Das war Gold wert. Die Slowenin Tina Sutej sammelte im Alter von 37 Jahren mit 4,80 Metern wie schon im vergangenen Jahr ihre nächste Silbermedaille ein. Bronze wurde gleich dreimal vergeben, jeweils für eine fehlerfreie Bilanz bis 4,70 Meter: An die Tschechin Amálie Svabiková, die Neuseeländerin Imogen Ayris und die Schweizerin Angelica Moser. Jacqueline Otchere (MTG Mannheim), die kurzfristig von ihrer Startmöglichkeit erfahren hatte, belegte mit 4,55 Metern Rang zehn.
Gerson Baldé (Portugal) heißt der neue Hallen-Weltmeister im Weitsprung der Männer, der im sechsten Durchgang auf 8,46 Meter segelte. Seinen Landesrekord von Mitte Februar (8,32 m) steigerte er damit noch einmal um 14 Zentimeter. So musste sich Freiluft-Weltmeister und Titelverteidiger Mattia Furlani mit Silber zufrieden geben, obwohl der Italiener mit 8,39 Metern seine Bestleistung einstellte. Hallen-Europameister Bozhidar Saraboyukov (Bulgarien; 8,31 m) holte Bronze. DLV-Starter Luka Herden (LG Brillux Münster; 7,68 m) beendete den Wettkampf auf Platz 15.
Steigerungslauf und gescheiterter Ausreißversuch
Das 1.500-Meter-Finale der Männer ging gemächlich los. Der Spanier Mariano Garcia lief vorneweg und steigerte das Tempo von Runde zu Runde. Auch als der 28-Jährige aus der Zielkurve kam, lag er noch vorn, blickte zur Seite, geriet sogar etwas ins Straucheln. Dennoch konnte niemand mehr an ihm vorbeiziehen und nach Hallen-WM-Gold über 800 Meter im Jahr 2022 trägt der Spanier diesen Titel jetzt auch über 1.500 Meter (3:39,63 min). Freiluft-Weltmeister Isaac Nader (Portugal; 3:40,06 min) folgte auf Rang zwei, vor dem Australier Adam Spencer (3:40,26 min).
Bei den Frauen versuchte es die Äthiopierin Birke Haylom mit einer Flucht nach vorn, wurde in der Schlussrunde aber vom Feld eingeholt und wurde am Ende nur Fünfte (4:01,34 min). Die Olympia-Dritte Georgia Hunter Bell (Großbritannien) konnte die meisten Reserven mobilisieren und spurtete zu ihrem ersten großen Titel (3:58,53 min). Mit Ozeanien-Rekord von 3:59,45 Minuten holte Jessica Hull wie schon bei Olympia Silber, vor Nikki Hiltz (USA; 3:59,68 min). Als Vierte blieb auch Agathe Guillemot (3:59,71 min) unter vier Minuten und stellte einen französischen Landesrekord auf.
Bei den abschließenden beiden Laufentscheidungen gab es zweimal Gold für die USA über 4x400 Meter. Bei den Frauen setzte sich das US-Quartett (3:25,81 min) vor den Niederländerinnen (3:26,00 min) und den Spanierinnen (3:26,04 min) durch. Die US-Boys triumphierten mit Meisterschaftsrekord (3:01,52 min) vor Belgien (3:03,29 min) und Jamaika (3:05,99 min).
Nächster Titel für Tom Walsh
In der Vormittags-Session feierte die portugiesische Weiterspringerin Agate De Sousa ihren ersten ganz großen Erfolg. Die 25-Jährige hatte in diesem Winter mit 6,97 Metern an den sieben Metern gekratzt, die sie im Freien schon einmal übertreffen konnte. In Torun bestätigte die WM-Fünfte des vergangenen Sommers ihre starke Form. 6,92 Meter bedeuteten die Goldmedaille. Hallen-Europameisterin Larissa Iapichino (Italien) kam dieser Weite im sechsten Versuch mit 6,87 Metern nah, konnte sich die Führung aber nicht mehr zurückholen. Bronze gewann Natalia Linares (Kolumbien; 6,80 m).
Im Kugelstoßen der Männer sicherte sich Tom Walsh (Neuseeland) schon seinen vierten Titel bei Hallen-Weltmeisterschaften. Der Titelverteidiger konnte sich im Verlauf des Wettkampfes immer weiter steigern. Im fünften Durchgang übernahm der 34-Jährige mit 21,66 Metern die Spitze und legte dann noch 21,82 Meter nach. Der US-Amerikaner Jordan Geist hatte schon im ersten Versuch 21,64 Meter vorgelegt, sein Pulver damit aber auch verschossen und wurde Zweiter. Auch Bronze ging in die USA, an Roger Steen (21,49 m).