| Junioren-Gala 2017

Mannheim Tag 2: Die Finals der männlichen U20

Wer hat sich am Sonntag die Tickets für die U20-Europameisterschaften in Grosseto (Italien; 20. bis 23. Juli) gesichert? Hier lesen Sie von Disziplin zu Disziplin von den Entscheidungen der männlichen Jugend U20 bei der BAUHAUS Junioren-Gala 2017 in Mannheim!
te / hk / sb

<link btn>Livestream und Live-Ergebnisse

MÄNNLICHE JUGEND U20 

200 Meter

Niels Torben Giese fit für Grosseto

Der Brite Jona Efoloko war mit 21,14 Sekunden am schnellsten. In einem anderen Zeitlauf setzte sich Niels Torben Giese mit 21,27 Sekunden durch. Der 19-Jährige vom SC DHfK Leipzig, der zuvor bereits 21,23 Sekunden gelaufen war und auch damit die U20-EM-Norm abgeliefert hatte, haderte unter anderem damit, dass die Bahn neben ihm unbesetzt blieb. „Nach der Kurve musste ich komplett alleine laufen. Hinzu kommt, dass ich die Staffel und vor allem die 100 Meter von gestern in den Beinen hatte“, sagte Niels Torben Giese, der sich über 100 Meter auf 10,46 Sekunden verbessert hatte. Emanuel Stubican (TB Bad Cannstatt) setzte als Vierter mit der Verbesserung auf 21,32 Sekunden ein Achtungszeichen. hk

800 Meter

Constantin Schulz von der Spitze weg

Constantin Schulz war als einziger der drei bereits für die U20-EM nominierten DLV-Mittelstreckler am Start und musste von der Spitze weg sein eigenes Rennen bestreiten. Nach ruhigen 57,07 Sekunden bei Streckenhälfte holte er immerhin noch 1:51,34 Minuten heraus.

„Ich bin von Anfang an vorne gelaufen, weil die anderen nicht so wirklich Druck gemacht haben", erklärte der 19-Jährige vom LC Cottbus, dessen Bestzeit bei 1:50,01 Minuten steht. „Eine Zeit unter 1:50 Minuten sollte schon drin sein“, gab er die Marschroute für Grosseto vor.

Der Däne William Devantier belegte in 1:52,13 Minuten Platz zwei vor Deniss Salkauskas (Estland; 1:52,16 min). hk

400 Meter Hürden

Constantin Preis macht Grosseto-Start klar

Mit einer energischen Schlussphase sicherte sich Constantin Preis (TV Pforzheim) den Sieg. Mit 51,79 Sekunden preschte der Deutsche U20-Hallenmeister über 400 Meter nur um 15 Hundertstel an der persönlichen Bestzeit vorbei und bestätigte ein weiteres Mal die Norm für die U20-EM. „Normalerweise laufe ich bis zur siebten Hürde im 14er-Rhythmus, aber heute habe ich das nur bis zur fünften Hürde geschafft. Heute war nicht mein bester Tag“, entschuldigte sich Constantin Preis regelrecht, um dann aber zu relativieren. „Ich habe aber gezeigt, dass ich laufen kann. Auf der zweiten Hälfte hole ich immer auf“, sagte der Baden-Württemberger, der nun mit einem Start in Grosseto planen kann.

Tom Schröder (TV Lilienthal), im Vorjahr Fünfter der U18-EM, hielt bis zum Schluss wacker gegen und wurde mit Platz zwei belohnt. In 52,09 Sekunden verbesserte er sich um fünf Hundertstel, verpasste die Mindestleistung für die U20-EM aber um neun Hundertstel. Tuomas Lehtonen (Finnland) folgte mit der persönlichen Bestzeit von 52,64 Sekunden auf dem Bronzerang. hk
 

4x100 Meter 2. Lauf

Deutschland II siegt

Die zweite deutsche Sprintstaffel hat die 4x100 Meter gewonnen. Tom Warmholz (SCC Berlin), Marvin Schulte (SC DHfK Leipzig), Tom Paulsen (Dresdner SC 1898) und Emanuel Stubican (TB Bad Cannstatt) setzten sich in 39,87 Sekunden vor Deutschland I durch. Das erste Quartett lief in der Besetzung Milo Skupin-Alfa (LG Offenburg), Thomas Barthel (SC Magdeburg), der am Samstag über 100 Meter überzeugt hatte, Niels Torben Giese (SC DHfk Leipzig) und Jonathan Petzke (Dresdner SC 1898) 39,95 Sekunden und war damit acht Hundertstelsekunden langsamer als die zweite Staffel.

Die internationale Konkurrenz konnte mit den deutschen Mannschaften nicht ganz mithalten. Das Team aus Großbritannien lief auf den dritten Rang und benötigte 39,98 Sekunden. Beide deutsche Staffeln liefen mit ihren Zeiten recht nahe an den Meetingrekord heran, den eine deutsche Staffel 2006 aufgestellt hatte. Das Quartett hatte damals 39,66 Sekunden benötigt. te


4x400 Meter

DLV-Quartett erfüllt EM-Norm

Der mit 46,65 Sekunden bislang Saisonbeste Manuel Sanders (TSG Dülmen) machte vom Start weg Dampf und übergab sicher auf Justus Ringel (SC Potsdam). Der büßte zum Schluss Boden ein, aber Lorenz Niedrig (TuS Erkenschwick) hielt gegen und wechselte mit fünf Metern Vorsprung. Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz) baute die Führung weiter aus, um nach 3:09,54 Minuten durchs Ziel zu spurten. Damit erfüllte das DLV-Quartett die Vorgabe für die U20-EM bravourös.

Johann Rosin LAC (Erdgas Chemnitz), Fabian Bürckel (USC Mainz), Constantin Preis (TV 1834 Pforzheim) und Arne Leppelsack (MTV Pfaffenhofen) erkämpften in 3:21,47 Minuten den zweiten Platz. Justus Baumgarten (SCL Heel Baden-Baden), Florian Colon Marti (TV Wattenscheid 01), Leopold Stefanski (Erfurter LAC) und Yannic Voss (TSV Gomaringen) wurden mit 3:11,97 Minuten Dritte. hk


Hochsprung

Lucas Mihota hadert mit dem Anlauf

In einem kleinen, aber mit U18-Europameister Lucas Mihota (SB DJK Rosenheim) sowie 2,20 Meter-Springer Juozas Baikstys (Litauen) durchaus erlesenen Feld blieben am Sonntag die großen Höhenflüge aus. Nach einem Handbruch, zugezogen beim Hürdentraining, nicht mit im Feld war Luca Meinke (Schweriner SC), der mit seiner Bestleistung von 2,15 Metern durchaus vorne hätte mitmischen können. Denn der Sieg ging schon für 2,16 Meter weg, und zwar an Juozas Baikstys.

Lucas Mihota floppte im ersten Versuch über 2,08 Meter. „Bis dahin hat sich eigentlich alles super angefühlt“, sagte er. „Aber vielleicht habe ich jetzt auch einfach ein bisschen Schiss vor den nächsten Höhen.“ Hinzu kommen nach vermehrtem Krafttraining ein höheres Gewicht, eine Umstellung des Anlaufs und insgesamt der Wechsel des Trainingsumfelds von Rosenheim nach München. „Die ganze Saison verlief schon nicht so toll“, sagt der 18-Jährige, der in der Hallensaison mit 2,23 Metern für Furore gesorgt hatte. Nun hofft er, dass er aufgrund der früh erfüllten Norm von 2,15 Metern trotz der zuletzt durchwachsenen Leistungen für Grosseto nominiert wird. sb

Stabhochsprung

Bo Kanda Lita Baehre kratzt am Hausrekord

Einmal mehr agierte Bo Kanda Lita Baehre in einer anderen Liga. Der 18-Jährige vom TSV Bayer 04 Leverkusen stieg bei 5,20 Metern in den Wettbewerb ein. Für 5,40 Meter benötigte der vorjährige U18-Vize-Europameister zwei Versuche und ließ dann 5,60 Meter auflegen. Doch bei der Höhe, mit der er zwei Wochen zuvor daheim in Leverkusen Deutscher U23-Meister geworden war, wollte die Latte diesmal nicht liegen bleiben, wobei sie im dritten Versuch nur minimal mit der Brust touchiert wurde. „Ich glaube es ist eine Konzentrationsfrage“, erklärte Trainerin Christine Adams. „Im Training läuft technisch alles super. Und wer 5,60 Meter schafft, der kann auch durchaus schon einmal 5,70 Meter liegen lassen“, so die zweifache Hallen-Vize-Europameisterin.

Der Norweger Sondre Guttormsen überquerte als Zweiter 5,35 Meter. Der Brite Joel Leon Benitez, der schon 5,40 Meter geschafft hat, wurde mit 5,30 Metern Dritter. Philip Kass (SV Werder Bremen) hielt sich als Vierter mit ebenfalls 5,30 Metern prächtig. Erst der neue Hausrekord von 5,35 Metern war für ihn zu hoch. Dahinter nutzte Julian Otchere (MTG Mannheim) seinen Heimvorteil eindrucksvoll und empfahl sich damit für den dritten DLV-Startplatz in Grosseto. Der vorjährige Deutsche U18-Meister und Baden-Rekordler holte bis 5,10 Meter alle Höhen im ersten Versuch. Bei 5,20 Metern offenbarten sich dann jedoch Anlaufprobleme. „Julian hat noch viel Potenzial. Er ist körperlich noch lange nicht ausgereizt. Auch sein Anlauf ist mit 14 Schritten noch kurz“, zeigt Trainer Alexander Rupp Reserven auf.

Fachmännisch begutachtet wurde der Wettbewerb von Erki Nool (Estland), 2000 in Sydney (Australien) Zehnkampf-Olympiasieger. Sein Sohn Robin Nool übersprang im zweiten Anlauf 5,30 Meter – persönliche Bestleistung und zusammen mit Philip Kass Platz vier. hk

Weitsprung

Marcel Cymcyk siegt und ärgert sich

7,52 Meter! Der Ulmer Marcel Cymcyk wartete am Sonntag bei der Junioren-Gala mit einer gewaltigen Steigerung seiner Bestmarke um 19 Zentimeter auf. So recht freuen konnte er sich, im Schlepptau des Doping-Kontrolleurs, anschließend aber nicht. Im Gegenteil: „Ich ärgere mich richtig!“ erklärte er. Denn zur Norm für Grosseto fehlten winzige drei Zentimeter. Für seine Steigerung hatte er ein einfaches Rezept: „Ich habe das Brett getroffen“, erklärte er. „Und ich habe mich richtig gut getroffen.“ Dass er mehr drauf hat als die 7,33 Meter aus Weinheim, mit denen er angereist war, habe er vorher gewusst. Den neuen Hausrekord werde er angesichts der knapp verpassten Norm wohl erst später zu schätzen wissen.

Erst im letzten Versuch war Marcel Cymcyk der beste Satz des Tages gelungen, zuvor hatten sich Simon Zienert (Dresdner SC 1898) und Favorit Börn-Ole Klehn (SC Preußen Münster) weitengleich mit 7,34 Metern um den Sieg duelliert. Für beide blieb es bei dieser Weite – einer konnte es gelassen nehmen: Björn-Ole Klehn hatte die Norm im Vorfeld mit 7,58 Metern als einziger DLV-Springer überboten und kann fest mit seiner ersten internationalen Meisterschaft planen. sb

Speerwurf

Norman Plischke technisch ausbaufähig

Mit gleich zu Beginn erzielten 70,05 Metern erfüllte Norman Plischke ein weiteres Mal die Norm für die U20-EM. Allerdings gab sich der 19-Jährige vom SC Magdeburg überaus selbstkritisch. „Die Bedingungen waren top, aber ich war technisch sehr schlecht“, sagte Norman Plischke und ging auch ins Detail: „Ich mache mich vor dem Abwurf zu klein und komme nicht richtig hinter den Speer. Deshalb hat das nicht wirklich etwas mit Werfen zu tun. Aber ich habe ja noch Zeit, das bis Grosseto hinzubekommen.“

Tomas Schlegel (LC Rehlingen) verbesserte sich als Zweiter auf 69,71 Meter. Wenige Tage nach dem Gewinn des Vize-Titels bei den Schul-Weltmeisterschaften in Nancy (Frankreich) mit dem Saarbrücker Gymnasium am Rotenbühl steht daher mit erfüllter U20-EM-Norm (68,50 m) der nächste internationale Einsatz vor der Tür. Jakob Nauck (SC DHfK Leipzig) verfehlte mit 65,81 Meter die Bestleistung nur um wenige Zentimeter. hk
 

MÄNNER

Stabhochsprung

Stabis springen sich für Erfurt warm

Der Angriff auf die WM-Norm von 5,70 Metern war nicht aussichtslos, am Sonntag aber noch nicht von Erfolg gekrönt. Nachdem sich das Wetter im Michael-Hoffmann-Stadion den gesamten Tag über (fast) von seiner besten Seite präsentiert hatte, begann es ausgerechnet zum Showdown beim Männer-Stabhochsprung zu nieseln. Auch wenn sich der Regen bald wieder verzog: Top-Bedingungen hatten die Springer nicht. Und da in Mannheim weniger der Sieg als Sprünge in Richtung London zählten, gingen die Stabis schnell aufs Ganze.

5,40 Meter meisterten drei Athleten fehlerfrei: Tobias Scherbarth, Hendrik Gruber und Karsten Dilla (alle TSV Bayer 04 Leverkusen). Dilla scheiterte anschließend dreimal an 5,60 Metern. Scherbarth und Gruber nahmen dreimal bei 5,70 Meter Anlauf – was ihnen diesmal allerdings nicht die Norm, sondern besonders dem Deutschen Meister Tobias Scherbarth wichtige Erkenntnisse für die <link>Deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Erfurt brachte.

"Landau war letzte Woche schon ein guter Schritt", erklärte er, "hier war der erste Sprung über 5,70 Meter dann auch sehr gut. Da hatte ich eigentlich nur den Ständer zu pessimistisch einstellen lassen." Nachdem er aufgrund von Verletzungsproblemen die Hallensaison ausgelassen hatte und spät in die Saisonvorbereitung gestartet war, ist er endlich wieder bei Sprüngen mit seinem härtesten Stab angekommen, der ihn nun in Erfurt über 5,70 Meter tragen soll. Dort wollen sich auch seine Vereinskollegen in diese Höhen schwingen. "Wenn die Bedingungen mitspielen, werde ich vorne mitspringen können", bestätigte Team-EM-Sieger Hendrik Gruber, der in Mannheim nach einem Sturz auf die Latte von Nackenproblemen ausgebremst worden war und die letzten Sprünge nicht mehr durchziehen konnte. sb

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