| U18-EM 2026

Rieti Tag 3 | Die DLV-Talente in den Finals

© Jan Papenfuß
Weiter geht's bei der U18-EM! Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ist mit 72 jungen Athletinnen und Athleten nach Rieti (Italien) gereist. Wie die DLV-Talente am Samstag in den Finals abgeschnitten haben, lesen Sie hier.
Svenja Sapper

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Weibliche U18

400 Meter

Bestzeit und Platz vier: Anna Pantchev überglücklich

Der vierte Platz ist oft mit einer Enttäuschung verbunden. Nicht so bei Anna Pantchev (LAZ Ludwigsburg). Die Langsprinterin hatte nach ihrem Finale allen Grund, stolz auf sich und ihre Leistung zu sein. Erwartungsfroh blickte sie auf die Anzeigetafel und applaudierte sich selbst. Denn die 54,08 Sekunden, die dort aufleuchteten, bedeuteten eine deutliche neue Bestzeit. Bislang hatte ihr Hausrekord bei 54,45 Sekunden gestanden. Damit war sie auf dem Papier im Final-Feld die Nummer acht. 

Doch nur drei Athletinnen waren am Samstagabend schneller. Allen voran Eleni Iakovaki, Tochter des einstigen 400-Meter-Hürden-Europameisters Perikles Iakovakis. Die Griechin glänzte mit nationaler U18-Bestzeit von 52,38 Sekunden und siegte vor Sophia Akuchi Emmanuel aus Ungarn (52,80 sec) und Zofia Pasierbek aus Polen (53,08 sec). 

Stimme zum Wettbewerb: 

Anna Pantchev (LAZ Ludwigsburg)
Ich habe definitiv den vierten Platz gewonnen und keine Medaille verloren! Dicke PB, das war mein Ziel. Ich war schon so zufrieden, dass ich hier im Finale laufen darf, und ich wollte es genießen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, für ein EM-Finale auf der Bahn zu stehen. Das kann ich gar nicht in Worte fassen. Das zu realisieren, braucht noch ein bisschen Zeit. Bahn zwei kam mir sogar entgegen, weil ich dadurch die anderen immer ein bisschen im Blick hatte. Eingangs der Zielgeraden habe ich gemerkt, dass ich das Tempo noch mal anziehen kann. Mein erster internationaler Start hätte nicht besser laufen können. 


1.500 Meter

Mila Klein holt sich mit Kampf und Köpfchen 1.500-Meter-Bronze

Mit noch nicht ganz 16 Jahren hat Mila Klein ihre erste internationale Medaille gewonnen: Die Mittelstrecklerin gewann am Samstag bei der U18-EM in Rieti Bronze über 1.500 Meter. Die Berlinerin brachte sich in der vorletzten Runde clever in Position und kämpfte schließlich bis zum Schluss um die Medaille. Zum Bericht


2.000 Meter Hindernis

Franziska Gräter spurtet in ihrem vierten Hindernis-Rennen zu EM-Gold

Hindernisläuferin Franziska Gräter hat am Samstag bei den U18-Europameisterschaften in Rieti mit Gold überrascht. Auf den letzten Metern spurtete sie an der Irin Lucie Cawley vorbei. Für die 15 Jahre alte Läuferin war es erst das vierte Hindernisrennen in ihrer Karriere. Die zweite deutsche Finalteilnehmerin Lucie Schmied lief mit Bestzeit auf Platz sechs. Zum Bericht...


Weitsprung

Teresie Hess überzeugt auf Platz vier

In der Qualifikation hatte Teresie Hess (SG Schorndorf 1846) am Freitag mit 6,19 Metern den weitesten Sprung ihrer jungen Karriere gezeigt. Der zweitweiteste folgte am Samstag im Finale. Die 17-Jährige, die auch eine talentierte Mehrkämpferin ist, ließ sich von 5,75 Metern zum Auftakt nicht irritieren und flog im zweiten Durchgang auf 6,17 Meter. Zu diesem Zeitpunkt lag sie damit auf Platz zwei hinter der Tschechin Kristýna Záhorová. 

Allerdings konnten zwei Athletinnen noch vorbeiziehen: Gleich nach der Schorndorferin setzte die Spanierin Gift Okunrobo 6,21 Meter in die Grube, in Runde vier glänzte die Lettin Emilija Brauna mit Bestleistung von 6,24 Metern. Eine Klasse für sich war Kristýna Záhorová: Schon ihr dritter Sprung auf 6,32 Meter hätte zum Sieg gereicht. Doch in Runde fünf legte sie noch eine Schippe drauf und verbuchte mit 6,47 Metern einen neuen Meisterschaftsrekord. Teresie Hess blieb Vierte und freute sich über gleich zwei starke Auftritte in Rieti. 

Stimme zum Wettbewerb:

Teresie Hess (SG Schorndorf 1846)
Ich bin eigentlich zweimal PB gesprungen hier, damit kann ich echt happy sein! Vor dem zweiten Sprung habe ich mir vorgenommen, es einfach so zu machen wie gestern. Ich bin konstant gesprungen und wirklich sehr zufrieden. Ich war heute weniger aufgeregt als gestern und habe es einfach genossen. Der Weitsprung läuft natürlich gerade echt gut, aber ich möchte schon gerne auch beim Siebenkampf bleiben, mir macht beides sehr viel Spaß. 


Diskuswurf

Emmy Pfouga wird in hochklassigem Finale Sechste

Eine Athletin ragte im Diskuswurf-Finale besonders heraus: Marina Hadjicosta. Die Zypriotin setzte schon im ersten Durchgang mit 54,12 Metern ein Achtungszeichen. Diese Weite hätte bereits zu Gold gereicht, sie konnte aber selbst noch einmal eine Schippe drauflegen: 56,12 Meter lautete die Siegweite, erzielt im dritten Durchgang. Dahinter reihten sich zwei Athletinnen mit neuen Bestleistungen ein: Kugelstoß-Siegerin Emma le Blansch (Niederlande) gewann mit 53,54 Metern ihre zweite Medaille, über Bronze jubelte Sarah Berkani aus Schweden (50,91 m). 

In diesem Bereich liegt auch die Bestweite von Emmy Pfouga (ASC Darmstadt). Die erst 15-Jährige hätte in ihrem ersten internationalen Finale gern ganz vorne mitgemischt. Doch nach einem ersten ungültigen Versuch flog die Scheibe dann nicht mehr ganz so weit wie in der Qualifikation, in der sie mit 51,46 Metern an ihrer Bestleistung gekratzt hatte. Mit 49,90 Metern wurde sie Sechste – ein Resultat, auf dem sich für die nächsten Jahre sicher aufbauen lässt. 

Männliche U18

200 Meter

Timur Ilik verpasst Bronze nur um zwei Hundertstel

Am Mittag hatte Timur Ilik (LAC Quelle Fürth) mit einer neuen DLV-U18-Bestzeit von 20,86 Sekunden für Furore gesorgt. Im Finale bestritt der 16-Jährige das zweitschnellste Rennen seiner Karriere und verpasste die Medaillenränge nur um einen Hauch: In 21,10 Sekunden wurde er Vierter, Bronze ging an den zwei Hundertstel schnelleren Iker Piñeira (Spanien).

Zum Europameister krönte sich mit neuem Meisterschaftsrekord von 20,70 Sekunden Bronson Hearn-Smith aus Großbritannien, der für seinen Landsmann Ethan Heggarty in die Bresche sprang. Dieser war im Halbfinale wegen Bahnübertretens disqualifiziert worden. Silber holte sich in 21,01 Sekunden der Pole Bartosz Pytlik. 
 


800 Meter

Ole Steinbach nach Goldrennen disqualifiziert

Das Finale war sein Ziel, alles darüber hinaus Zugabe. So konnte Ole Steinbach im 800-Meter-Finale befreit auflaufen. Dem Dresdner Nachwuchsläufer gelang am Samstag bei der U18-EM in Rieti eine taktische Meisterleistung: Völlig überraschend lief er nach 1:49,44 Minuten als Erster ins Ziel.

Leider konnte sich der 16-Jährige nicht lange über den Titel freuen: Er wurde nachträglich disqualifiziert. Nach Ansicht des Schiedsgerichts hatte er im Gedränge regelwidrigen Ellbogeneinsatz gezeigt. So wurden die Medaillen an Axel Mougel-Depoutot (Frankreich; 1:49,76 min), Sergio Redondo (Spanien; 1:49,93 min) und Magnus Riddell (Großbritannien; 1:50,12 min) vergeben. Ole Steinbach nahm die Nachricht gefasst auf. Denn das Wissen, als Erster ins Ziel gelaufen zu sein, und die Momente des Glücks nach dem Rennen konnte ihm niemand mehr nehmen. 


5.000 Meter Gehen

DLV-Geher trotzen der Hitze

Einem Geher schien die Hitze in Rieti nichts auszumachen: Der Spanier Gabriel Gonzalez marschierte am Samstagvormittag unbeirrt vorneweg In 20:33,76 Minuten sicherte er sich Gold. Silber ging zur Freude der Gastgeber an den Italiener Davide Sorressa (20:40,16 min) vor Patrik Pivarski (Tschechien; 20:40,66 min). 

Auch das deutsche Duo gab in der Hitze alles: Alexander Schwarz (ASV Erfurt) hielt sich lange in der ersten Verfolgergruppe des Spaniers auf, musste auf den letzten Runden aber abreißen lassen. In 21:52,08 Minuten landete er auf Platz zwölf. Der junge Geher war stolz darauf, dass er nach erst 15 Monaten, in denen er den Gehsport betreibt, schon die Qualifikation für die EM geschafft hat. Valentin Kräling (TSV Bayer 04 Leverkusen) ging den Wettkampf kontrolliert an und konnte seinen 14. Platz am Ende halten. Für ihn wurden 22:13,32 Minuten gestoppt. 

Stimmen zum Wettbewerb: 

Valentin Kräling (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Wir wussten, dass es heiß ist, aber man kann sich das nicht vorstellen, wenn man noch kein Rennen unter solchen Bedingungen bestritten hat. Ich hatte einen Plan, wie ich das Rennen angehen wollte, und das konnte ich umsetzen. Ich habe mir am Anfang eine Gruppe gesucht, bin aber eher nach Gefühl gegangen. Dass es hintenraus hart wird, dieses Tempo durchzuziehen, war klar. Ich bin zufrieden mit mir.

Alexander Schwarz (ASV Erfurt)
Ich muss sagen, dass mein Ehrgeiz vielleicht zu groß war. Ich habe versucht, mit der vorderen Gruppe mitzugehen, aber nach zwei Kilometern kam eine richtige Hitzewand, da wurde es sehr schwer.


Hochsprung

Bestleistung und Bronze für Jan Ungeheuer bei Hochsprung-Flugshow

Hochspringer Jan Ungeheuer hat sich am Samstag bei der U18-EM nicht nur den Wunsch nach einer neuen Bestleistung erfüllt. Mit 2,09 Metern durfte er sich auch über die Bronzemedaille freuen. Anschließend bestaunte der 17-Jährige die Flugshow des Briten Samuel James. Der neue U18-Europameister begeisterte mit 2,25 Metern. Zum Bericht


Stabhochsprung

Gold-Traum von Jonathan Hummel wird Wirklichkeit

Stabhochspringer Jonathan Hummel hat am Samstag bei der U18-EM in Rieti die Goldmedaille gewonnen. Der 16-Jährige veredelte seinen Triumph mit einer neuen Bestmarke von 5,15 Metern. Mehrmals musste er im Wettkampf Nervenstärke beweisen. Zum Bericht


Weitsprung

Phil Janitz schnuppert an Bronze

Der beste Zeitpunkt, den besten Wettkampf der bisherigen Karriere zu machen? Das erste EM-Finale! Und genau das ist Weitspringer Phil Janitz in Rieti gelungen. Der 16-Jährige kratzte bereits im dritten Durchgang mit 7,49 Metern an seiner Bestmarke, die bei 7,50 Metern steht. Auf zwei ungültige Sprünge folgte in Runde sechs noch einmal ein Kracher: 7,63 Meter! Die neue Bestweite kassierte der Rückenwind von +2,5 Meter/Sekunde ein. 

Der Tscheche Otakar Vich dürfte nach diesem Sprung des Düsseldorfers noch einmal ordentlich Herzklopfen gehabt haben. Denn dieser hätte um ein Haar den Bronzerang noch abgeben müssen. 7,64 Meter brachten Vich schließlich Bronze. Zum U18-Europameister krönte sich der Finne Pyry Heiskanen mit europäischer Jahresbestleistung und nationaler U18-Bestmarke von 7,79 Metern vor Maidis Gorrillot (Frankreich; 7,71 m). Der zweite DLV-Weitspringer Alexander Mann (TSV Ochenbruck) landete mit 7,15 Metern auf dem neunten Platz. 


Kugelstoß

20,15 Meter! Clesio de Carvalho hat im Kampf um Gold das letzte Wort

Das Kugelstoß-Finale bei der U18-EM in Rieti war spannend bis zum letzten Durchgang. Und dann sorgte Clesio de Carvalho für den perfekten Abschluss: Mit 20,15 Metern setzte er den Konter und holte sich die Goldmedaille. Zum Bericht


Diskuswurf

John-Christian Schochardt gewinnt Bronze vor Teamkollege Lance Listner

Die beiden deutschen Diskuswerfer haben am Samstag bei der U18-EM in Rieti eine starke Teamleistung gezeigt. Mit neuer Bestleistung setzte sich John-Christian Schochardt im Kampf um Bronze knapp gegen Teamkollege Lance Listner durch. Gold ging mit neuem Meisterschaftsrekord an den Briten Moyo Stumpenhausen. Zum Bericht

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