| U20-EM 2025

Tampere Tag 3 | Jule Lindner führt deutsche Medaillen-Tradition über die Hindernisse fort

© Jan Papenfuß
Deutsche Hindernisläuferinnen und U20-Europameisterschaften – das passt einfach! Seit 2017 durfte das deutsche Team bei jeder U20-EM eine Medaille über 3.000 Meter Hindernis bejubeln. Diese Serie setzte Jule Lindner am Samstag in Tampere fort: Sie gewann Silber.
Svenja Sapper

Jule Lindner hat am Samstag bei der U20-EM in Tampere (Finnland) die Silbermedaille über 3.000 Meter Hindernis gewonnen. Die 19-Jährige hatte im Vorfeld zu den Medaillenkandidatinnen gezählt und sich im Vorlauf trotz eines Sturzes äußerst souverän präsentiert. Den Schmerz spürte die Bambergerin im Finale zwar noch. Doch sie lieferte dennoch ein herausragendes Rennen ab. Gemeinsam mit den beiden weiteren Favoritinnen, der Jahresschnellsten aus Norwegen Andrea Nygård Vie und Titelverteidigerin Karolina Jarosova aus Tschechien, setzte sie sich langsam, aber stetig von den Verfolgerinnen ab. 

An der Zwei-Kilometer-Marke waren die Medaillen-Anwärterinnen zu dritt unterwegs, dann jedoch musste die Tschechin aussteigen. Und das Rennen entwickelte sich zu einem spannenden Kampf um Gold. Die Norwegerin versuchte, sich abzusetzen, Jule Lindner konnte immer wieder gegenhalten. Auf der Schlussrunde probierte sie noch einmal, heranzukommen, doch in 9:57,59 Minuten hatte Andrea Nygård Vie die schnellsten Beine.

Zweitschnellste Zeit der Karriere

In 9:58,77 Minuten rannte die DLV-Athletin dahinter zu Silber. In dem Meisterschaftsrennen verfehlte sie ihre Bestzeit nur um drei Sekunden und unterbot zum zweiten Mal in ihrer jungen Karriere die zehn Minuten. Entsprechend riss sie nach dem Zieleinlauf triumphierend die Arme nach oben und winkte in Richtung Tribüne, wo ihre Mannschaftskolleginnen und -kollegen standen und sie bejubelten – inklusive Zwillingsschwester Emma, die nach einer Umarmung enteilte, um sich auf das 1.500-Meter-Finale vorzubereiten, das später am Abend ansteht. Das Podium im Tampere komplettierte mit Respektabstand die Tschechin Ema Berková (10:09,71 min). 

Jule Lindner setzte in Tampere eine eindrucksvolle Serie fort: Seit 2017 blieben die deutschen Hindernisläuferinnen bei U20-Europameisterschaften nie ohne Medaille. Damals stand in Grosseto (Italien) Lisa Oed ganz oben auf dem Podest, 2019 räumten Paula Schneiders und Josina Papenfuß Gold und Bronze ab. 2021 siegte Olivia Gürth (Silvesterlauf Trier), die sich mittlerweile als Deutsche Meisterin und Olympia-Teilnehmerin einen Namen gemacht hat. Und vor zwei Jahren in Jerusalem holte sich Adia Budde (LAV Stadtwerke Tübingen), jüngst bei U23-EM und Universiade mit Bronze dekoriert, wie nun Jule Lindner Silber. 

Stimme zum Wettbewerb

Jule Lindner (LG Bamberg): 
Ich hätte den Rennverlauf nicht so erwartet. Ich dachte, dass die Tschechin nach vorn laufen wird. Aber meine Taktik war auch, wenn es zu langsam ist, ein bisschen Tempo zu machen. Weil sonst zu viele mitlaufen und es am Schluss schwierig wird. Wir haben uns als Favoriten-Trio abgesetzt und es unter uns ausgemacht, auch wenn die Tschechin dann aussteigen musste. Aber ich fand, dass sie gestern schon in der Qualifikation nicht ganz so souverän wirkte. Der Sturz von gestern hat mich vor dem Finale schon noch beschäftigt – mein Knie ist blau und es tut auch weh beim Laufen. Heute Morgen bin ich aus dem Bett aufgestanden und konnte geradeso gehen. Wegen der Schmerzen hatte ich schon ein bisschen Angst, aber ich habe es dann durchbewegt und habe es im Rennen nicht mehr gemerkt. Das Rennen hat sehr viel Spaß gemacht. Es war richtig laut und ich konnte es richtig genießen. Dass es jetzt endlich mit einer internationalen Medaille geklappt hat, ist super. Ich wusste, dass ich es schaffen kann, und bin froh, dass es funktioniert hat – auch wenn es knapp an Gold vorbei war. Aber es kommt meine Zeit und dann werde ich auch gewinnen.

U20-EM 2025

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