| Nachträgliche Olympiamedaille

Olympia-Silber für Obergföll: „Ein Fest des Fairplays“

Die ehemalige Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll hat am Samstag in Offenburg elf Jahre nach den Olympischen Spielen in Peking von DOSB-Präsident Alfons Hörmann ihre Silbermedaille, die ihr durch einen Dopingfall im Nachhinein zugesprochen wurde, erhalten.
Ewald Walker/dpa

Die Augen von Christina Obergföll glänzten vor Freude, als ihr die Medaille von Hörmann um den Hals gehängt wurde. „Es ist ein toller Moment, dass meine Kinder dies miterleben dürfen“, sagte die zweifache Mutter am Samstag bei der emotionalen Feier mit rund 60 Gästen in einem Offenburger Hotel. „Es erfüllt mich mit Stolz, dass Fairness belohnt wird“ betonte die 38-Jährige unter den Augen zahlreicher Sport-Prominenz, darunter auch DLV-Präsident Jürgen Kessing, Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter (LG Offenburg), Ehemann Boris Obergföll und ihr langjähriger Trainer Werner Daniels.

„Das ist ein Fest des Fairplays, auch wenn wir zwiespältige Gefühle haben, weil die Medaille erst elf Jahre später überreicht wird“, betonte Alfons Hörmann, der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes. „Aber besser spät als nie.“

IOC-Präsident Thomas Bach sprach in einer Video-Botschaft von einem „Tag der Gerechtigkeit“ - endlich werde aus Bronze Silber. Dies sei möglich geworden, weil das IOC die Doping-Proben über acht Jahre aufbewahrt habe und so Gerechtigkeit für Christina Obergföll möglich geworden sei. Mit der olympischen Hymne und der Nationalhymne erhielt die Medaillenübergabe einen besonderen feierlichen Rahmen.

Ergebnis von Nachtests

Das Internationale Olympische Komitee hatte bei Nachtests der Olympia-Proben 2016 entschieden, die 2008 in Peking (China) zweitplatzierte Russin Mariya Abakumova wegen Dopings zu disqualifizieren. Damit rückte Obergföll vom dritten auf den zweiten Platz der olympischen Speerwurf-Konkurrenz vor. 

Mariya Abakumova war die Einnahme verbotenen Testosterons nachgewiesen worden. 2011 hatte die Russin in Daegu (Südkorea) den WM-Titel geholt. Christina Obergföll verpasste damals als Vierte eine Medaille, 2013 wurde sie dann Weltmeisterin in Moskau (Russland). Beim ISTAF 2016 in Berlin beendete sie vor knapp drei Jahren ihre Karriere.

Mit Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa)

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