| Ranking 2022

Die Top Ten der leichtathletik.de-Redaktion – national

Insbesondere bei der Heim-EM in München sorgten die deutschen Leichtathletinnen und Leichtathleten in diesem Jahr für Gänsehautmomente. Zum Jahresabschluss haben wir in der leichtathletik.de-Redaktion eine Umfrage gestartet und heben in unserem Ranking zehn Asse hervor, die uns 2022 ganz besonders beeindruckt haben. Fast alle von ihnen erklommen in der bayerischen Hauptstadt das Podest.
Svenja Sapper

1. Malaika Mihambo (LG Kurpfalz)
Weltmeisterin und EM-Silber Weitsprung
Der Stern von Malaika Mihambo, er leuchtet noch immer mit derselben Strahlkraft wie in den vergangenen Jahren. Im Juli verteidigte die Weltklasse-Springerin in Eugene (USA) ihren WM-Titel und triumphierte zum dritten Mal in Folge bei einem globalen Großereignis. Nicht minder wertvoll ist ihre EM-Silbermedaille aus München, die sie mit dem nächsten Sieben-Meter-Satz veredelte. Denn zwischen WM und EM war die 28-Jährige an Corona erkrankt. Welch großartige Botschafterin für den Sport Mihambo auch über die Leichtathletik hinaus ist, zeigt sich daran, dass sie im Dezember zum vierten Mal nacheinander in den Top Drei der „Sportler des Jahres“-Wahl landete: Nach drei Siegen gab es diesmal Platz zwei.

2. Gina Lückenkemper (SCC Berlin)
WM-Bronze 4x100-Meter-Staffel, Europameisterin 100 & 4x100 Meter
Aus dem Jahr 2018, von der EM in Berlin, datierte Gina Lückenkempers letzter 100-Meter-Sprint unter elf Sekunden vor der Saison 2022. In eben jenem Olympiastadion schloss sich im Juni ein Kreis, als die 26-Jährige bei den Deutschen Meisterschaften wieder unter der magischen Schallmauer blieb. Bei der WM rannte sie mit der 4x100-Meter-Staffel zur langersehnten Medaille auf globalem Parkett. Und in München konnte die Doppel-Medaillengewinnerin von Berlin gar ihr EM-Ergebnis von 2018 toppen: Sie krönte sich mit Gold über 100 und 4x100 Meter zur Sprintkönigin. Eine Leistung, die ihr jüngst die Ehrung als „Sportlerin des Jahres“ sowie mit der Staffel Platz zwei als „Mannschaft des Jahres“ einbrachte.

3. Niklas Kaul (USC Mainz)
Europameister Zehnkampf
Weltmeister war er bereits 2019, nun ist Niklas Kaul auch Zehnkampf-Europameister. Mehr noch als der Titel an sich beeindruckt jedoch die Art und Weise, auf die er ihn gewonnen hat. Einen 520-Punkte-Rückstand auf den Schweizer Simon Ehammer nach acht Disziplinen wandelte er schlussendlich in einen Vorsprung von 77 Punkten um. In seinen beiden stärksten Disziplinen Speerwurf und 1.500 Meter konnte ihm zur Begeisterung des Münchner Heimpublikums wieder einmal keiner das Wasser reichen. Eine Aufholjagd, die in die Zehnkampf-Geschichte eingehen wird und dem 24-Jährigen seine zweite Auszeichnung als „Sportler des Jahres“ bescherte.

4. Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen)
Europameisterin 5.000 Meter
Zu den Heldinnen der Europameisterschaften von München gehört zweifellos Konstanze Klosterhalfen. Noch zu Beginn der Saison war die Langstrecklerin von verschiedenen Blessuren ausgebremst worden. Doch als es zählte im Kampf um die Medaillen, da war sie auf den Punkt fit: Auf Platz vier über 10.000 Meter folgte mit Gold auf der halben Distanz der große Erfolg. Und damit nicht genug – im Oktober katapultierte sich Klosterhalfen bei ihrem Halbmarathon-Debüt auf Anhieb auf Rang zwei der deutschen und Rang drei der europäischen ewigen Bestenliste. Im Dezember rundete sie ihre Erfolgsjahr mit Einzel-Silber und Mannschafts-Gold bei der Cross-EM ab.

5. Richard Ringer (LC Rehlingen)
Europameister Marathon
Das erste Gold kam unerwartet, und es kam bereits am ersten Tag der Titelkämpfe in München. Mit einem phänomenalen Endspurt schnappte sich Richard Ringer den Titel über die längste Distanz, die bei internationalen Leichtathletik-Meisterschaften zurückgelegt wird. Im Alter von 33 Jahren feierte er den größten Erfolg seiner Karriere. „Einer der besten Marathon-Zieleinläufe, die wir je gesehen haben“, lobte auch der europäische Dachverband European Athletics in den sozialen Medien. Und der erste goldene Moment einer stimmungsvollen und erfolgreichen Heim-EM.

6. Julian Weber (USC Mainz)
Europameister Speerwurf
Als Olympia-Vierter war er bereits 2021 ganz nah dran am internationalen Edelmetall. Und 2022? „Ich hätte mir für diese Medaille keinen schöneren Ort vorstellen können“, sagte ein überwältigter Julian Weber am letzten Tag der Europameisterschaften. Ausgerechnet im Münchner Olympiastadion glänzte seine erste Medaille seit Jugendjahren gleich golden. Als neue deutsche und europäische Nummer eins ließ er nicht nur seine Kontrahenten, sondern auch frühere Enttäuschungen wie etwa den vierten Platz bei der WM hinter sich. Trotz Schmerzen zeigte er sich auf den Punkt fit und trug seinen Teil zum goldenen Abschluss der Heim-EM bei.

7. Lea Meyer (noch ASV Köln, zukünftig TSV Bayer 04 Leverkusen)
EM-Silber 3.000 Meter Hindernis
Mit dem Wort „Achterbahnfahrt“ lässt sich das zurückliegende Jahr aus Sicht von Hindernisläuferin Lea Meyer wohl am treffendsten beschreiben. Doch für die 25-Jährige gilt: „Wenn ich dreimal hingefallen bin, stehe ich viermal wieder auf.“ Genau das stellte sie 2022 zahlreiche Male unter Beweis. Nach dem Krebstod ihres Trainers Henning von Papen. Nach ihrem unglücklichen Sturz in den Wassergraben bei der WM und dem daraus resultierenden Vorlauf-Aus. Nach einer Corona-Infektion vor den Europameisterschaften. In München pulverisierte sie ihre Bestzeit und weinte nach ihrem sensationellen Silber-Coup über die Hindernisse Freudentränen.

8. Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen)
EM-Silber Stabhochsprung
Es war ein Jahr der Höhenflüge. Bis auf 5,90 Meter schraubte Bo Kanda Lita Baehre bei den Deutschen Meisterschaften seine Bestleistung. Der 23-Jährige hat sich mittlerweile konstant bei Ergebnissen jenseits der 5,80 Meter eingependelt. Fünfmal überwand er diese Höhe in der zurückliegenden Saison, und das bei beiden Jahreshöhepunkten. Als WM-Siebter schwang er sich über 5,87 Meter, bevor er bei der EM mit 5,85 Metern Silber und damit seine erste internationale Medaille bei den Erwachsenen errang.

9. Kristin Pudenz (SC Potsdam)
EM-Silber Diskuswurf
Im Sommer 2021 hatte sich die Diskuswerferin mit Olympia-Silber ins Rampenlicht geschoben. Ein Jahr später knüpfte Kristin Pudenz an diesen Erfolg an. Nachdem das WM-Finale in den USA nicht optimal verlaufen war, brachte sie vor heimischer Kulisse sogar Titelabonnentin Sandra Perkovic (Kroatien) ins Wanken. Acht Zentimeter fehlten am Ende zum ganz großen Wurf, doch die Potsdamerin hatte keinen Grund sich zu grämen: Mit 67,87 Metern gelang ihr die beste Weite ihrer bisherigen Laufbahn.

10. Neele Eckhardt-Noack (LG Göttingen)
EM-Vierte Dreisprung
Gäbe es eine Medaille für die beste Serie, Neele Eckhardt-Noack hätte sie im Dreisprung-Finale der Europameisterschaften sicherlich gewonnen. Mit neuer Bestleistung von 14,53 Metern, nur acht Zentimeter unter dem bis dato besten Sprung einer deutschen Dreispringerin, führte sie das Feld in der Qualifikation an. Im Finale bewies sie mit einem Bestwert von 14,43 Metern und drei Sprüngen um die 14,40-Meter-Marke ihre Zugehörigkeit zur europäischen Spitze. Nur zwei Zentimeter fehlten zum Podium.

Diese Aufstellung hat keinen offiziellen Charakter.

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