| Jugend-DM Rostock

Weibliche Jugend am Sonntag: Speerwerferinnen drehen Ergebnis im letzten Versuch

Drei Tage Deutsche Jugend-Meisterschaften in Rostock. Wir berichten hier aktuell von den Entscheidungen der weiblichen Jugend U18 und U20 am Sonntag.
Harald Koken
Weibliche Jugend U20

Josina Papenfuß läuft locker zum zweiten Titel

Am Tag nach ihrem viel beachteten Spurtsieg über die Hindernisse lief Josina Papenfuß (TSG Westerstede) über 1.500 Meter weit vorne weg. Nach 500 Metern riss sie aus. Bald betrug die Lücke zu den Verfolgerinnen zehn Meter und vergrößerte sich zunehmend. Am Ende kam der Blondschopf aus Niedersachsen lockeren Fußes in 4:29,20 Minuten ins Ziel – vor den heraneilenden Pauline Meyer (TV Westfalia Epe; 4:31,04 min) und Alina Schönherr (LAC Erfurt; 4:33,93 min).

Die vorjährige U18-WM-Finalistin und jetzige U20-WM-Teilnehmerin Julia Ulbricht (1. LAV Rostock) ließ sich vor heimischer Kulisse nicht den Sieg nehmen und zog im sechsten und letzten Durchgang voll durch. Ihr Speer segelte auf 51,63 Meter – nur 16 Zentimeter an der persönlichen Bestleistung vorbei. Damit hatte sich die Athletin von Mark Frank den Extraapplaus des Publikums redlich verdient, zumal Elisabeth Hafenrichter (LG Stadtwerke München; 47,68 m) und Leonie Tröger (Hallesche Leichtathletik-Freunde; 47,48 m) deutlich zurücklagen. „Mega. Vor dem sechsten Versuch hat mich mein Ehrgeiz gepackt und ich wollte unbedingt noch einen drauf packen“, sagte Julia Ulbricht.

Lea Riedel überraschend vor Selina Dantzler

„Ich habe letzte Woche schon Bestleistung gestoßen und beim Einstoßen ging es auch schon über 16 Meter. Da wusste ich, dass etwas geht“, formulierte Lea Riedel (LG Filder), nachdem sie die Kugel auf 16,08 Meter katapultiert und damit überraschend den Titel gewonnen hatte. Die U20-WM-Vierte Selina Dantzler (LG Stadtwerke München) musste mit 15,57 Metern und Platz zwei zufrieden sein. Hanna Meinikmann (TV Wattenscheid 01), bei der U20-WM Siebte, kam als Dritte auf 14,88 Meter.

Wie im Februar in der Halle, so war Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) auch im Freien über 800 Meter nicht zu schlagen. Allerdings reichte eine Tempoverschärfung 250 Meter vor Schluss noch nicht aus, auf der Zielgeraden musste die U20-WM-Halbfinalistin noch einmal beschleunigen, um in 2:10,85 Minuten zu siegen. „Nach einer langsamen ersten Runde habe ich gemerkt, dass noch etwas geht, erst recht auf den letzten 120 Metern “, sagte die Athletin von Leo Monz-Dietz. Die vorjährige U20-EM-Halbfinalistin über 400 Meter Hürden Nele Weßel (SCC Berlin; 2:11,18 min) folgte vor Alina Schönherr (LAC Erfurt; 2:12,08 min).

Lisa Oed: Nach Hindernis-Silber der Titel auf der Flachstrecke

Laura Kaufmann (LG Ohra Energie), bei der U20-WM mit der Staffel Fünfte und im Einzel Halbfinalistin, marschierte über 400 Meter strammen Schrittes vorne weg und war am Ende in 54,49 Sekunden erfolgreich. „Ich wollte eigentlich schneller laufen als die 54,48 Sekunden aus dem Vorlauf. Dann habe ich aber gemerkt, dass die Beine ganz schön schwer waren und habe mich nur auf den Sieg konzentriert“, meinte die Athletin von Peter Grüneberg, die Anna-Maria Hofmann (SG Motor Gohlis-Nord; 55,29 sec) und Luna Bulmahn (VfL Eintracht Hannover; 55,30 sec) mit aufs Podest nahm.

Vorjahressiegerin Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) demonstrierte am Tag nach ihrem zweiten Platz über die Hindernisse vom Start weg ihre läuferische Klasse und erreichte vollkommen allein agierend über 3.000 Meter das Ziel in 9:35,90 Minuten. Damit steigerte die Athletin von Sascha Arndt ihre Saisonbestzeit um 21 und die persönliche Bestzeit um sechs Sekunden. Leandra Lorenz (RSV Eintracht Berlin; 9:53,70 min) erspurtete Silber, Karoline Sophie Löffel (BV Garrel; 9:55,57 min) Platz drei.

Sylvia Schulz: "Greife Bestzeit noch einmal an!"

U20-WM-Halbfinalistin Sylvia Schulz (TSV Bayer 04 Leverkusen) wurde über 400 Meter Hürden ihrer Favoritenrolle gerecht, haderte aber mit ihren 58,96 Sekunden. „Seit 2015 habe ich mich jedes Jahr einen Platz hoch gearbeitet. Von der Zeit her ist noch Luft nach oben“, meinte die Athletin von Tobias Kofferschläger. „Nächste Woche beim Länderkampf in Berlin werde ich noch einmal meine Bestzeit angreifen“, sagte die Leverkusenerin, die vor Titelverteidigerin Lisa Sophie Hartmann (SpVgg Renningen; 60,02 sec), bei der U20-WM Mitglied der fünftplatzierten deutschen Langsprint-Staffel, das Ziel erreichte. Anna Lindenau (SV Friedrichsgabe; 61,88 sec) belegte Rang drei. 

Lokalmatadorin Mara Häusler (1. LAV Rostock) nutzte im Dreisprung ihren Heimvorteil eindrucksvoll. Als nach dem fünften Versuch die Weite von 13,08 Metern auf der Anzeigetafel aufleuchtete, war das Publikum vollkommen aus dem Häuschen. Für die 19-Jährige bedeutete dies eine Steigerung um 23 Zentimeter. „Die Atmosphäre ist der Wahnsinn und das Publikum nicht zu toppen“, lobte Mara Häusler, die Neele Neuber (SV Halle; 12,63 m) und Imke Daalmann (SC Preußen Münster; 12,42 m) auf die Plätze verwies.

Lea-Jasmin Riecke sprintet mit Staffel zum zweiten Gold

U20-WM-Teilnehmerin Dovile-Michelle Scheutzow (Schweriner SC) fand schwer in den Stabhochsprung-Wettkampf und musste bei 3,70 und 3,80 Metern jeweils zwei Mal Anlauf nehmen. Doch dann platzte der Knoten. 3,90 und 4,00 Meter nahm die Athletin von Andreas Rändler auf Anhieb. Erst 4,11 Meter – was Hausrekord gewesen wäre – waren diesmal noch zu hoch. U20-WM-Teilnehmerin Zoe Jakob (LG Olympia Dortmund) überquerte als Vize-Meisterin 3,90 Meter, ebenso die um vier Zentimeter verbesserte Paulina Brems (TSV Bayer 04 Leverkusen), die mit DM-Bronze belohnt wurde.

Über 4x100 Meter fiel die Entscheidung erst kurz vor dem Ziel, als die U20-Weltmeisterin im Weitsprung Lea-Jasmin Riecke buchstäblich in Siebenmeilenstiefeln dem Ziel entgegenflog und der Startgemeinschaft Sachsen-Anhalt in 46,31 Sekunden den Titel sicherte. Komplettiert wurde das Meisterinnen-Quartett durch Michéle Thiel, Anabel Galander und Marissa Brömme. Platz zwei ging an die LG Eintracht Frankfurt, die in 46,66 Sekunden das Ziel eine Hundertstel vor der bis zum letzten Wechsel führenden Staffel des TV Gladbeck 1912 erreichte.

Weibliche Jugend U18

Maxime Kirschner nutzt den tückischen Wind

Im letzten Durchgang drehte Maxime Kirschner (LG Kreis Dachau) den vermeintich schon entschiedenen Wettkampf für sich, als sie den Speer auf 50,31 Meter katapultierte. „Die ganze Familie und viele Freunde sind extra aus Bayern angereist und haben mich angefeuert. Einfach Wahnsinn!“, jubelte die Deutsche U16-Meisterin von 2016, die ihre persönliche Bestleistung nur um 14 Zentimeter verfehlte. Lea Wipper (SC DHfK Leipzig), als Vierte der U18-EM auf 54,79 Meter verbessert, kam als Zweite auf 49,78 Meter, haderte aber wie viele Mitbewerberinnen mit dem tückischen Wind. U18-EM-Teilnehmerin Lilly Urban (LG Eintracht Frankfurt) rettete mit 48,25 Metern Bronze.

Svenja Pfetsch (SC Vöhringen) war die strahlende Siegerin über 200 Meter. Sie setzte sich in 24,27 Sekunden deutlich durch. „Ich wusste, dass ich eine Medaille erreichen kann, aber mit dem Sieg war nicht zu rechnen“, sagte die 17-Jährige. „Als ich aus der Kurve kam und vorne lag, dachte ich, jetzt einfach nur durchziehen und niemanden mehr vorbeilassen“, kommentierte Svenja Pfetsch, hinter der sich Mona Mayer (MTV 1881 Ingolstadt; 24,41 sec) und Vorjahressiegerin Talea Prepens (TV Cloppenburg; 24,64 sec) einreihten.

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