| Diamond League Monaco

12:35,36 min – Weltrekord durch Cheptegei, PBs für Reuther und Almas

Mit einem 5.000-Meter-Weltrekord in 12:35,36 Minuten hat Joshua Cheptegei am Freitagabend in Monaco den Restart der Diamond League gekrönt. Bei einem Festival vor allem an schnellen Zeit und Weltklasseleistungen steigerte Deniz Almas seine 200-Meter-Bestzeit auf 20,64 Sekunden, Marc Reuther blieb über 800 Meter erstmals unter 1:45 Minuten.
Jan-Henner Reitze

Es wirkte, als hätte die internationale Szene an einem Abend all die Energie rausgelassen, die sich während des Corona-Lockdowns aufgestaut hatte. Beim Restart der Diamond League am Freitagabend in Monaco (Monte Carlo) standen am Ende in 11 von 14 Disziplinen neue Weltjahresbestleistungen zu Buche. Besonders die Bahn brannte sprichwörtlich. Mit Rekorden und Bestzeiten auf den Mittel- und Langstrecken hatte das Meeting schon in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen gemacht.

Den Abend krönte Joshua Cheptegei (Uganda) mit einem Weltrekord über 5.000 Meter. Der 10.000-Meter-Weltmeister von Doha (Katar) hatte über diese Distanz im Februar, ebenfalls in Monaco, schon auf der Straße eine Weltbestzeit (12:51 min) aufgestellt. Im „Stade Louis II“ spulte der 23-Jährige die 12,5 Runden ab wie ein Uhrwerk, mit Zeiten jeweils um die 60 Sekunden. Im Ziel stoppte die Uhr bei 12:35,36 Minuten. Nach mehr als 16 Jahren ist damit der Weltrekord der äthiopischen Lauflegende Kenenisa Bekele (12:37,35 min) geknackt. Mit dem Kenianer Nicholas Kimeli (12:51,78 min) bleib ein weiterer Athlet im Rennen unter 13 Minuten.

Faith Kipyegon kratzt am 1.000-Meter-Weltrekord

Den zweiten Weltrekord des Abends verpasste Faith Kipyegon über 1.000 Meter der Frauen nur um weniger als zwei Zehntel. Die Olympiasiegerin über 1.500 Meter aus Kenia legte nochmal zu, nachdem sie an der 800-Meter-Marke schon unter zwei Minuten durchgegangen war. In 2:29,15 Minuten reichte es am Ende aber nicht ganz für den Weltrekord der Russin Svetlana Masterkova (2:28,98 min) aus dem Jahr 1996. Laura Muir steigerte den britschen Landesrekord als Zweite auf 2:30,82 Minuten, Ciara Mageean den irischen auf 2:31,06 Minuten.

Ein hohes Tempo wurde auch über 5.000 Meter der Frauen angeschlagen. Auf der Schlussrunde setzte sich Weltmeisterin Hellen Obiri (Kenia; 14:22,12 min) klar vor Letesenbet Gidey (Äthiopien; 14:26,57 min) durch. Europarekordlerin Sifan Hassan (Niederlande) stieg nach 4.000 Metern aus.

Über 1.500 Meter der Männer rannte Weltmeister Timothy Cheruiyot (Kenia) die erste Runde, geführt von seinen Pacemakern, in 52,59 Sekunden. Geplant waren 55 Sekunden, der Angang also deutlich zu schnell. Trotzdem produzierte der 24-Jährige (3:28,45 min) eine Topzeit und konnte hinten raus den Angriff von Europameister Jakob Ingebrigtsen (Norwegen; 3:28,68 min) abwehren, der Europarekord lief. Auch noch unter 3:30 Minuten blieb der Brite Jake Wightman (3:29,47 min).

Warholm stürmt davon, Lückenkemper und Almas Dritte

Wie von ihm bekannt, explodierte Karsten Warholm (Norwegen) auf Bahn sieben vom ersten Zentimeter des 400-Meter-Hürden-Rennens. Der Weltmeister überholte schon kurz nach der ersten Hürde den auf Bahn acht vor ihm laufenden Constantin Preis (VfL Sindelfingen) und stürmte in 47,10 Sekunden weit vor dem Rest des Feldes ins Ziel. Der DLV-Athlet konnte da zwar nicht mithalten, zog sein Rennen aber ohne große Fehler durch und stellte als Fünfter seine Saisonbestzeit (49,49 sec) ein. Der zweitplatzierte Yasmani Copello (Türkei; 49,04 sec) und der drittplatzierte Rasmus Mägi (Estland; 49,23 sec) waren nicht außer Reichweite.

Mit Weltmeister Noah Lyles (USA; Bahn sieben) hatte Deniz Almas (VfL Wolfsburg; Bahn acht) über 200 Meter ein ähnliches Kaliber im Nacken. Der DLV-Sprintaufsteiger konnte aber auch unter diesen Umständen seine Leistung abrufen und rannte in 20,64 Sekunden als Dritter zu einer neuen Bestzeit. Hinter ihm liefen der Olympia-Vierte Adam Gemili (Großbritannien; 20,68 sec) und der Weltmeister von 2017 Ramil Guliyev (Türkei; 20,80 sec) durchs Ziel. Noah Lyles (USA) sprintete in 19,76 Sekunden in einer anderen Liga. Sein jüngerer Bruder Josephus (USA; 20,30 sec) kam ihm noch am nächsten.

Über 100 Meter der Frauen setzte sich mit Ajla del Ponte (Schweiz) eine internationale Sprintaufsteigerin des Jahres in 11,16 Sekunden durch. Aleia Hobbs (USA; 11,28 sec) folgte vor Gina Lückenkemper (SCC Berlin), die ihre Saisonbestzeit auf 11,31 Sekunden steigerte und die WM-Dritte Marie Josée Ta Lou (Elfenbeinküste; 11,39 sec) hinter sich ließ. Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar; 11,47 sec) konnte als Siebte nicht ganz ihre schon in diesem Sommer gezeigte Leistungsfähigkeit abrufen.

Marc Reuther bleibt erstmals unter 1:45,00 Minuten

An seine starken Leistungen aus der vergangenen Hallensaison, als er unter anderem das Meeting in Düsseldorf für sich entschied, knüpfte 800-Meter-Spezialist Marc Reuther (LG Eintracht Frankfurt) an, der bei der DM als Sieger in 1:46,97 Minuten in die Freiluft-Saison eingestiegen war. Zu Beginn des Rennens hielt sich der Deutsche Meister noch im hinteren Teil des Weltklasse-Feldes auf. Die erste Runde wurde vorne in 50,40 Sekunden zurückgelegt.

Hinten raus konnte der 24-Jährige noch Reserven mobilisieren und blieb in 1:44,93 Minuten als Sechster unter seiner Bestleistung (1:45,22 min), die er jeweils in den Jahren 2017 und 2019 erreicht hatte. Als DLV-Athlet zuletzt schneller war Sören Ludolph (LG Braunschweig) im Jahr 2012 (1:44,80 min).

Weltmeister Donavan Brazier (USA; 1:43,15 min) lief standesgemäß zum Sieg, musste sich dafür aber strecken. Hinter ihm stellten vier weitere Athleten Bestleistungen auf. Bryce Hoppel (USA; 1:43,24 min) konnte seinen Landsmann fast niederkämpfen. Marco Arop (Kanada; 1:44,14 min) lag schon deutlicher zurück.

Sechs Meter für Duplantis, Schwab bestätigt neues Niveau

Zu einer One-Man-Show von Weltrekordler Armand Duplantis (Schweden) wurde der Stabhochsprung, nachdem Weltmeister Sam Kendricks (USA) kurzfristig absagen musste. Seine Stäbe waren auf Reisen verloren gegangen. Mit einem Sprung über 6,00 Meter stellte der für Schweden startberechtigte Europameister sein Können einmal mehr beeindruckend unter Beweis. Mit 6,15 Metern war erst die Höhe zu hoch, die noch kein anderer Athlet in der Geschichte unter freiem Himmel überquert hat.

Die Freude über ihren ersten Auftritt auf der Diamond-League-Bühne war Corinna Schwab (LG Telis Finanz Regensburg) vor dem Startschuss ins Gesicht geschrieben. Auf der Stadionrunde bestätigte die Deutsche Meisterin in 52,21 Sekunden ihr neues Niveau und lief auf Rang sechs. Zur Orientierung: Schnellste Europäerin war Femke Bol (Niederlande; 51,57 sec) als Dritte. Deutlich vorne weg lief US-Athletin Lynna Irby (50,50 sec).

Im engen Zieleinlauf über 110-Meter-Hürden hatte der WM-Dritte Orlando Ortega (Spanien; 13,11 sec) vor Hallen-Weltmeister Andy Pozzi (Großbritannien; 13,14 sec), Wilhem Belocian (Frankreich; 13,18 sec) und Weltmeister Grant Holloway (USA; 13,19 sec) die Nase vorn.

Die Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik.

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