| Hallen-WM 2026

Torun-Bilanz | Vier Top-8-Platzierungen und wichtige Erfahrungen

© Torben Flatemersch
Die 21. Hallen-WM ist Geschichte. Das deutsche Team trat mit vier Top-8-Platzierungen die Heimreise aus Torun an. Am Sonntag überzeugten speziell Marlene Meier und Sandrina Sprengel mit neuen Bestleistungen. Gleichzeitig wurde klar, dass in einigen Disziplinen der Abstand zur Weltspitze groß ist.
Martin Neumann

Mit vier Top-8-Platzieriungen hat das deutsche Team die Hallen-Weltmeisterschaften in Torun (Polen) abgeschlossen. Zwar blieb es ohne Medaille – Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim) war am Freitag als Fünfte am dichtesten dran am Podest –, doch am Sonntag hellten die Bestleistungen von Hürdensprinterin Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen; 7,90 sec) als Siebte und Fünfkämpferin Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart; 4.475 pt) als Achte die Bilanz etwas auf. Auch Hochspringerin Imke Onnen (Cologne Athletics; 1,89 m) trat mit Rang acht die Heimreise an. Marlene Meier lief als erste deutsche Hürdensprinterin seit Cindy Roleder (SV Halle) 2018 in ein Hallen-WM-Finale.

Dr. Jörg Bügner, DLV-Vorstand Leistungssport, ordnet das Ergebnis ein: „Die Leichtathletik-Fans haben in Torun viele starke Leistungen erlebt – die allerdings auch gezeigt haben, dass unser Weg zurück in die Weltspitze in einigen Disziplinen noch herausfordernd und weit ist. Der DLV war mit 14 Athletinnen und Athleten in Torun vertreten und damit deutlich breiter aufgestellt als bei den beiden vorangegangenen Hallen-Weltmeisterschaften.“

USA dominiert die Nationenwertung

Vergangenes Jahr in Nanjing (China) erreichte das DLV-Team sieben Top-8-Platzierungen, 2024 in Glasgow (Schottland) wie in Torun vier. Jeweils gewann das DLV-Team eine Medaille. Dominierende Nation mit 164 Punkten in der Nationenwertung – so viele wie die Länder auf den Plätzen zwei bis vier zusammen – waren in Torun die USA, die gleich 18 Medaillen gewannen.

Positiv hob Dr. Jörg Bügner die jungen Athletinnen und Athleten hervor. Vier der 14 deutschen Starterinnen und Starter waren in Torun erstmals bei einer WM dabei. „Auch wenn Bestleistungen nicht immer abgerufen werden konnten oder Lehrgeld bezahlt wurde, haben insbesondere unsere WM-Neulinge viel Freude bereitet. Allen voran natürlich Marlene Meier, die bei ihrer ersten WM direkt ins Finale gelaufen ist und an einem Abend zwei Bestzeiten abgeliefert hat. Auch Philina Schwartz ist positiv hervorzuheben. Sie stand trotz unglaublich starker Konkurrenz mit gerade einmal 19 Jahren im WM-Halbfinale und hat erstmals das ganze Drumherum einer globalen Meisterschaft erlebt. Das war richtig stark – und von diesen Erfahrungen werden beide künftig sehr profitieren.“

Simon Ehammer steigert Weltrekord

International prägte der Siebenkampf-Weltrekord von Simon Ehammer (Schweiz) mit 6.670 Punkten die Meisterschaft. Über 60 Meter Hürden stellte Devynne Charlton (Bahamas) ihren eigenen Weltrekord von 7,65 Sekunden ein. 800-Meter-Hallenweltrekordlerin Keely Hodgkinson (Großbritannien) glänzte nicht nur als dominierende Weltmeisterin mit neuem Meisterschaftsrekord von 1:55,30 Minuten, sondern lief in der abschließenden 4x400-Meter-Staffel mit 50,10 Sekunden die schnellste Einzelzeit. Und natürlich gelang auch Stabhochsprung-Überflieger Armand Duplantis (Schweden) mit 6,25 Metern eine herausragende Leistung.

Nach der ersten internationalen Standortbestimmung in diesem Jahr schlagen die deutschen Athletinnen und Athleten nun den Weg Richtung EM Mitte August in Birmingham (Großbritannien) ein. „Die World Relays in Gaborone, wo sich bereits sechs Staffeln für die WM 2027 Peking qualifizieren können, und die EM sind unsere Saisonhöhepunkte in diesem Jahr. In Birmingham geht es darum, uns gegen die besten Leichtathletik-Nationen des Kontinents zu behaupten. Dafür arbeiten die Athletinnen und Athleten sowie das gesamte Team dahinter hart“, blickt Dr. Jörg Bügner voraus.

Foto: Sandrina Sprengel (li.) und Marlene Meier strahlten in Torun gemeinsam über neue Bestleistungen.

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