| 125. Boston-Marathon

Kenianischer Doppelsieg beim Jubiläumsrennen von Boston

Einen kenianischen Doppel-Triumph gab es am Montag beim 125. Boston-Marathon. Während Benson Kipruto den Klassiker in 2:09:51 Stunden gewann, lief seine Landsfrau Diana Chemtai Kipyokei nach 2:24:45 ins Ziel. Auf der hügeligen Punkt-zu-Punkt-Strecke, die nicht rekordkonform ist, blieben bei relativ warmem Wetter mit Temperaturen von knapp 20 Grad Celsius Topzeiten aus. Dafür gab es interessante Rennen um den Sieg und die damit verbundenen, hohen Prämien von jeweils 150.000 US-Dollar.
Jörg Wenig

Im Bostoner Vorort Hopkinton gingen am traditionellen Montags-Termin des 125. Boston-Marathon genau 15.736 Läufer an den Start. Von ihnen erreichten 15.385 das Ziel im Zentrum von Boston. Aufgrund der Corona-Pandemie war das Läuferfeld auch in Boston deutlich kleiner als bei früheren Rennen.

Das Männerrennen begann im Bostoner Vorort mit einem unerwarteten Vorstoß: Der US-Amerikaner CJ Albertson lief vom Start weg davon. Mit einer persönlichen Bestzeit von 2:11:18 Stunden ins Rennen gegangen, gehörte er nicht zu den Sieg-Kandidaten. Der Außenseiter hatte bereits nach 5 Kilometern einen Vorsprung von fast einer Minute auf die große, rund 30-köpfige Gruppe mit den Favoriten. Und am Tag seines 28-jährigen Geburtstages baute Albertson den Vorsprung zunächst weiter aus, ohne dabei ein extrem schnelles Tempo zu laufen. Als er die Halbmarathonmarke nach 64:08 Minuten passierte, lag die Verfolgergruppe 2:13 Minuten zurück.

Doch von nun an begann der Vorsprung zu schmelzen. An der 30-Kilometer-Marke betrug er nur noch 54 Sekunden, und wenige Kilometer später, am berüchtigten „Heartbreak Hill“, war der „Ausflug“ von Albertson beendet. Die Spitzengruppe zog an dem Amerikaner vorbei, der sich schließlich mit Rang zehn in 2:11:44 Stunden zufrieden geben musste. Rund fünf Kilometer vor dem Ziel konnte sich dann Benson Kipruto aus der Gruppe lösen und erlief noch einen deutlichen Vorsprung. Mit 2:09:51 Stunden erreichte der 30-Jährige, der eine Bestzeit von 2:05:13 Stunden hat und in diesem Frühjahr den Marathon in Prag gewonnen hatte, als einziger ein Ergebnis von unter 2:10 Stunden.

Edna Kiplagat immer noch schnell

„Es war ein schönes Gefühl heute, nachdem ich vor ein paar Jahren hier Zehnter war. Jetzt freue ich mich über meinen Sieg“, sagte Benson Kipruto, der vor den Äthiopierin Lemi Berhanu (2:10:37 h) und Jemal Yimer (2:10:38 h) gewann. Für Kipruto war der Sieg in Boston der bisher größte Erfolg seiner Karriere.

Im ruhigen Tempo erreichte die 15-köpfige Frauen-Spitzengruppe den Halbmarathonpunkt nach 74:11 Minuten. Bis Kilometer 30 hatte sich diese Gruppe auf sieben Läuferinnen verkleinert. Bald darauf startete Diana Kipyokei die vorentscheidende Initiative. Kurzzeitig hielt die Äthiopierin Netsanet Gudeta noch mit, doch im Bereich von Kilometer 35 zog die Kenianerin davon. An der 40-Kilometer-Marke hatte die 27-jährige Kipyokei einen Vorsprung von 27 Sekunden auf Edna Kiplagat, die sich zwischenzeitlich auf Rang zwei nach vorne geschoben hatte. Während Kipyokei mit 2:24:45 Stunden gewann, zeigte die bereits 41-jährige Kiplagat, dass sie auch im fortgeschrittenen Alter noch immer ganz vorne mitlaufen kann. Die zweifache Marathon-Weltmeisterin (2011 und 2013) wurde, wie schon vor zwei Jahren in Boston, Zweite mit 2:25:09. 2017 hatte die Kenianerin den Boston-Marathon gewonnen.

Für Diana Kipyokei war der Boston-Triumph der größte Erfolg ihrer Karriere. Vor einem Jahr hatte sie allerdings auch schon den Istanbul-Marathon gewonnen. In der Türkei stellte sie damals mit 2:22:06 Stunden auch ihre aktuelle Bestzeit auf. Bei ihrem Debüt über die 42,195 Kilometer war sie 2019 in Ljubljana als Dritte 2:22:07 Stunden gelaufen.

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