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Marathon-DM Frankfurt: Titel-Favoriten der Altersklassen im Porträt II

Zur Einstimmung auf die Deutschen Marathon-Meisterschaften in Frankfurt (29. Oktober) stellen wir einige Anwärter auf die Titel in den Altersklassen genauer vor. In Teil zwei der dreiteiligen Serie lesen Sie unter anderen die Porträts des M55-Mitfavoriten Daniel Gebreselasie und des dreimaligen M60-Siegers Hugo Mann.
Artur Schmidt

Daniel Gebreselasie - Der Name ist Programm, Mitfavorit in der M55

Er trägt einen großen Läufernamen, wenn nicht sogar den größten: Daniel Gebreselasie. Doch mit der äthiopischen Lauflegende Haile Gebrselassie hat der 56-Jährige nichts zu tun. Er stammt aus Eritrea und hielt sich schon vor dem Fall „des eisernen Vorhanges“ in Osteuropa auf. Auf Umwegen kam er nach Deutschland und begann beim PSV Grün-Weiß Kassel bei Winfried Aufenanger mit dem regelmäßigen Lauftraining. Der Vater zweier Kinder hat eine Stelle in einem Kasseler Hotel und ist trotz der wenigen verbleibenden Zeit äußerst trainingsfleißig.

Daniel Gebreselasie, der mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist in dem Kasseler Verein ein wichtiges Bindeglied zwischen Trainer und der multinationalen Laufgruppe. Er ist bekannt für seine stets gute Laune und seinen besonders respektvollen Umgang mit seinen Mitmenschen.

Seinen größten sportlichen Erfolg feierte er im vergangenen Jahr beim 35. Mainova Frankfurt Marathon: Er wurde in persönlicher Bestzeit von 2:46:43 Stunden Vize-Meister in der Altersklasse M55 und belohnte sich für sein zielstrebiges Training. In diesem Jahr konnte er bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Hannover als Vize-Meister den Erfolg von Frankfurt wiederholen. „Ich traue ihm am 29. Oktober in Frankfurt viel zu“, sagt sein Trainer Aufenanger. Vielleicht klettert Daniel Gebreselasie in diesem Jahr auf dem Treppchen noch eine Stufe nach oben.

Hugo Mann - Dreimaliger Seriensieger in der M60

Einer der ersten Läufer, der seine Meldung für die Deutschen Marathon-Meisterschaften im Rahmen des 36. Mainova Frankfurt Marathons abgegeben hat, war Dr. Hugo Mann. Dreimal in Serie hat der 63-Jährige den Titelkampf in der Altersklasse M60 für sich entschieden, dieses Jahr soll auf dem schnellen Frankfurter Pflaster der nächste Coup folgen. Beim letztjährigen Frankfurt Marathon stellte Mann in 2:50:17 Stunden seine Bestzeit auf.

Der 1,76 Meter große und 62 Kilogramm leichte „Späteinsteiger“ startet für den TSV Penzberg. Erst vor 15 Jahren begann der Geschäftsführer einer Finanzgesellschaft ernsthaft mit dem Laufen. Er ist bestens auf Frankfurt vorbereitet und weiß, dass die Jüngeren in der M60 alles daran setzen werden, den Seriensieger aus Penzberg zu schlagen. Ein spannendes Rennen ist garantiert.

Walter K. Johnen - M70-Vorjahressieger mit Ex-Innenminister Bökel im Rennen

Mit Walter K. Johnen (VfL Ostelheim) ist ein weiterer Deutschen Meister aus dem Vorjahr, der in 3:39:42 Stunden in der M70 triumphierte, bereit für die Titelverteidigung in Frankfurt. Der 72-Jährige aus Kiebingen hat schon einige Meisterehren angehäuft. Aber nicht nur in Lauf-Schuhen hat der noch aktive Lehrer beachtliche Erfolge aufzuweisen. Im Schießsport hat er es ebenfalls zu 15 deutschen Meistertiteln mit Langwaffen, Zimmerstutzen und Armbrust gebracht. Der gebürtige Wiesbadener bezeichnet Frankfurt als seinen „Lieblingsmarathon“, selbstverständlich will Johnen in der Altersklasse M70 diesmal wieder aufs „Stockerl“.

Mit Gerhard Bökel, letztmals im Jahr 2015 in Frankfurt (4:41:17 h) am Start, ist in der gleichen Altersklasse der Hessische Innenminister (SPD) von 1994 bis 1999 im Rennen. Der Heuchelheimer ist seit frühester Jugend begeisterter Sportler. Als Schüler, Jugendlicher und Jurastudent war er in der Leichtathletik sehr aktiv. Und diese Begeisterung ebbte auch in seiner Zeit als erfolgreicher Politiker nicht ab. Vielmehr nutzte er die Leichtathletik zum Entspannen und Abschalten vom hektischen Tagesgeschäft. Besonderen Ehrgeiz entwickelte er im Rasenkraftsport und Hammerwurf, also in Disziplinen, die nicht wirklich mit dem Langstreckenlauf verwandt sind. In diesen Disziplinen heimste er einige hessische Meistertitel ein.

Neben seinen weiteren Tätigkeit im hessischen Landtag und seinem Job als Rechtsanwalt nahm Bökel sporadisch an Laufwettbewerben teil. Und steigerte sich Schritt für Schritt zur Marathonreife. Auf den 36. Mainova Frankfurt Marathon freut sich der 71-Jährige besonders. „Ich freue mich auf den einzigartigen Einlauf in der Festhalle“, sagt Bökel. „Da will ich am 29. Oktober auf jeden Fall hin.“

Werner Stöcker - Mit drei EM-Medaillen im Gepäck zur M75-Titelverteidigung

Werner Stöcker füllt seit Jahren sein Rentnerdasein mit ungemein viel Bewegung aus. Als ehemaliger selbständiger Klempnermeister war sein Berufsalltag durch viel Aktivität bestimmt. Erst nachdem er seinen Betrieb an seinen Sohn übergeben hatte, widmete er sich intensiv dem Laufsport. Der Lohn für den 77-Jährigen von der LG Witgenstein: Dreimal Deutscher Marathon-Meister, zweimal Deutscher Halbmarathon-Meister in seiner Altersklasse.

In diesem Jahr nahm Stöcker an den Senioren-Europameisterschaften teil und kehrte mit drei Silbermedaillen zurück. Besonders stolz ist er auf seine diesjährige Halbmarathon-Bestzeit von 1:39:19 Stunden. Über die volle Marathondistanz ist er bisher noch nicht häufig gelaufen. Dennoch ist er als Titelverteidiger in der Altersklasse M75 in Frankfurt am Start. Gerne erinnert sich der schnelle Rentner an das Rennen im Vorjahr, bei dem er vom hr-Fernsehen vom Start bis ins Ziel mit der Kamera begleitet wurde. Seine Siegerzeit 2016: 3:38:44 Stunden.

„Ich freue mich riesig auf Frankfurt“, erzählt der Athlet aus Erndtebrück. „Ich werde schon am Freitag anreisen und bei meiner Enkelin Nina Stöcker wohnen, die ja selbst schon Deutsche Meisterin in der U23 über die Halbmarathondistanz war.“

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